Meinungsbeitrag

Laden? Lieber mit Kreditkarte. (Folge 2: Aber kontaktlos)

Hoppla, die letzte Kolumne hat offenbar besonders viele blanke Nerven getroffen. Die zahllosen Rückmeldungen zeugen von einem kleinen Erdbeben, das mit der pointierten Meinung zum E-Laden per Kreditkarte ausgelöst wurde.

Christoph Erni, CEO und Gründer der Juice Technology AG, plädiert für Zahlungsmöglichkeiten mit Kreditkarten. Und hat dazu auch konkrete Ideen und Vorschläge. | Foto: Juice Technology AG
Christoph Erni, CEO und Gründer der Juice Technology AG, plädiert für Zahlungsmöglichkeiten mit Kreditkarten. Und hat dazu auch konkrete Ideen und Vorschläge. | Foto: Juice Technology AG
Redaktion (allg.)

Interessant ist, dass es nur schwarz und weiß gibt – keine Zwischentöne. Entweder wurde in Voten die Ladezahlung per normaler Kreditkarte konsequent abgelehnt, bekämpft und mit amüsant zu lesenden Beleidigungen unterstrichen. Die lustigste davon war: «Kreditkarte mit K wie Sie Kuhschweizer». Wobei ich hier mal mit Stolz betonen möchte, dass mein geliebter Großvater Wilhelm Deutscher war (mit D wie die ebenfalls zu integrierende Debitkartenzahlung).

Oder – und das dürften vor allem die Fahrer, die Nutzer, die Konsumenten sein – es wurde der Notwendigkeit Nachdruck verliehen, dass wir endlich die Hürden für die E-Mobilität weiter senken sollen. Dabei, so waren sich alle Befürworter einig, steht ein einfaches und allgegenwärtiges Zahlungsmittel an erster Stelle.

Interessant sind aber damit verbundene Nachfragen zur technischen Umsetzung. Deshalb hier gern fünf Präzisierungen, wie Kreditkartenzahlung (mit K, wie Sie wissen schon …) umgesetzt werden soll, damit die Nutzung ein Vergnügen wird:

Erstens sollten die Ladestationshersteller ausschließlich auf berührungslose Kartenleser setzen. Das vereinfacht die Bedienung und vermeidet Ausfälle wegen kaputter Einzugsmotoren oder vandalisierter Kartenschlitze.

Zweitens braucht es dazu natürlich ein Zahlenfeld oder ein Display, damit der künftig auch bei Kleinbetrag-NFC-Zahlung aus Missbrauchsprävention immer wieder verlangte Code einfach eingegeben werden kann.

Drittens benötigt die Station ein Display, damit man übersichtlich und vom ersten Moment an die Preise und am Schluss eine ordentliche Quittung anzeigen kann – die nicht nur per Handy fotografiert, sondern hoffentlich auch per Toucheingabe als SMS oder E-Mail versandt werden kann.

Viertens sollte an jedem Ladepunkt eine Zahlstelle verfügbar sein, damit man nicht zuerst über den halben Parkplatz spazieren muss, nur um dann zurück beim Auto festzustellen, dass die Freischaltung fehlgeschlagen ist.

Und fünftens braucht es eine clevere Software, die beim Ausstecken am Auto sofort automatisch und Cent-genau abrechnet. Ohne, dass nochmals eine Karte vorgehalten werden muss und ohne, dass man über eine App irgendwas eingeben, abbrechen oder rückfordern muss.

Eigentlich alles logisch. Einfache Zahlung mit bestehenden Zahlungsmitteln. Mit Z wie Zukunft.

 

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