Lightyear hat größte Finanzierungsrunde abgeschlossen

Das niederländische Start-up hat mit 48 Millionen US-Dollar seine bisher größte Finanzierungsrunde abgeschlossen. Mit dem Kapital sollen die ersten Kundenfahrzeuge in Serie gehen und bis Ende 2021 ausgeliefert werden.

Die Kundenauslieferungen des Lightyear One sollen bis Ende November 2021starten. | Foto: Lightyear
Die Kundenauslieferungen des Lightyear One sollen bis Ende November 2021starten. | Foto: Lightyear
Gregor Soller

Lightyear will mit seinem Solarstromer noch 2021 in Produktion gehen. Man befinde sich nach eigenen Angaben in der letzten Phase bei der Findung eines Produktionspartners. Die Zeit drängt, denn ab Ende November sollen die ersten Fahrzeuge in Kund:innenhand gehen – die Finanzierung für den nächsten Schritt steht zumindest: Denn die letzte Finanzierungsrunde bringt gut 40 Millionen Euro in die Lightyear-Kassen. Angeführt wird die Runde von Zero Point Holding, hinter der eine Investmentgesellschaft einer Schweizer Familie stehen soll. Genaueres lässt sich leider auch im Netz nicht recherchieren. Lex Hoefsloot, CEO und Mitbegründer von Lightyear, freut sich:

„Diese Finanzierungsrunde wird uns helfen, die ersten Lieferungen zum Jahresende zu beschleunigen.“

Nun sind 40 Millionen Euro nicht viel Geld. Es könnte aber genügen für den nächsten Schritt, denn vom Lightyear One dürften wegen seiner exklusiven Konstruktion (Leichtbau plus Solarpaneele) nur geringe Stückzahlen entstehen, was heißt, dass keine hohen Werkzeugkosten anfallen dürften. Die ersten 100 Fahrzeuge wurden bereits seit 2019 zu einem Preis von 119.000 Euro verkauft, der reguläre Preis der „Serienmodelle“ liegt jedoch bei 150.000 Euro - vor Steuern. Und obwohl mittlerweile viele Fotos von dem Wagen in den USA existieren, wo man ebenfalls auf Promo-Tour ging, soll der „One“ vorerst nur in der EU, Norwegen und in der Schweiz ausgeliefert werden. Der aktuelle Preis soll noch bis Ende April gelten.

Bei der Vorstellung peilten die Niederländer wegen des großen Solarsystems bis zu 725 Kilometer Reichweite nach WLTP an. Der Verbrauch soll geringe 8,3 kWh/100 km betragen. So sollte ein „durchschnittlicher Fahrer in San Francisco“ 80 Prozent des Energiebedarfs des „One“ mit selbst erzeugtem Sonnenstrom abdecken können. Doch nach dem „One“ soll ein Modell für den Massenmarkt kommen, wozu Lightyear deutlich mehr Kapital benötigen wird. Denn mit Kleinserienmanufaktur lassen sich keine massenmarkttauglichen Preise erzielen. Dazu soll ebenfalls noch 2021 eine weitere Eigenkapitalfinanzierung starten.

Was bedeutet das?

Der Lightyear One ist eines der konsequentesten Solarautos, die es gibt. Das aus einer Studie und einem Uniprojekt hervorgegangene Fahrzeug dürfte zumindest in Kleinserie gehen und stellt wegen seiner (nötigen) Größe eine interessante und extrem effiziente Alternative in der Oberklasse dar. Allerdings ist der „One“ eher als Kleinserien-Versuchsballon geplant, der bis Ende 2021 starten soll. Umso spannender wird sein, was die Niederländer danach für den Massenmarkt planen.

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