Lucid plant E-SUV

Wie die Plattform „Green Car Reports“ berichtet, plant Lucid Motors als zweites Modell ein SUV auf Basis der Plattform der E-Limousine Air.

Der Limousine "Air" soll 2023 ein SUV folgen. | Foto: Lucid Motors
Der Limousine "Air" soll 2023 ein SUV folgen. | Foto: Lucid Motors
Gregor Soller

Lucid Motors will sein Programm zügig ausweiten – natürlich um ein SUV. Das geht aus einem Interview zwischen Lucid-Chef Rawlinson und dem Portal „Green Car Reports“ hervor. Hier erklärte Rawlinson, dass bereits ein Prototyp existiere und die Produktion des SUV Anfang bereits 2023 starten solle – so will Rawlinson auch zügig auf Stückzahlen kommen, wie er erklärt:

„Das ist wirklich sehr wichtig, denn wir brauchen Skaleneffekte, um das Geschäft auszubauen.“

Auch das SUV soll im Hochpreissegment starten. Sobald sich dann „Skaleneffekte“ einstellen, die in diesem Bereich erstmal eher fünf- als sechsstellig sein dürften, will das Unternehmen auch günstigere Fahrzeuge entwickeln. Die ersten Air-Limousinen sollen Anfang 2021 geliefert werden und auch für Europa gibt es einen Starttermin: Ende 2021 will Lucid exportieren. Wie Rawlinson in dem Interview erklärte, seien die Bauarbeiten im neuen Werk Casa Grande fast abgeschlossen und man könne beginnen, die „Beta 2“-Modelle zu montieren: das sind bereits sehr seriennahe Prototypen, was Rawlinson stolz und flapsig so kommentiert:

„Es wird dann nur acht Monate gedauert haben, bis wir von einem Stück Dreck bis zu auf der Pilotlinie montierten Autos gekommen sind.“

Die Air-Limousine und das technisch ähnliche SUV sollen ab 2023 beide auf einer gemeinsamen Linie montiert werden können. Beide Fahrzeuge sollen in etwa gleich lang sein und dürften sich beim Antrieb und der Infotainment-Technik etliche Komponenten teilen. Das Werk sei laut Rawlinson von Anfang an für mehrere Modellreihen ausgelegt gewesen:

„Wir haben uns eine ganze Reihe von Produkten angesehen, die wir möglicherweise herstellen möchten, und die Lackiererei von Grund auf neu ausgerichtet, um dies zu berücksichtigen.“

Das gelte auch für den Karosseriebau und die Montage, wo man für die nächsten sieben bis acht Jahre im voraus geplant habe. Heißt übersetzt: Hier dürften frei programmierbare Roboter zum Einsatz kommen, die die jeweiligen Modelle erkennen und entsprechend montieren respektive schweißen. Die Lackiererei ist gern immer ein Nadelöhr, aber sie sei zukunftssicher, auch für längere Fahrzeuge wie einen Pickup. Ein Pickup? Klar, dass hier nachgehakt wurde. Doch Rawlinson nahm den nur als Beispiel für ein „größtmögliches Fahrzeug“ konkret geplant sei ein solches Modell nicht. Eine Produktion für andere Unternehmen schloss er kategorisch aus:

„Ich weiß, dass Lucid die beste Technologie hat. Ich möchte die beste Technologie für die ganze Menschheit nutzen. Warum sollte ich das Fahrzeug eines anderen bauen?“

Damit fährt Lucid eine andere Strategie als Startup Rivian: Hier könnte man sich vorstellen, neben den eigenen Modellen R1S und R1T auch Fahrzeuge anderer Hersteller auf der Rivian-Plattform zu bauen. Wieder einen anderen Weg geht Fisker: Hier möchte man die Autos komplett fremd fertigen lassen.

Was bedeutet das?

Lucid scheint bisher auf einem guten Weg: Es existieren Bilder mit einer Halle voller Prototypen und am 9.9.2020 will man ganz konkret werden, ab 2021 liefern. Das Produkt könnte EQS und Co. gut in die Parade fahren, doch das Segment der Luxuslimousinen ist weltweit klein: Wenn Lucid 2021 rund 20.000 bis 30.000 Einheiten bauen und verkaufen könnte, wäre das schon ein Achtungserfolg – absolut gesehen aber eine eher dezente Stückzahl. Deshalb ist ein großes SUV sehr wichtig.

 

 

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