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Kommentar zur Los Angeles Auto Show: Wichtiger, aber wenig zukunftsweisend

Die L.A. Autoshow gewann an Bedeutung für Weltpremieren, bleibt für kalifornische Verhältnisse aber sehr konservativ und blass.

Noch Zukunftsmusik: Dietmar Exler, President & CEO von Mercedes-Benz USA kündigt die Fertigung von weiteren EQ-Modellen in den USA an. | Foto: Daimler
Noch Zukunftsmusik: Dietmar Exler, President & CEO von Mercedes-Benz USA kündigt die Fertigung von weiteren EQ-Modellen in den USA an. | Foto: Daimler
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Gregor Soller

Kalifornien ist so schizophren wie US-Präsident Trump: Während im Silicon Valley die Zukunft gemacht und gestartupped wird, zeigt man in L.A. die Vergangenheit oder allenfalls „noch Aktuelles“: Große Verbrenner-Pickups mit fetten V8, dazu den nagelneuen Jeep Wrangler, ebenfalls nur mit Verbrennern. Und auch Daimler, Nissan oder Mazda elektrifizierten eher minimal bis gar nicht. Da muten der geliftete BMW i8 samt neuer Roadsterversion und der zeitweise abgesperrt(!?) präsentierte Tesla 3 schon fast futuristisch an.

Zwar wurde L.A. wegen seinem Blingbling-Faktor analog zu Genf wichtiger, doch eben nur, was diesen Blingbling-Faktor angeht. Wirkliche Zukunftstechniken oder –visionen überlässt man weiter kleinen Spezialmessen und ebenso kleinen Anbietern. Der kleine L.A.-Hype ist umso verwunderlicher, als sämtliche anderen großen Pkw-Messen wie die IAA in Frankfurt, Tokyo, Paris oder Detroit gerade massiv auf dem Prüfstand der Autoindustrie stehen – um dann in L.A. weitgehend Premieren-Pillepalle zu präsentieren?

Ja, tatsächlich leben wir in disruptiven Zeiten, in denen man das Neue nicht tun kann, ohne das Alte zu lassen, sprich: Die Elektrifizierung und Autonomisierung des Verkehrs wird noch auf sich warten lassen. Ebenso wie komplett neue Messe- und Präsentationsformate. Trotzdem wäre gerade die L.A. Autoshow eine Chance gewesen, hier etwas „Neues“ zwischen CES und Detroit zu etablieren – was leider im Blingbling-Blitzlichtgewitter versäumt wurde. Insofern darf man auf die CES in Las Vegas sowieso und auch Detroit (wieder ein bisschen) gespannt sein.

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