Luca de Meo übernimmt Vorstand von Renault

Es ist soweit: Der einstige Seat-Vorstandschef Luca de Meo wird bei Renault das Ruder übernehmen.

 

Luca de Meo war der Wunschkandidat für Renault. Er machte zuletzt auch Seat flott. | Foto: Renault
Luca de Meo war der Wunschkandidat für Renault. Er machte zuletzt auch Seat flott. | Foto: Renault
Lydia Hällmeyer

Bereits seit Ende Januar ist bekannt, dass der 52-jährige Italiener das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Renault S. A. und des Präsidenten der Renault S. A. S. übernehmen soll. Nun ist es soweit. Ab dem 1. Juli 2020 soll er als Generaldirektor bei Renault beginnen. Das berichtete der französische Autohersteller heute in einer kurzen Pressemitteilung. Der Skandal um den Ex-Konzernchef Carlos Ghosn hatte die Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe massiv aus dem Tritt gebracht. Vor allem die Franzosen suchten seither nach einem geeigneten CEO für einen Neustart. De Meo war dabei der Wunschkandidat und trat bereits Anfang Januar bei Seat zurück, wo er sehr geschätzt wurde und viel bewirkte.

De Meo wird bei Renault der Interimschefin Clotilde Delbos folgen. Delbos‘ Vorgänger Thierry Bolloré war bereits im vergangenen Oktober wieder entlassen worden. Der Generaldirektor ist bei Renault für das operative Geschäft verantwortlich. Kleine Revolution am Rande: De Meo wird in der über 100-jährigen Geschichte von Renault der erste Ausländer sein, der das Unternehmen leitet. Carlos Ghosn wurde in Frankreich eingebürgert, bevor er 2005 an die Renault-Spitze übernahm, die er bis 2018 innehatte.

Insidern zufolge war De Meo bei allen Seat-Mitarbeitern sehr beliebt, da er nicht zwischen Praktikant und Vorstand unterschied. Darüber hinaus aber mit großer Kompetenz in allen Bereichen punktete und selbst bei Problemen immer schnell mit einem durchdachten und sinnvollen "Plan B" zur Stelle gewesen sein soll. Eigenschaften, die er bei Renault unbedingt brauchen wird.

Was bedeutet das?

Auf De Meo wartet eine Herkulesaufgabe: Er muss den Scherbenhaufen der Allianz zusammenkehren, den Carlos Goshns Weggang dort hinterließ. Und, was noch viel wichtiger ist: Einmal mehr muss er Renault neu und endlich langfristig krisenfest positionieren. Was für Marken, die weder Premium, noch billig sind, immer schwieriger wird, zumal Asien und Nordamerika in der neuen Allianz keine Expansionsmöglichkeiten mehr für die Marke Renault bieten.

 

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