Lufttaxis über Rom: Airbus und ITA Airways planen Zusammenarbeit

Die italienische Luftfahrtgesellschaft ITA Airways und der Flugzeugbauer Airbus haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Urban Air Mobility (UAM) in Italien unterzeichnet.

CityAirbus NextGen in den Farben der italienischen Fluglinie ITA Airways.| Foto: Airbus Group
CityAirbus NextGen in den Farben der italienischen Fluglinie ITA Airways.| Foto: Airbus Group
Thomas Kanzler

Ziel der beiden Unternehmen ist die Schaffung maßgeschneiderter UAM-Dienste. Dazu sollen strategische Pilotprojekte mit dem Ziel identifiziert werden, die öffentliche Akzeptanz von UAM zu sichern. Die beiden Unternehmen wollen vor allem den Mehrwert dieser Dienste für die Gesellschaft hervorheben.

Airbus und ITA wollen Luftfahrt sauberer machen

ITA Airways ist Nachfolgerin der Alitalia und in italienischem Staatsbesitz. Bei der Gründung der Fluglinie Ende 2020 wurde Nachhaltigkeit als einer der Grundsätze für das zukünftige Geschäft mit der Luftfahrt aufgenommen. Das Unternehmen hat großes Interesse an innovativen Projekten zur Dekarbonisierung der Luftfahrt gezeigt. Die Entwicklung der urbanen Luftmobilität durch elektrische Vertikalstart- und Landeflugzeuge (electric take-off and landing - eVTOL) steht im Fokus des Staatskonzerns.

Seit 2014 erforscht Airbus, wie elektrische Antriebe dazu beitragen können, die Entwicklung neuartiger Luftfahrzeuge voranzutreiben. Im September 2021 stellte das Unternehmen seinen vollelektrischen eVTOL-Prototypen CityAirbus NextGen vor. Airbus entwickelt eine UAM-Lösung mit eVTOLs, nicht nur um einen neuen Mobilitätsdienst anzubieten, sondern auch als wichtiger Schritt in seinem Bestreben, die Emissionen in der Luftfahrt über seine gesamte Produktpalette hinweg zu reduzieren.

Beiden Unternehmen wollen das Lufttaxi zum normalen Beförderungsmittel der Zukunft machen

Die Vereinbarung sieht ein gemeinsames Vorgehen gegenüber lokalen Mobilitätsakteuren vor, um zusätzliche Partner für die sichere und nachhaltige Aufnahme des Betriebs mit dem elektrischen Vertikalstart- und Landeflugzeug von CityAirbus NextGen an Bord zu holen.

„Die Partnerschaft zwischen ITA Airways und Airbus begann mit der Entwicklung hin zu moderneren, komfortableren und umweltfreundlicheren Verkehrsflugzeugen, die mit Spitzentechnologien ausgestattet sind“, sagte Alfredo Altavilla, Vorsitzender von ITA Airways. „Mit dieser Vereinbarung erweitert sich unsere Partnerschaft auf das Segment der urbanen Luftmobilität für ein breiteres, kundenorientiertes, innovatives und nachhaltiges Angebot für unsere Kunden.“

80 Kilometer weit und 120 km/h schnell

Der CityAirbus NextGen wird zusammen mit Siemens und dem Triebwerkhersteller Rolls-Royce entwickelt und befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase. Das vollelektrische Luft-Fahrzeug hat feste Flügel, einem V-förmigen Leitwerk und ist mit acht elektrisch angetriebenen Propellern ausgestattet.

Es ist für die Beförderung von bis zu vier Passagieren – einschließlich eines Piloten – in emissionsfreien Flügen für mehrere Anwendungen ausgelegt. CityAirbus NextGen wird bei einer Reichweite von bis zu 80 Kilometern eine Reisegeschwindigkeit von 120 km/h erreichen.

„Diese Vereinbarung zeugt von der starken Beziehung zwischen Airbus und ITA Airways. Es ist eine Gelegenheit, unser gemeinsames Ziel – Pionierarbeit in der nachhaltigen Luft- und Raumfahrt – zu nutzen und neue Luftmobilitätslösungen für emissionsfreien Vertikalflug voranzutreiben, um unsere Städte und Gemeinden später in diesem Jahrzehnt zu unterstützen“, erläuterte Guillaume Faury, CEO von Airbus.

Was bedeutet das?

Wo sollen Lufttaxis in einer so engen Stadt wie Rom Starten und Landen? Werden die sowieso schon Lärm-geplagten Stadtbewohner ein weiteres Verkehrsmittel tolerieren, das ihnen im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegt? Auch wenn sich sicherlich so mancher Autofahrer, der sich gerade im städtische Stau befindet, nichts sehnlicher wünscht, als davonzufliegen – es ist doch unwahrscheinlich, dass in europäischen Städten Lufttaxis ein „normales“ Verkehrsmittel werden.

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