Land Rover bringt Evoque und Discovery Sport als PHEV

Bereits 2019 wurden die britischen "Kompakt"-SUV als Plug-in-Hybride angekündigt, jetzt gehen sie in Serie.

Angesteckt: Der Evoque als 309 PS starker Plaug-in-Hybrid. | Foto: Land Rover
Angesteckt: Der Evoque als 309 PS starker Plaug-in-Hybrid. | Foto: Land Rover
Gregor Soller

Auch Land Rover kombiniert wie Volvo einen Reihendreizylinder mit einer Elektromaschine. Der leichte Aluminiummotor wurde im eigenen Haus entwickelt, konstruiert und produziert und ist 37 Kilogramm leichter als die Vierzylinderversion. Dabei leistet der 1,5-Liter Dreizylinder 200 PS und dazu kommen 109 PS vom Elektromotor als Hinterachsantrieb. Das Drehmoment gibt man mit üppigen 540 Newtonmetern an. Rein elektrisch sollen beide Modelle, die als „P300e“ bezeichnet werden, bis zu 64 (Disco Sport) respektive 68 Kilometer (Evoque) weit kommen. Verkleinerung und Leichtbau ermöglichen auch einen niedrigen CO2-Ausstoß von 43 g/km beim Evoque und 46 g/km beim Discovery Sport. Als Getriebe nutzt man die neue Acht-Stufen-Automatik von ZF. Der Evoque soll in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 km/h sprinten, der Discovery soll das in 6,6 Sekunden schaffen. Rein elektrisch können beide bis zu 135 km/h schnell fahren. Der kombinierte Verbrauch beträgt nach WLTP 1,9 Liter auf 100 Kilometer beim Evoque und 2,0 Liter auf 100 Kilometer beim Discovery Sport. Der 15-kWh-Lithium-Ionen-Akku unter den Rücksitzen soll mit CCS in 30 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können.

Der Fahrer kann zwischen drei Fahrmodi wählen. Im Hybrid-Modus, der als Standard-Einstellung gesetzt ist, findet die Steuerung automatisch die bestmögliche Kombination aus Benzin- und Elektroantrieb für die jeweilige Fahrsituation. Dazu nutzen die Briten auch die Navidaten: Sobald ein Ziel in das Navigationssystem eingegeben wird, nutzt die prädikative Energieoptimierungsfunktion (PEO) Navi- und GPS-Daten, um die Effizienz und den Komfort zu optimieren. Im EV-Modus rollen die Rovers rein elektrisch und im „Save-Modus“ wird Strom gespart, indem hauptsächlich der benziner arbeitet. Der elektrische Hinterachsantrieb bezieht seine Energie aus 84 prismatischen Zellen, die in sieben 50-Ah-Modulen mit je zwölf Zellen zusammengefasst sind. Ein sechs Millimeter dickes Stahlgehäuse soll den Akku gegen äußere Einflüsse schützen. Das Modul haben die Ingenieure innerhalb der Integral-Hinterachse verbaut. Unter den Vordersitzen befindet sich die Hochvolt-Verteilerbox, die aus einem Spannungswandler für das Bordnetz und einem 7-kWh-Bordladegerät besteht. Letzteres ist dazu da, um per Ladekabel Energie aus dem Stromnetz zu beziehen.

Auch bei den Bremsen legten die Briten nach: Anstelle des herkömmlichen Hydraulik-Bremssystems verfügen Evoque und Discovery Sport als Plug-in-Hybride über ein neues Brake-by-Wire-System, das nahtlos zwischen regenerativem Bremsen und konventioneller Reibungsbremse wechseln soll. Bei regenerativen Bremsen können bis zu 0,2 g Verzögerung erreicht werden. Die kinetische Energie wird im Schubbetrieb zur Ladung der Akkus verwendet. Mittels der Systeme soll der Fahrzeugschwerpunkt um sechs Prozent gesunken sein und man hat nebenbei die Gewichtsverteilung optimiert.

Wenn ein Ladevorgang erforderlich ist, kann der 15-kWh-Akku an einer öffentlichen 32-kW-Schnellladesäule in 30 Minuten von null auf 80 Prozent geladen werden. Zu Hause dauert der Ladevorgang 1,24 Stunden an einer speziellen 7-kW-Wallbox oder 6,42 Stunden mit Haushaltsstrom. Per Smartphone-App lässt sich der Ladestatus des Akkus überwachen oder der Wagen für die nächste Fahrt vorbereiten. Integriert wurde auch ein Ladetimer, mit dem man zu Schwachlastzeiten günstiger laden kann. Ebenfalls usus: Akku und Innenraumtemperatur mittels der App vorkonditioniert werden.

Was bedeutet das?

Das war wichtig: Auch Jaguar Land Rover benötigt unbedingt Plug-in-Hybride und setzt hier gleich mal auf vergleichsweise große Akkus und starke Motoren, unter anderem auf einen um einen Zylinder gekappten Ingenium-Reihendreizylinder. Das sorgt für viel Kraft und große elektrische Reichweiten, ordnet die Autos aber auch hier als eher teure Topmodelle am oberen Ende ihrer Range ein.  

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