Kosten: BEM sieht E-Autos deutlich unter Verbrennerniveau

Auch für Normalverdiener sei die E-Mobilität mittlerweile erschwinglich. Modelle wie der Opel Corsa-e führen unter Verbrenner-Niveau, neben der Prämie durch geringere Gesamtbetriebskosten.

Vor allem elektrische Kleinwagen treiben die von Herstellern wie PSA beworbene "Demokratisierung" der Elektromobilität voran, wie auch der BEM betont. | Foto: J. Reichel
Vor allem elektrische Kleinwagen treiben die von Herstellern wie PSA beworbene "Demokratisierung" der Elektromobilität voran, wie auch der BEM betont. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der Bundesverband eMobilität hat zu Jahresbeginn  hingewiesen, dass Elektroautos mittlerweile nach eigenen Berechnungen deutlich unter dem Kostenniveau der Verbrenner-Pendants liegen. Zudem sei die E-Mobilität keineswegs eine Technologie für Besserverdiener, betonte der Verband. Der wachsende Anteil von Elektrofahrzeugen auf Deutschlands Straßen rücke die Frage der Preise und Kosten für den eigenen Pkw immer stärker in den Mittelpunkt. Während Endverbraucher beim Verbrennungsfahrzeug oftmals nur den Einkaufspreis analysieren, lohne bei der Elektromobilität der Vergleich der kompletten Kostenbelastung im sogenannten TCO (Total Cost of Ownership), so der Verband. Nach dessen Berechnungen gewinnen die E-Autos den Vergleich bei typgleichen Modellen und unterbieten die Verbrenner-Pkw in den Unterhaltskosten deutlich.

Neben dem staatlichen Umweltbonus für E-Autos und der drohenden Abgabenlast für CO2 emittierende Fahrzeuge durch die steigende Kfz-Steuer und steigenden Spritpreisen, seien auch die geringeren Verbrauchskosten und der niedrige Wartungsaufwand ein starkes Argument. Bei einem Kleinwagen wie dem Opel Corsa komme das Modell mit Elektro-Antrieb nach acht Jahren Nutzungsdauer und 15.000 Kilometer Jahreslaufleistung in den Gesamtkosten um fast 7.000 Euro günstiger als der herkömmliche Benziner. Im Bereich der Mittelklassefahrzeuge sieht man die Differenz ebenfalls als beachtlich an. Beim Vergleich der leistungsähnlichen Skoda-Fahrzeuge betrage der Kostenvorteil des jüngst vorgestellten Elektro-SUV Enyaq gut 12.000 Euro zum vergleichbaren Verbrenner-Modell Kodiaq. Mit den Berechnungen will der BEM zudem Behauptungen entgegentreten, die Elektromobilität sei nur für Besserverdiener und fördere eine soziale Spaltung.

„Wir haben schon viele abwegige Argumente gegen die Elektromobilität gehört, die sich beim genaueren Hinsehen in Luft auflösen“, kommentierte BEM-Präsident Kurt Sigl die Zahlen.

Mit den guten Rahmenbedingungen eröffnet sich nach Ansicht des Verbandes die Chance zur breiten gesellschaftlichen Öffnung. Nach den Unternehmen könnten auch Pendler von den Kostenvorteilen profitieren, glaubt Sigl. Umso wichtiger sei daher der Ausbau der privaten und öffentlichen Ladeinfrastruktur, von Schnell-Ladesäulen und die Verständigung auf europäisch einheitliche Technik-Standards und Bezahllösungen, appelliert der Verbandschef weiter.

Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass 80 Prozent der eAuto-Fahrer ihr Fahrzeug von Zuhause aus laden, wobei der übliche Heimstromtarif fällig wird. Für das externe Laden ist der gegenwärtige Mittelwert zwischen dem EnBW DC Tarif von 0,49 Euro je kWh und den knapp 0,80 Cent von IONITY als Kalkulationsgrundlage gewählt worden.

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