Lightyear und Bridgestone entwickeln Spezialreifen Turanza Eco

Lightyear-CEO Lex Hoefsloot erklärt den solarbetriebenen Stromer Lightyear One startbereit für den europäischen Markt bis Ende 2021. Den zeichnet nicht nur seine besondere Solarzellenoberfläche aus, sondern auch die Reifen.

Die speziell für den Lightyear One entwickelten Reifen tragen maßgeblich zur Reichweite bei geringem Energieverbrauch bei. | Foto: Lightyear
Die speziell für den Lightyear One entwickelten Reifen tragen maßgeblich zur Reichweite bei geringem Energieverbrauch bei. | Foto: Lightyear
Redaktion (allg.)

In einer Pressekonferenz zusammen mit Emilio Tiberio, Chief Technical Officer und Chief Operating Officer von Bridgestone, räumt CEO Lex Hoefsloot mit einer grundsätzlichen Annahme auf: Der Lightyear One ist nicht nur für sonnenintensive Klimazonen geeignet. Die Solarpanels, welche sich großzügig über die Oberfläche des Stromers mit einer Fläche von fünf Quadratmetern verteilen, absorbieren auch bei gemäßigten Wetterbedingungen genug Sonnenenergie, um täglich durchschnittliche Reichweiten zurückzulegen. Das sei am Standort Niederlande konsequent zu beobachten. Moderator Robert Llewellyn, Geschäftsführer von Fully Charged, kommentiert, dass Fahrzeuge, elektrisch oder nicht, zu 90 Prozent der Zeit ohnehin nicht bewegt werden und da die meisten Fahrzeughalter:innen ihre Autos auf der Straße stehen hätten, die Ladezeiten entsprechend ausreichend sind. Unabhängig vom Wolkendach lässt sich der Lightyear One an der Ladesäule oder der üblichen Haushaltssteckdose anschließen.

Hoher Preiseinstieg

Klimatisch steht dem europäischen Marktstart also nichts im Wege, dafür hingegen könnte der Einstiegspreis sorgen: Mit 150.000 Euro im Luxussegment angesiedelt, verweist Hoefsloot auf die hohen Entwicklungskosten, die in das weltweit erste Langstrecken-Solarauto geflossen sind. Niedrigere Einsteigerpreise sind geplant, doch dafür bräuchte es zunächst Abnahmezahlen, die auf Serienproduktion zulaufen. Deshalb baut man besonders auf die bereits erfolgten Vorbestellungen, gerade auf dem Heimatmarkt Niederlande, und hofft auf weiteres internationales Interesse. Zunächst will man den Lightyear One auf dem europäischen Markt etablieren, Expansionen in die USA sowie den asiatischen und afrikanischen Kontinent sind geplant.

Dass es nicht das Interesse, sondern unter anderem die ausbaufähige Infrastruktur ist, die private Käufer:innen abwägen lässt, weiß Bridgestone-Chef Emilio Tiberio. Er gibt an, dass viele Autofahrer:innen auf „clean powered vehicles“ umsteigen möchten, diese aber noch zu verunsichert wären, hinsichtlich Lademöglichkeiten und Service.

Die Reifen der Zukunft

Nachhaltigkeit war ein großes Stichwort für Tiberio. Der Umstieg und die Investitionen in klimaschonende Technologien, Fahrzeuge und deren Ausstattung sei essentiell für das Unternehmen. Entsprechend plant man bis 2050, klimaneutral zu werden. Diesem Prinzip folgend, habe man sich auch explizit für die Zusammenarbeit mit Lightyear entschieden.

„Bridgerstone ist ein globaler Markführer in Sachen Nachhaltigkeit. Wie gelingt uns das? Das Schlüsselwort lautet Innovation. Um diese voranzutreiben, entwickeln wir uns innerbetrieblich kontinuierlich weiter, aber wir vernetzten uns auch immer stärker nach außen, besonders mit Start-ups. Lightyear ist ein exzellenter Partner für diesen Prozess. Unsere Zusammenarbeit ist einzigartig. Um nachhaltige Mobilität zu fördern, müssen wir uns mit aufstrebenden Ingenieuren zusammenschließen, die Innovationen vorantreiben und neue Standards setzen“, so Tiberio.

Zusammen entwickelten die Partner einen Reifentyp für den Lightyear One, der den Anforderungen der Nachhaltigkeit wie Effizienz gerecht werden sollte. Heraus kamen die Bridgestone Turanza Eco Reifen, die das Modell Ologic mit der Enliten-Technologie vereinen und für künftige Elektroautos zum Einsatz kommen sollen. Schlank designed, benötigen sie eine geringere Produktionsmasse und wiegen etwa zehn Prozent weniger als durchschnittliche Autoreifen.

„Unser Prototyp war extrem leicht, mit 150 Kilogramm. Die Reifen ähnelten mehr denen eines Fahrrades als einem klassischen Autoreifen. Im Laufe des Prozesses haben wir viel ausprobiert und gelernt, gerade wie Reifen zu einem guten Fahrzeug beitragen. So haben wir auch die Entwicklung des Lightyear One gestartet. Entwicklung beginnt häufig mit den Reifen, als größte Kontaktfläche des Fahrzeugs zu seiner Umwelt, nicht zuletzt aus Effizienzgründen. Wenn man den richtigen Reifen findet, kann man den Energieverbrauch reduzieren. Dadurch kann man kleinere Akkus verwenden und trotzdem eine große Reichweite erlangen“, schließt sich Hoefsloot an.

Ende 2021 startklar

Voll geladen hat der Lightyear One eine Reichweite von 725 Kilometern im WLTP-Zyklus, die Energie dafür bezieht das Fahrzeug auf ein Jahr umgerechnet zu 75 Prozent aus den Solarzellen. Diese dürften nach Angaben von Lightyear-CEO Lex Hoefsloot so robust sein, dass sie den Lebenszyklus eines Fahrzeugs selbst überstehen. Bis Ende des Jahres soll der Lightyear One auf den Markt kommen.

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