Kia plant große Elektrooffensive

Im „Plan S“ hat Kia elf reine Elektromodelle bis zum Jahr 2025 angekündigt. Bis 2025 soll auch ein Viertel des Umsatzes mit „umweltfreundlichen Fahrzeuge“ erwirtschaftet werden.

Kia stellte seinen großen Elektrifizierungsplan, genannt Plan "S", vor. | Foto: Kia
Kia stellte seinen großen Elektrifizierungsplan, genannt Plan "S", vor. | Foto: Kia
Gregor Soller

Nachdem es bei Kia im letzten Vierteljahr kommunikativ etwas ruhiger war, sorgte Kia-CEO Han-Woo Park jetzt für den ersten großen Aufschlag des Jahres: Sein Unternehmen möchte bis Ende 2025 insgesamt 29 Billionen Won (das sind rund 22,5 Milliarden Euro) in seinen „Plan S“ investieren, mit Elektroantriebe massiv an Bedeutung gewinnen werden. Entsprechend stark ist auch Han-Woo Parks Ankündigung:

„Angesichts der turbulenten Veränderungen in der Autoindustrie bietet sich Kia Motors heute auch die Gelegenheit, sich radikal in ein globales Unternehmen zu verwandeln, das sich auf Innovationen spezialisiert hat, die auf den Kundennutzen abzielen.“

Beim „Plan S“ will Kia den Schwerpunkt von Verbrennungsmotoren hin zu Elektroantrieben vorantreiben und spricht dabei von einer „vorbeugenden und unternehmerischen Verlagerung“. Dazu sollen „maßgeschneiderte Mobilitätslösungen“ kommen. Dazu gehören auch konkrete Pläne für Marktanteile, die man mit den Stromern weltweit (ohne den chinesischen Markt) holen möchte: Mit den neuen Modellen möchte Kia einen Anteil von 6,6 Prozent am globalen Markt für Elektrofahrzeuge holen. Bis 2026 will Kia jährlich global 500.000 reine E-Autos verkaufen, dazu kommen eine Million „umweltfreundliche“ Fahrzeuge mit Hybrid- und Plug-in-hybrid.

Den Auftakt zum Plan S macht auch das erste Modell auf der neuen Elektro-Konzern-Plattform „e-GMP“ - ein Elektroauto mit 800-Volt-Technik. Dabei wird es sich um ein Mittelklassemodell handeln, dass sich optisch an die im März 2019 gezeigte Studie „Imagine by Kia“ orientiert. Parallel dazu werden Niro und Soul weiterlaufen, denn Kia plant neben den „dezidierten“ E-Autos auch weiter „derivative“ Modelle mit differenzierten Preisen und Spezifikationen. Damit dürfte Kia sein E-Programm zumindest zwischenzeitlich „splitten“ zwischen 800-Volt-Modellen auf der neuen Plattform und günstigeren „400-Volt-Derivaten“. Dazu würde das ebenfalls angekündigte neue „Markensystem“ passen, das man im Detail noch austüftelt.

Konkretere Angaben zu den geplanten elf Fahrzeugen gab es noch nicht, auch nicht, wie viele dieser Modelle auf welchen Märkten erscheinen werden – denn die Kia-Programme in Asien, Europa und Amerika unterscheiden sich teils massiv.

Was bedeutet das?

Zum Jahresanfang 2019 fuhr Kia in Sachen Elektrifizierung groß auf, dann wurde es etwas ruhiger um Kias weitere Zukunft – doch jetzt haben die Koreaner wieder nachgelegt: Mit einer starken und konkreten Ansage!

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