Lightyear One: Das effizienteste Serienauto der Welt!

Bei 10 Grad Celsius, mäßigem Wetter und mit 130 km/h soll der Lightyear One nur 14,1 kWh/100 verbrauchen.

Der Lightyear One verbrauchte bei trübem Wetter und 130 km/h 14,1 kWh/100 km. | Foto: Lightyear
Der Lightyear One verbrauchte bei trübem Wetter und 130 km/h 14,1 kWh/100 km. | Foto: Lightyear
Gregor Soller

Die Praxis holt auch Lightyear auf den Boden der Tatsachen zurück: Sicher kann man den niederländischen Solarstromer auch mit unter 10 kWh/100 km fahren, doch auf der Autobahn bei 130 km/h werden dann doch auch 14,1 kWh daraus. Das ergaben jetzt jüngse Testfahrten.

Die Ergebnisse der jüngsten Effizienztests bei Bridgestone in Aprilia, Italien, zeigten aber, dass man weiter damit rechnen kann, dass der Lightyear One „das effizienteste und nachhaltigste Auto der Welt“ sein soll. Die Tests in Aprilia, bei denen die Aerodynamik, die Reifenleistung und die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten im Mittelpunkt standen, fanden auf dem Bridgestone European Proving Ground (EUPG) statt. Bei den Bridgestone-Streckentests wurden die technischen Daten des Fahrzeugs, einschließlich Batteriekapazität, Geschwindigkeit, Energieverbrauch und Reichweite, eingehend geprüft. All dies ist Teil einer komplexen Gleichung für die optimale Fahrzeugeffizienz. Und: Die Tests fanden laut Lightyear unter eher „suboptimalen Bedingungen“ statt. Heißt: Kälte und natürlich höhere Autobahntempi, auf die Stromer besonders anfällig reagieren – umso mehr, wenn man über 120 km/h hinausgeht!

Große Unterschiede zwischen 85 und 130 km/h

In Aprilia wurde die Geschwindigkeit jetzt auf 130 km/h erhöht (gegenüber 85 km/h bei früheren Tests) und fand bei viel kühleren Wetterbedingungen von etwa 10°C statt. Die Ingenieure maßen daraufhin einen Energieverbrauch von nur 141 Wattstunden pro Kilometer. Ein solcher Wert würde den Lightyear One zum effizientesten Auto auf dem Markt machen, das mit seiner relativ kleinen Batterie (60 kWh) laut Megan Parfitt, der Koordinatorin für Fahrzeugtests bei Lightyear, rund 1,5 Mal so weit käme wie das bisher effizienteste Fahrzeug. Die Tests haben gezeigt, dass das Auto trotz der suboptimalen Bedingungen mit einer Ladung über 400 Kilometer weit fahren kann. Das entspricht einer Strecke von Amsterdam nach Luxemburg bei Autobahngeschwindigkeit, und das bei jedem Wetter. "Wir werden die Geschwindigkeit des Fahrzeugs schrittweise erhöhen. Am Ende wird es 160 km/h schnell sein", erklärt Megan und fügt an:

„Wir erhöhen die Geschwindigkeit schrittweise, um die Sicherheit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass wir mit der Leistung des Fahrzeugs zufrieden sind.“

Beide Tests, in Aldenhoven und Aprilia, ergaben vielversprechende Zahlen. Bei 85 km/h und warmem Wetter fuhr das Auto mit einer einzigen Ladung fast neun Stunden am Stück (710 Kilometer). Bei dieser relativ niedrigen Geschwindigkeit verbrauchen die effizientesten Elektroautos etwa 50 % mehr Energie.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Mit diesen Tests optimierte man die Leistung des Fahrzeugs, aber auch das Fahrverhalten. Außerdem testete man jetzt mit zwei Personen plus 20 Kilogramm Gepäck. Und da das Leben nicht immer sonnig ist, wurden die Tests extra bei schlechtem Wetter geplant. Umso bemerkenswerter sind die jüngsten Ergebnisse des Prototyps in Bezug auf die Effizienz, da sie den Bedingungen im wirklichen Leben entsprechen.

Was bedeutet das?

Lightyear entwickelt sein Modell Stück für Stück zur Serienreife. Und zeigt, wie schwer es der Mercedes-Benz EQXX haben wird, sein 1000-Kilometer-Versprechen in Serie zu halten – wenn er erstmal mit 130 km/h im Winter unterwegs ist. Doch genau diese Schritte sind spannend und wichtig für die E-Mobilität. Das ist die Richtung, in die gedacht werden muss.

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