Lucid Motors gibt Vertriebsstrategie bekannt

Auch das US-Start-up Lucid Motors geht en nächsten Schritt Richtung Markteinführung

Die "Lucid Studios" werden Teil des Direkvertreibes sein und teils Servicepunkte bieten. | Foto: Lucid Motors
Die "Lucid Studios" werden Teil des Direkvertreibes sein und teils Servicepunkte bieten. | Foto: Lucid Motors
Gregor Soller

Im kalifornischen Newark lud Lucid Motors zur Eröffnung des ersten „Studios“. Diese Showrooms werden Teil der Vertriebsstrategie sein. Dabei setzt Lucid Motors ähnlich wie Tesla auf einen Direktvertrieb mit einzelnen Stores vor Ort. Acht weitere „Studios“ sollen noch 2020 entstehen – dem Produkt entsprechend meist in gehobener Lage: Bisher angekündigt wurden hier New York City, Miami und West Palm Beach in Florida und diverse in Kalifornien wie Beverly Hills, Santa Clara und um Los Angeles. Die Studios sollen vor allem „Farb- und Materialthemen“ zeigen, die an die kalifornische Herkunft von Lucid Motors erinnern sollen. Peter Rawlinson, CEO und CTO von Lucid Motors, erklärt dazu:

 „Wir haben die Einzelhandelsstrategie von Lucid sorgfältig entwickelt, um Kunden beim Betreten unserer Studios und beim Austausch mit unseren Vertretern ganz bestimmte Erfahrungen zu bieten.“

Interessant ist hier, das Lucid hier sehr großen Wert auf das Anfassen und Berühren der Materialien legt – und damit neben dem digitalen einen „haptischen“ Ansatz fährt, wie Rawlinson erklärt:

 „Aus den Materialien, die sie betrachten und berühren, der Erfahrung des VR-Konfigurators, dem Design der Studios im Kontext der Fahrzeuge und den physischen Standorten der Studios selbst kommt alles zusammen, damit unsere Kunden das aufnehmen und schätzen können Werte, die in die Marke Lucid eingeflossen sind.“

Er sprach über die rennerprobte Technologie des Wagens - alles im eigenen Haus entwickelt - und darüber, dass mittlerweile umfangreiche Tests der Beta-Prototypen begonnen haben, um die Leistungen zu bestätigen. Wichtig war Lucid Air die 400-Meilen-Reichweite, die sowohl im Labor, auf freier Strecke als auch im Realbetrieb auf Fahrten zwischen San Francisco und Los Angeles funktionieren muss.

Rawlinson enthüllte dann die Produktion Lucid Air in einer speziell für die Dream Edition gewählten Sonderfarbe. Dazu erklärte er:

"Wir nannten sie für Sie die Dream Edition, weil Sie es gewagt haben, mit uns zu träumen."

Darüber hinaus kündigte er an:

„Wir werden weiterhin exklusive Veranstaltungen für Inhaber von Lucid Air-Reservierungen ab dem Frühjahr und während des gesamten Sommers durchführen. Sie können Einladungen mit einer vollständig rückerstattbaren 1.000-Dollar-Reservierung für Ihrne eigenen Lucid Air erhalten.“

Erweitert werden die Studios dann um Service-Center, denn wie das Beispiel Tesla ebenfalls zeigt, werden die Autos den irgendwann brauchen – und sei es nur, um einen Parkrempler auszubessern. Darum sollen zunächst die kalifornischen Studios im Silicon Valley und in Beverly Hills mit Service-Centern ausgerüstet werden, 2021 sollen dann die übrigen US-Studios sowie erste europäische Standorte Service-Center erhalten. Leider hat man sich noch nicht zu den Standorten in Europa geäußert. Interessant: Bei der Wahl künftiger Standorte wolle sich Lucid an der regionalen Verteilung der Reservierungen orientieren. Hieße im Extremfall: Wenn in Chemnitz viel mehr Lucid als in München oder Berlin geordert würden, erhielte die Stadt am Erzgebirgsrand den Standort – hier darf man auf die künftige Verteilung der Standorte in Europa gespannt sein.

 

Im April 2020 soll dann auf der New York Auto Show (sofern diese stattfindet) die Serienversion des Air stehen. Dann sollen auch weitere Details zu den Spezifikationen, verfügbaren Konfigurationen und Preisinformationen veröffentlicht werden. Zum Jahresende (in Quartal vier) soll dann die Produktion im Werk Casa Grande, Arizona, starten.

Was bedeutet das?

Lucid Air scheint Stand heute zu den „stabilen“ Start-ups zu gehören, welche zielstrebig auf die Markteinführung hinarbeiten. Die Frage ist, welche Stückzahlen hier ausreichen: Denn Luxuslimousinen als Cadillac- oder Mercedes EQS-Alternative haben weltweit nur begrenztes Marktvolumen.   

 

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