Kleiner ist keiner: Opel Rocks-e, zieh' Dich warm an, hier kommt Birò

Der Birò ist ein vierrädriges Elektrofahrzeug mit zwei Sitzplätzen nebeneinander. Noch kürzer als der Rocks-e kommt der City-Flitzer jetzt auf den deutschen Markt.

City-Flitzer aus Italien. Der Hersteller Estrima baut sonst hauptsächlich Kabinen.| Foto: Estrima
City-Flitzer aus Italien. Der Hersteller Estrima baut sonst hauptsächlich Kabinen.| Foto: Estrima
Thomas Kanzler

Als zweisitziges, vierrädriges Fahrzeug der Leichtfahrzeugklasse L6e darf der Kleine in Europa mit der Fahrerlaubnis M (oder höherwertig) und ab einem Alter von 16 Jahren gefahren werden. Die Version Bolt hat mehr Power und schafft 60 km/h und wird in der Klasse L7e eingestuft.

Minimalistischer Zwerg

Die Konstruktion ist konsequent minimalistisch aufgebaut was nicht nur das Verhältnis von Innenraum zum Gesamtvolumen angeht. Mit gerade mal 175 Zentimetern Länge ist der Birò deutlich kürzer als viele aktuelle PKWs breit sind, und auch knapp 70 Zentimeter kürzer als ein Opel Rocks –e. Der Birò verfügt über 4kW maximale Antriebsleistung und eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Die Bolt-Version schafft 60km/h. Ein Stahlrohrrahmen und Überrollbügel umgeben die Fahrzeugkabine und sorgen für die nötige Steifheit und Aufprallschutz für die Insassen.

Estrima Zulieferer der Bau – und Landwirtschaftsbranche

Die Estrima SRL mit Sitz in Pordenone in Italien wurde 2008 gegründet. Der Konzern fertigt Fahrzeug Kabinen für landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge und Baufahrzeuge. 2009 wurde schon der erste Birò vorgestellt. Das Kleinstfahrzeug wurde zu Preisen zwischen 12.000 und 17.500 Euro angeboten. In einigen Metropolregionen wie Barcelona und Amsterdam verkauften sich einige der Micro – Mobile, der große Durchbruch blieb allerdings aus. So wurde die Produktion 2013 ausgesetzt. In entscheidenden Punkten verbessert starteten die Italiener 2016 einen Neuanfang. Seit 2019 wird der internationale Absatz wieder forciert und das Händlernetz ausgebaut.

Technisch interessante Konstruktion

Zwei Radnabenmotoren an der Hinterachse werden von zwei separaten Controllern angesteuert. So muß Estrima kein Getriebe oder Differential verbauen. Die ersten Biròs fuhren noch mit 48 Volt Systemspannung und in Reihe geschalteten 12 Volt Bleibatterien. Die aktuellen Modelle verfügen über Lithium-Akkus und 44,4 Volt. Der Rocks-e wird konventionell über  E-Motor und Differential an den Vorderrädern angetrieben.

Mit Bolt – Paket auf allen städtischen Straßen fahren

Mit dem Bolt Pack ist auch der innerstädtische Schnellverkehr, dank der Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h, leicht zu bewältigen. Mit zwei 1,9 kW Elektromotoren ausgestattet ist der Birò mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h in den engen und verstopften Straßen der Innenstadt das perfekte Fahrzeug, sondern auch ideal für den Verkehr auf Umgehungsstraßen oder im Schnellverkehr. Mit einer Batterieladung können Sie 90 Kilometer bewältigen.

Kleiner Transporter

Im Work Paket ist hinter den beiden Sitzplätzen eine Box verbaut. Box ist für alle gedacht, die einem modularen Multifunktionskofferraum benötigen, um jederzeit alles transportieren zu können: Kartons, Kleidung, Dokumente oder sperrige Gegenstände. Die maximale Zuladung beträgt 100 Kilogramm, die Kapazität beträgt etwa 300 Liter. Das Fahrzeug wird durch den extra Koffer 8 Zentimeter länger.

Ab Sommer bestellbar

In diesem Sommer ist der Estrima Birò bei einem ausgewählten Händlernetz bestellbar. Bei rund 10.700 Euro gehen die Preise los. Ausgestattet wird der winzige Stromer entweder mit einem festverbauten Akku für etwa 100 Kilometer Reichweite oder alternativ mit einem kleineren herausnehmbaren Batteriepaket mit einer Reichweite von 55 Kilometern. Sehr gering ist der Energiebedarf des Birò: zwischen 4 und 5 Kilowattstunden pro 100 Kilometer soll der City-Floh verbrauchen.

Was bedeutet das?

Kleiner als der Rocks-e und – das wird für viele entscheidend sein –  mit dem Bolt –Paket und 60 km/h Höchstgeschwindigkeit auch als vollwertiges Stadtfahrzeug einsetzbar. Leider wirkt der kleine Italiener ein wenig wie ein E-Rollstuhl mit Kabine – beim Design und beim Preis liegt der Opel noch vorne.

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