LEVC plant „e-Camper“

Die London EV Company (LEVC) plant einen e-Camper mit britischem Wellhouse-Ausbau auf Basis des Van VN5, der nachhaltiges Reisen möglich machen und eine Art "grüner California" sein soll.

LEVC plan,t den VN 5 auch als Camper ab Werk anzubieten. | Foto: LEVC
LEVC plan,t den VN 5 auch als Camper ab Werk anzubieten. | Foto: LEVC
Gregor Soller

Schon bei der VN5-Präsentation in Coventry 2020 ließ LEVC-CEO Jörg Hofmann durchblicken, dass man um das Taxi TX und den Van VN5 noch diverse weitere Möglichkeiten plane, die Produktion zu erhöhen. Jetzt stellen die Briten noch als Skribble ihre Ideen zum Camper vor, der sich vom Innenraumschnitt vom britischen Spezialisten Wellhouse Leisure an VW T7 California und Co. orientiert. Wie beim VN5 kombiniert man die E-Maschine mit dem Konzern-Dreizylinder, der auf Langstrecken als Range-Extender beispringt. Der e-Camper basiert auf dem VN5 und bietet die gleiche rein elektrische Reichweite von 98 Kilometern. Mit dem Verbrennungsmotor sollen 489 Kilometer am Stück möglich sein.

Elektrisch in die Natur und dort elektrisch kochen

Die Möglichkeit des emissionsfreien Betriebs sorgt für eine geringe CO2-Bilanz und die Range-Extender-Technologie soll dafür sorgen, dass man unbesorgt auch abseits ausgetretener Pfade reisen kann, wo es keine oder nur eine begrenzte Ladeinfrastruktur gibt. Daneben könne man im emissionsfreien Modus arbeiten und ohne fossile Brennstoffe die integrierte elektrische Küchenzeile betreiben. LECV-CEO Jörg Hofmann erklärt dazu:

„Der Markt für Wohnmobile wächst schnell, und obwohl diese Fahrzeuge für Unternehmungen an Küsten und in Landschaften genutzt werden, die oft Nationalparks und Schutzgebiete einschließen, werden sie noch immer mit Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben. Das ist ein großer Widerspruch.“

Der neue e-Camper soll laut Hofmann hochwertige Ausstattungsmerkmale bieten, „die sich individuell an eine Reihe von Kundenanforderungen anpassen lassen.“ Damit will LEVC auch die steigende Nachfrage nach unabhängigem, autonomem Urlaub bedienen, ein Trend der sich nach LEVCs Einschätzungen durch die Coronavirus-Pandemie und den Wunsch nach nachhaltigerem Reisen eher noch beschleunigen dürfte. Großes Potenzial dafür sieht man natürlich auf dem Heimatmarkt Großbritannien und auf dem europäischen Festland. In Zusammenarbeit mit dem Camper-Spezialisten Wellhouse soll die Auslieferung des bereits im vierten Quartal 2021 starten.

Innen: Klassischer Schnitt und bis zu vier Schlafplätze

Innen bietet der e-Camper von LEVC neben der Küchenzeile ein Aufstelldach mit Schlafgelegenheit für zwei Personen und einen zentralen Klapptisch. Darüber hinaus verfügt er über eine Sitzbank in der zweiten Reihe, die nach dem Umklappen als zweites Doppelbett dienen kann. Die Sitze in der ersten Reihe lassen sich um 180 Grad drehen und die zweite Reihe nach hinten schieben, sodass genügend Platz zum Essen und für den ausklappbaren Tisch entsteht. Das Aufstelldach schafft Raum zum Stehen im Wohn- und Kochbereich, eine einzelne große Schiebetür erleichtert den Ein- und Ausstieg.

Außerdem soll sich der e-Camper mit Gepäckträgern für Outdoor-Freizeitaktivitäten wie Mountainbiken und Surfen ausstatten lassen. Zur Individualisierung soll es diverse Farben und Aluräder geben. Als Grundpreis visiert LEVC nicht ganz günstige 86.870 Euro, das sind exakt 73.000 Euro netto an.

Was bedeutet das?

Cooler kann man kaum campen – denn LEVC überträgt die Retro-Optik seines TX-Taxis auf den VN5 und macht daraus einen spannenden Camper. Schade nur, dass der immer noch auf den Range-Extender zurückgreifen muss, um wirklich lange Reichweiten zu erzielen, aber hinter den Kulissen, auch das verriet Hoffmann schon, arbeite man mittelfristig auch an einer rein elektrischen Version der LEVC Palette, die die Briten gerade zügig erweitern!

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