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LVW NRW/Dekra/Provinzial: Sicher fahren mit dem Lastenrad

Die Landesverkehrswacht NRW, die Provinzial Versicherung und der Prüfdienstleister DEKRA geben Tipps, wie man auf dem boomenden Transportmittel sicher unterwegs ist - und wer überhaupt damit fahren darf. Grundsätzlich ist der Lastenradtransport aber eine sichere Methode, auch für Kinderbeförderung, betonen die Verantwortlichen.

Vornüber: Weil Lastenräder einen extrem kurzen Bremsweg haben ist es essentiell, Kinder und Fracht anzuschnallen oder zu sichern. | Foto: LVW NRW/Thomas Küppers
Vornüber: Weil Lastenräder einen extrem kurzen Bremsweg haben ist es essentiell, Kinder und Fracht anzuschnallen oder zu sichern. | Foto: LVW NRW/Thomas Küppers
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Johannes Reichel

Wie man mit dem boomenden Transportmitteln Lastenrad sicher unterwegs ist, haben die Landesverkehrswacht NRW, die Provinzial Versicherung und der Prüfdienstleiter DEKRA jetzt auf einer Website sowie einem Flyer zusammengefasst. Ob in der Stadt oder auf dem Land, immer mehr Familien nutzten das Fahrrad mit Transportbox, auch das Sharing von Cargobikes ist immer mehr im Kommen. Durch die Modelle mit Elektroantrieb ist das Lastenrad auch bei Menschen, die in bergigen Regionen wohnen, eine beliebte und nachhaltige Alternative zum Auto, skizzieren die Partner.

Lebensversicherer Gurt und Helm

Wie wichtig das richtige Anschnallen und das Tragen eines Helmes ist, demonstrierten sie im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz auf dem Verkehrsübungsplatz in Essen. Hier simulierten die Experten von der Prüforganisation eine Vollbremsung mit dem Lastenrad aus voller Fahrt. Der nicht angeschnallte Kinderdummy verlor seinen Halt, flog aus der Lastenradbox und schlug krachend auf den Asphalt. Unterschätzt werde, dass Lastenräder unter anderem durch den langen Radstand einen extrem kurzen Bremsweg hätten.

„Was einem Kind bei einem solchen Aufprall passieren würde, kann man sich denken. Daher raten wir bei jeder Fahrt, und sei diese noch so kurz, Kinder mit den vorhandenen Gurten und einem passenden Fahrradhelm zu schützen“, raten Jörg Weinrich, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht NRW, und Dr. Martin Creutz, Bereichsleiter der Provinzial Versicherung.

Mit noch schlimmeren Verletzungen ist bei einem Crash zwischen PKW und Lastenrad auszugehen, der ebenfalls simuliert wurde. Auch hier ein Kinderdummy an Bord. Um auf Gefahren im Umgang mit Lastenrädern aufmerksam zu machen, haben die Partner neben Flyer und Weg auch eine Social Media-Kampagne unter dem Hashtag #lastenradnrw Informationen gestartet. Sie sollen Einsteigern und allen, die sich einen ersten Überblick verschaffen möchten, Wissenswertes vermitteln. „Denn wer wen und vor allem wie mitnehmen darf, ist nicht jedem bewusst“, sagt Luger Bolke, Niederlassungsleiter von DEKRA in Münster. So ist erst seit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2020 erlaubt, erwachsene Personen zu transportieren.

„Das Lastenrad gilt als Fahrrad bzw. in der elektrisch betriebenen Variante als Pedelec. Aber es gibt auch hier rechtliche Ausnahmen“, fährt Bolke fort. Wenn der Fahrradweg für ein Lastenrad faktisch nicht benutzbar ist, darf auf der Straße gefahren werden.

Neue Zielgruppe in der Verkehrssicherheitsarbeit

Gefragt sind die Räder auch bei Eltern, die in dem Lastenkorb ihre Kinder befördern. Grundsätzlich handle es sich dabei um eine sichere Methode, beruhigen die Experten. Essentiell sei aber, dass die Eltern besonders vorausschauend fahren. Schließlich befinde sich der große Lastenkorb in der Regel vor dem Fahrer.

"Dadurch ragt der Korb oft schon in eine Kreuzung rein, bevor der Fahrer die Verkehrslage komplett überblicken kann", erkläre Ludger Bolke gegenüber DPA. Die Folge sind im schlimmsten Fall Unfälle wie der im Crashtest.

Wie lerne ich, sicher zu fahren? Was sollte ich für meine Mitfahrer und mich beachten? „Ob ein- oder zweispurig, ob mit Kindern, Erwachsenen oder tierischer Ladung: Lastenrad-Nutzer sind eine neue und wichtige Zielgruppe in der Verkehrssicherheitsarbeit“, meint Dr. Creutz, der bei der Versicherung auch die Präventionsarbeit verantwortet und ergänzt: „Wichtig ist auch die Eigenverantwortung in der fahrtechnischen Beherrschung von Lastenrädern zu übernehmen. Wer – vor allem mit Kindern – losfährt, sollte an der eigenen Performance arbeiten und sicheres und vorausschauendes Fahren zuvor üben.“

„Neben dem richtigen Fahrverhalten spielt die Sichtbarkeit im Straßenverkehr eine große Rolle“, betont Jörg LVW-Geschäftsführer Weinrich. Gerade in den Abend- und Nachtstunden oder der dunklen Jahreszeit ist das Tragen einer reflektierenden Warnweste und eine funktionierende Beleuchtung besonders wichtig.

Gemeinsam mit den Verkehrswachten in der Region sollen nun die Themen rund um das sichere Fahren mit dem Lastenrad ausgerollt werden.

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