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Klimaschädlich und platzraubend: IEA-Chef fordert Sanktionen für SUV

Kontraproduktiver Trend: Jeder zweite Neuwagen war 2023 ein SUV. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur appelliert an die Staaten, den Trend mit Regulierungen einzudämmen. Denn er schadet dem Klima und unterminiert die Mobilitätswende. 20 Prozent Mehrverbrauch. Paris stimmt über höhere Parkgebühren ab.

Platz- und ressourcenraubend: Gegen einen BMW X5 wirkt der auch schon stattliche ID.3 wie ein Kleinwagen. Der IEA-Chef fordert die Staaten auf, die SUV-Flut einzudämmen. Die Fahrzeuggattung macht in Europa über 50 Prozent der Verkäufe aus. Und verbraucht im Schnitt 20 Prozent mehr Energie als Limousinen. | Foto: J. Reichel
Platz- und ressourcenraubend: Gegen einen BMW X5 wirkt der auch schon stattliche ID.3 wie ein Kleinwagen. Der IEA-Chef fordert die Staaten auf, die SUV-Flut einzudämmen. Die Fahrzeuggattung macht in Europa über 50 Prozent der Verkäufe aus. Und verbraucht im Schnitt 20 Prozent mehr Energie als Limousinen. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Der Vorsitzende der Internationalen Energie-Agentur IEA Fatih Birol hat die Staaten dazu aufgerufen, gegen den klimaschädlichen SUV-Trend Maßnahmen zu ergreifen. "Es ist von entscheidender Bedeutung, die Probleme zu lösen, die sie in Bezug auf den zusätzlichen Energiebedarf, den beanspruchten öffentlichen Raum und die zusätzliche Gefährdung von Fußgängern mit sich bringen", erklärte der türkische Wirtschaftswissenschaftler gegenüber der französischen Zeitung Les Èchos in Paris. Er appellierte, die Staaten sollten Kunden vom Kauf abraten und mit Regulierung eingreifen, etwa mittels höherer Besteuerung oder Parkgebühren.

"Wenn man den Verkehrssektor im Allgemeinen betrachtet, sieht man zwei sehr starke Trends: die zunehmende Bedeutung von Elektrofahrzeugen, aber auch den immer wichtigeren Platz, den SUV einnehmen", skizzierte Birol.

Laut IEA machten SUV mit 48 Prozent fast die Hälfte aller weltweiten Neuwagenverkäufe aus, in Europa sogar über 50 Prozent. Aufgrund höheren Gewichts und schlechterer Aerodynamik würden SUV allerdings im Durchschnitt 20 Prozent mehr CO2 ausstoßen als Limousinen. Die Stadt Paris lässt am Sonntag via Bürgerbefragung ermitteln, ob es höhere Parkgebühren für SUV geben soll, die in dreifacher Höhe liegt. Sondertarife von 18 Euro pro Stunde im Zentrum und 12 Euro in den Außenbezirken sollen die Folgen der SUV eingrenzen. Zugleich will die Kommune eine Botschaft an die Hersteller senden, die mit dem margenträchtigeren Verkauf der Stadtgeländewagen die Mobilitätswende konterkariert.

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