Lada plant e-Largus

Wegen des Überfalls auf die Ukraine hat AvtoVAZ - die Konzernmutter von Lada - aktuell große Probleme, überhaupt Autos zu produzieren und auszuliefern. Trotzdem plant man auch dort eine elektrische Zukunft.

Lada hat den Prototypen eines Elektro-Largus präsentiert. | Foto: Avto VAZ
Lada hat den Prototypen eines Elektro-Largus präsentiert. | Foto: Avto VAZ
Gregor Soller

Nach der erzwungenen Trennung von Renault stand Lada plötzlich ohne wichtige Elektronikkomponenten da: So soll erst kürzlich die Produktion des Verbrenners Granta wieder angelaufen sein, aktuell dann halt ohne ABS, Airbags und andere Detailfunktionen.

Umso erstaunlicher ist deshalb die geplante Transformation des einst als Dacia Logan konzipierten Verbrenners zum Lada e-Largus. Die erste Generation des Dacia Logan LCV stand auf der B0-Plattform von Renault-Dacia, die 2004 eingeführt wurde – also gerade „erwachsen“ wird und gut abgehangen ist. Auf dieser sind Modelle wie der Dacia Duster der ersten Generation, der Nissan Kicks, der Mahindra Verito Vibe und der Lada Xray entstanden.

Die E-Version bleibt beim Frontmotor, aber der alten Basis, die Lada nun zum E-Auto umstricken will. Die Akkus will man in den Boden packen. Sogar CCS-Laden soll möglich sein – das sieht man jedenfalls an der Ladebuchse der Explosionszeichnung.

Mit technischen Daten spart Lada: Es existieren  Prototypen der Van- und verglasten Version, die fünf- und siebensitzig kommen soll. Die Reichweite soll bis zu 400 Kilometer betragen – real dürften eher 250 plus minus x sein. Erste Prototypen sollen 2023 auf die Straße kommen. Bis zur Serienreife dürften weitere Jahre ins Land gehen.

Was bedeutet das?

Dass ausgerechnet Lada ein eigenes Elektroauto entwickelt, erstaunt – gilt Russland doch als gar nicht elektroaffin und besitzt viel Öl. Wie viel einfacher hätte man sich bei Renault bedienen können, hätte Putin nicht diesen unnötigen Krieg vom Zaun gebrochen. Er wirft auch Lada wieder um Jahrzehnte zurück, wo man jetzt eine im Grunde 20 Jahre alte Grundkonstruktion umständlich zum Stromer umstricken muss. Wobei die raumeffiziente Basis des Dacia Logan als günstige Basis gar nicht so ungeeignet ist, um einen günstigen Stromer zu erstellen – Platz nach oben hat er ja.

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