Lupa plant Produktion von E-Autos in Spanien und Uruguay

Das spanische Start-up Lupa möchte nach Berrcelona auch in Uruguay eine von mehreren geplanten Produktionsstätten errichten.

Lupa will einen günstigen Kompaktwagen mit leicht tauschbarem Akku anbieten und diesen in Barcelona und Uruguay produzieren. | Foto: Lupa
Lupa will einen günstigen Kompaktwagen mit leicht tauschbarem Akku anbieten und diesen in Barcelona und Uruguay produzieren. | Foto: Lupa
Gregor Soller

Von Barcelona aus möchte das spanische Start-up expandieren und E-Autos im preisgünstigen Segment anbieten. Heißt, der kompakte Lupa E26 kostet ohne Akku 9.400 Euro, mit der 50-kWh-Batterie werden 17.000 Euro netto fällig. Sie soll binnen 25 Minuten wieder auf 80 Prozent Akkustand geladen werden können und bis zu 350 km Reichweite bieten. Der Stromer soll binnen neun Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und bis zu 150 km/h Topspeed schaffen.

Außerdem ist ein SUV in Planung, E137 genannt. Es soll 11.500 Euro ohne Akku, 19.100 Euro mit 42-kWh-batterie und 23.000 Euro netto mit 64-kWh-akku kosten. Drittes projektiertes Modell ist der Van E66, der ebenfalls bis zu 140 PS leisten und bis zu 350 Kilometer Reichweite bieten soll.

Der Verkauf soll ausschließlich online erfolgen, für die Auslieferungen und Wartungsarbeiten will Lupa nach eigenen Angaben wie andere Start-ups auch mit einer Reihe von Werkstätten kooperieren. Das Team um den Gründer und CEO Carlos Alvarez soll sich angeblich aus Ingenieuren von Ferrari, Land Rover, McLaren und Nissan zusammensetzen.

Tauschakku als USP - ohne Batterie bleibt das Auto unter 10.000 Euro netto

Kernstück Technologie ist eine austauschbare Batterie, die seit 26.2.2021 7.600 Euro kosten soll. Diese soll in jeder kooperierenden Werkstatt unter jedes Lupa-Modell montiert werden können. Interessant für das spätere „Leben“ als Gebrauchtwagen: Wird der Wagen dann ohne Batterie weiterverkauft, kann der neue Besitzer bei Lupa einen neuen Akku ordern und erhält so ein günstigeres Fahrzeug mit neuer Batterie und kommt günstiger als bei einem Neuwagenkauf. Der Gebrauchtwagen-Verkäufer könnte den Akku auch selbst umbauen oder anderweitig weiternutzen. Oder holt sich ein SUV statt des Kompakten. Die Fahrzeug-Batterien sollen als „PowerHome“ auch als Heimspeicher genutzt werden können. Von diesem ausgeklügelten Batterie-Konzept erhofft sich Alvarez eine nachhaltigere Nutzung der Batterie im Second-Life-Einsatz und eine erhöhte Kunden-Loyalität.

Keine Angaben gibt es bisher zur Produktion, die in Barcelona stattfinden soll. Auch fehlen noch Angaben zu Lieferanten für wichtige Komponenten und vor allem zur Finanzierung. Trotzdem plant man bereits ein zweites Werk in Uruguay, das ab 2024 in Betrieb gehen sollen. Dort sollen unter anderem der vorgestellte E-Kleinwagen und ein E-Lieferwagen gebaut werden. Mit dieser Montage will Lupa nach eigenen Angaben den gesamten lateinamerikanischen Markt bedienen, allerdings mit dem Fokus auf die Länder der Mercosur-Gemeinschaft.

Der genaue Standort der angekündigten Fabrik wird noch nicht genannt. Die Jahreskapazität soll zunächst 20.000 Elektroautos umfassen. Die Fabrik in Uruguay soll zudem ab Start CO2-neutral produzieren, „ressourcen-freundlich“, vernetzt und flexibel sein, so das Unternehmen. Die Wahl sei unter anderem deshalb auf Uruguay gefallen, da das Land neben Island, Costa Rica und Norwegen zu den wenigen Staaten gehöre, das vollständig auf erneuerbare Energien setze.

Was bedeutet das?

Vor allem die Akkupläne Lupas sind spannend und ambitioniert. Das Auto selbst existiert bisher scheinbar allenfalls als 1:1-Prototyp, da es noch keine Innenaufnahmen gibt. Auch in so wichtigen Punkten wie Technikkomponenten, Zulieferern und bezüglich der Finanzierung kommunizieren die Barceloniquen eher sparsam. Die einfache Karosserie zu günstigen Preisen mit leicht tauschbarem Akku hätte allerdings Potenzial.

Printer Friendly, PDF & Email