Lordstown Endurance: Neue Marke in alter Fabrik

Der neue Pick-up soll im Ex-GM-Werk in Lordstown entstehen, nachdem dort die Chevy-Cruze-Fertigung auslief.

Der E-Pick-up Endurance soll in einem Ex-GM-Werk entstehen. | Foto: Lordstown Motors
Der E-Pick-up Endurance soll in einem Ex-GM-Werk entstehen. | Foto: Lordstown Motors
Gregor Soller

Neben Tesla, Rivian oder Bollinger wagt sich ein weiteres Start-up an Bau eines Pick-ups. Dabei nutzt die Muttergesellschaft “Workhorse”, bekannt durch E-Vans, den Ort der Entstehung “Lordstown” als Markennamen. Lordstown im Bundesstaat Ohio war über 50 Jahre lang Standort eines der größten US-Werke von General Motors. Seit Mitte der 1960er-Jahre entstanen dort mehr als 16 Millionen Autos, darunter Chevrolet Caprice und Impala, Pontiac Firebird und das Van-Doppel  Chevrolet Van und GMC Vandura, zuletzt auch noch der kompakte Cruze. Dessen Fertigung endete im März und di letzten 1435 Mitarbeiter wurden entlassen.

Lordstown Motors will dort elektrische Nutzfahrzeuge montieren, die „kostengünstig” für Flotten sein sollen und außerdem sicherer und produktiver als Konkurrenzprodukte. Dahinter steht die Workhorse Group, die derzeit für einen Großauftrag für künftige Posttransportfahrzeuge mitbietet. Auch die könnten in Lordstown entstehen.

Darüber hinaus sollen 6.000 Vorbestellungen, die Workhorse bereits für seinen Prototyp W-15 erhalten hat, in die Fertigung gehen. Dabei will Lordstown auch mit der Gewerkschaft UAW zusammenarbeiten, um Mitarbeiter (wieder) einzustellen, die nach dem Ende der GM-Produktion gekündigt wurden. Laut den Aussagen von Workhorse wolle man das Hauptquartier im Werk in Lordstown aufbauen. Für den Standort spricht die Erfahrung der Mitarbeiter, die bereits Fahrzeugen im selben Werk produziert haben. Der Endurance ist ein Elektro-Allrad-Pick-up, der über Radnabenmotoren angetrieben wird.

Hinter Lordstown Motors steckt CEO Steve Burns, der einst Workhorse als CEO mtgegrünet und geleitet hat. Nach Burns übernahm dort Duane Hughes, der sich vorstellen könnte, auch seine Produkte in Ohio zu fertigen.

Was bedeutet das?

Wie verschlungen Start-up-Pfade sein können, zeigt Lordstown: Ein Ex-Mitgründer scheidet aus und gründet ein neues Unternehmen, allerdings unter der Schirmherrschaft seines Ex-Arbeitgebers. Viel wichtiger wäre aber für all die entlassenen GM-Arbeiter, dass ihr einstiger Arbeitsplatz wieder angefahren wird, was mit branchenspezifischen Vans und Pick-ups gelingen könnte.

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