Leitner ConnX – Seilbahn-Fahrzeug-Hybrid im Testbetrieb

Die Weiterentwicklung von ConnX, der neuen „Hybrid-Lösung“ aus Seilbahn und selbstfahrenden Fahrzeugen, schreitet mit großen Schritten voran. Gemeinsam mit den slowenischen Experten von Elaphe testet Leitner die ungewöhnliche Mobilitätslösung derzeit intensiv im Test-Lab in Sterzing.

Vom Seil auf die Räder - und zurück. ConnX ist eine Hybrid-Lösung zwischen Seilbahn und Fahrmodul.| Foto: Leitner
Vom Seil auf die Räder - und zurück. ConnX ist eine Hybrid-Lösung zwischen Seilbahn und Fahrmodul.| Foto: Leitner
Thomas Kanzler

Die Fortschritte der Technik des Hybrid-Systems stimmten ihn positiv, erklärte der Technischer Direktor Klaus Erharter. Das Ziel, das patentierte System als Zukunftsmodell für den urbanen Verkehr in den kommenden zwei Jahren marktreif zu machen, sei greifbar.

Mit ConnX widmet Leitner seine Forschungs- und Innovationsressourcen einer zukunftsorientierten Lösung, die den Herausforderungen des urbanen Verkehrs eine neuartige Lösung bieten sollen. Durch die Kombination aus Seilbahntransport und dem Wechsel der Fahrzeuge auf bodengeführte Trassen soll es gelingen, die verschiedensten städteplanerischen Bedürfnisse zu erfüllen und bestehende infrastrukturelle Barrieren – wie etwa Gebäude oder Denkmäler – zu umfahren und zugleich topographische Unterschiede zu überwinden. Dabei erlaubt ConnX dank der Kombination aus Seilbahn und selbstfahrenden Fahrzeugen eine komfortable Fortbewegung, ohne dabei umsteigen zu müssen. Als duale Lösung bietet sich das System auch als „Missing Link“ zwischen verschiedenen Transportsystemen bzw. zwischen zwei Seilbahnen sowie als „Last Mile Connection“ für Personen und Güter an.

Intensive Testphase stimmt positiv

Gemeinsam mit dem slowenischen Fahrzeugentwickler Elaphe werden die jüngsten Weiterentwicklungen am System im Test-Lab in Sterzing intensiven Prüfungen unterzogen. Derzeit sind zwei Kabinen und zwei Fahrzeuge im Einsatz, die aufeinander abgestimmt ihre Runden ziehen, wobei die unterschiedlichen Prozesse getestet und optimiert werden. Dazu zählt zum Beispiel auch das Ein- und Aussteigen in der Station, wobei zwei Szenarien im Fokus stehen: Der komplette Stopp des Fahrzeuges in der Station sowie das Durchfahren der Haltestelle mit einer Geschwindigkeit von 0,3 Metern pro Sekunde. Beide Prozesse wie auch die Optimierung der Synchronisation der Fahrzeuge brachten positive Testergebnisse und bestätigten somit auch den aktuellen Projektplan.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Partnerschaft mit klarer Rollenverteilung

Einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Zwischenbilanz leistet dabei die Partnerschaft zwischen Leitner und Elaphe. Die slowenischen Entwickler sind Experten für in-wheel-Motoren, somit bringt Elaphe genau jene Kernkompetenz mit, die es für die Entwicklung der Fahrzeuge für den terrestrischen Transport braucht.

„Wir wollen neue multimodale Konzepte entwerfen, die die Welt braucht, um die Herausforderungen im urbanen Umfeld zu lösen und den Komfort des öffentlichen Verkehrs zu steigern und diesen noch attraktiver zu gestalten“, beschreibt Luka Ambrozic, Marketingdirektor von Elaphe, die gemeinsame Vision.

Öffentliches Interesse an der Hybrid-Seilbahn

Im engen Zusammenwirken und der klaren Aufgabenteilung zwischen Fahrzeug- und Seilbahntechnik ist es bisher gelungen, die diversen komplexen Fragestellungen zu lösen und damit auch zeitlich auf Kurs zu bleiben.

„Motivierend ist dabei auch das enorme öffentliche Interesse an der neuen Lösung. Dieses wirkt für das gesamte Team wie ein zusätzlicher Motivations-Turbo. So wie wir selbst können es bereits viele Menschen kaum noch erwarten, das System außerhalb des Test-Labs live im Einsatz zu sehen – läuft alles weiterhin nach Plan, wird dieser Traum in zwei Jahren Realität sein“, erklären Klaus Erharter und Head of Electrical Engineering Günter Tschinkel, die sich mit ihren Teams Schritt für Schritt dem großen Ziel nähern.

Was bedeutet das?

Die Technik ist faszinierend. Inwieweit sich die Technik durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Noch fährt die Kabine am Boden auf eigenen Straßen, was in vielen Städten vor unlösbare Platzprobleme stellen wird.

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