Madrid: 700 Erdgas-Busse von Mercedes sollen für bessere Luft sorgen

Ab kommendem Jahr sind 672 MB-Busse mit Gasantrieb in der spanischen Hauptstadt unterwegs und sollen die Luftqualität weiter verbessern.

Der Madrider Verkehrsbetrieb EMT baut seine Flotte kontinuierlich mit Erdgasbussen aus. (Foto: Daimler)
Der Madrider Verkehrsbetrieb EMT baut seine Flotte kontinuierlich mit Erdgasbussen aus. (Foto: Daimler)
Johannes Reichel
von Martina Weyh

Der Verkehrsbetrieb EMT Madrid (Empresa Municipal de Transportes de Madrid) setzt auf den Mercedes-Benz Citaro NGT mit Gasantrieb und hat seit 2016 seine Flotte mit den umweltfreundlichen Erdgasbussen von Daimler kontinuierlich ausgebaut. Bis nächstes Jahr sollen dann knapp 700 Busse im Einsatz sein. EMT ist ein Tochterunternehmen der spanischen Hauptstadt und betreibt Europas größtes Gasbus-Depot. Der Mercedes-Benz Citaro NGT ist mit dem Gasmotor M 936 G ausgestattet. Mit 7,7 Liter Hubraum ist er Daimler Informationen zufolge derzeit der kompakteste Erdgasmotor seiner Klasse. Der stehend eingebaute Reihensechszylinder wird als monovalenter Motor mit komprimiertem Erd- bzw. Biogas betrieben. Er bringt eine Leistung von 222 kW (302 PS) auf die Straße, erreicht ein maximales Drehmoment von 1.200 Nm und unterschreitet die Abgasgrenzwerte von Euro VI nach Angaben des Busherstellers zum Teil erheblich.

Die CO2-Emissionen liegen im Erdgasbetrieb bis zu zehn Prozent unter denen eines Diesels. Wird Bio-Erdgas getankt, fährt ein gasbetriebener Stadtbus laut Daimler sogar nahezu CO2-neutral. Zusätzlich punktet der Mercedes-Benz Citaro NGT im Vergleich zum Dieselbus mit den um bis zu 4 dB(A) geringeren Geräuschemissionen.

Vier Betriebshöfe von EMT Madrid sind auf die Erdgasbusse ausgelegt

Neben dem Betriebshof im Madrider Stadtteil Sanchinarro, der für eine Kapazität von gut 400 Gasbussen ausgelegt ist, gibt es noch drei weitere spezialisierte Betriebshöfe in der spanischen Hauptstadt. Auf neun Spuren gleichzeitig können die Busse in Sanchinarro minutenschnell mit Gas befüllt werden – den Füllvorgang übernehmen speziell geschulte Mitarbeiter. Der Madrider Verkehrsbetrieb schätzt nach eigenen Worten neben der hohen Verfügbarkeit und dem modernen Erscheinungsbild des Citaro NGT auch die geringen Wartungs- und Reparaturkosten.

Komfort für Fahrer und Fahrgäste

Die Fahrerkabine im Citaro NGT ist separat klimatisiert und mit einer Fahrerschutztür sowie einer zusätzlichen Scheibe gesichert. Im Fahrgastbereich stehen den Passagieren USB-Doppelstecker zur Verfügung. Wegen der heißen Temperaturen in den Sommermonaten kommt eine verstärkte Fahrgastraum-Klimaanlage in allen Fahrzeugen zum Einsatz.

Was bedeutet das?

Was schert uns das Geschwätz von Gestern - nichts hindert mich, weiser zu werden. Gemäß dem Adenauer-Motto handelt der der schwäbische Lkw-Hersteller bisher. Und setzte lediglich bei Stadtbussen und dem Niederflur-Lkw-Fahrgestell für Abfallentsorgung Econic auf den Erdgasantrieb als Alternative. Ansonsten hieß es lange wie auch beim Hybrid-Antrieb im Lkw: Keine Nachfrage, rechnet sich nicht, kein Business Case. Mit der neuen Generation des Actros hat man diese Lücke allerdings erkannt und eine NGT-Variante mit dem 936er-Motor aufgelegt. Dem Vernehmen nach arbeitet der Konzern auch an einer LNG-Lösung, weil mittlerweile einige Wettbewerber wie Iveco, Scania und Volvo diesen Trend bedienen. Gut so, denn mit dem vollelektrischen Actros ist auf absehbare Zeit ebenso wenig ein Geschäft zu machen wie mit dem E-Citaro.  

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