Luca: Stromer aus Recycling-Material

Das Ecomotive-Team der TU Eindhoven hat jetzt den Prototypen des Elektroautos Luca präsentiert, das größtenteils aus recyceltem Material besteht.

Der Luca besteht fast komplett aus recycliertem Material. | Foto: Bart van Overbeeke
Der Luca besteht fast komplett aus recycliertem Material. | Foto: Bart van Overbeeke
Gregor Soller

Jetzt rollt er in Realität: Der aus Recylingmaterial hergestellte „Luca“ der TU Eindhoven. Dabei setzen die Studenten auf einen Verbundwerkstoff aus Flachs und recyceltem PET-Kunststoff sowie auf recyceltes Aluminium. Das Team der TU Eindhoven will so demonstrieren, dass Elektroautos günstiger werden können. Außerdem erklärt Teammitglied Matthijs van Wijk:

„Abfall ist ein wertvolles Material – auch bei komplexen Anwendungen wie einem Auto.“

Das Zweisitzer-Coupé mit klassischer Optik wird von zwei Radnabenmotoren angetrieben, die zusammen 15 kW leisten. Damit soll er nach neuen Angaben des Entwicklerteams eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen und bis zu 220 Kilometer weit kommen. Extrem wichtig war den Entwicklern neben dem Recyclingaspekt der Leichtbau: So wiegt der nach Angaben des Ecomotive-Teams nur 60 Kilogramm. Ohne Batterien wiegt der Luca nur 360 Kilogramm, so dass er insgesamt unter der 500-Kilo-Marke bleiben und als Leichtfahrzeug in Serie gehen könnte.

Das Fahrgestell besteht aus einer speziellen Sandwichplatte, die in Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen entwickelt wurde. Neben der Karosserie sind auch die Fenster und der Innenraum vielfach aus recycelten Materialien hergestellt worden. Die zwei Sitze enthalten beispielsweise Kokos- und Pferdehaar. Der Luca besteht innen sogar aus Reststoffen aus seinem eigenen Produktionsprozess. Kleine Flachsstücke und Kunststoffreste aus dem Meer sind zusammen zu stilvollen, nützlichen Platten gepresst worden.

Zum Akku selbst gibt es noch keine detaillierten Angaben, außer, dass er aus sechs Modulen bestehe, die gegen volle getauscht werden könnten. Optional könne man später aber auch neuere Akkutechnik nachrüsten. Auffällig ist die gelbe Farbe, die allerdings kein Lack, sondern Folie ist: Auch die lasse sich rückstandslos entfernen, wodurch der endgültige Recyclingprozess erheblich erleichtert werde.

Was bedeutet das?

Aus den Niederlanden kommen aktuell die weitreichendsten Ansätze zum Thema neue Mobilität: Nach dem Solarstromer Lightyear One, der im Idealfall nur durch Sonnenenergie betrieben werden soll, kommt jetzt der kleine Luca, der zum großen Teil aus zusammengefischtem Abfall entstehen soll. Das sind starke und sehr konsequente Ansätze.

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