Kia: Neuausrichtung auf E-Fahrzeuge und Mobilitätslösungen

Die Hyundai-Tochter stellt ihren Fahrplan für Neuausrichtung vor. Dabei sollen Elektrofahrzeuge und Mobilitätslösungen im Mittelpunkt stehen. Geplant ist eine Palette mit elf Elektromodellen, inklusive sieben reinen EVs bis 2026. Ein erstes Spezialfahrzeug (PBV) soll 2022 kommen, auch für den Lieferverkehr.

Große Pläne: Kia-CEO Ho Sung Song legte nach den ersten Ankündigungen bei einem Investorentag in Seoul gleich nochmal nach zu den umfassenden Plänen der Marke. | Foto: Kia
Große Pläne: Kia-CEO Ho Sung Song legte nach den ersten Ankündigungen bei einem Investorentag in Seoul gleich nochmal nach zu den umfassenden Plänen der Marke. | Foto: Kia
Johannes Reichel

Die koreanische Hyundai-Tochter Kia hat auf einem digitalen Investorentag in Seoul ein Update seiner künftigen Geschäftsstrategie „Plan S“ präsentiert. Vorgestellt wurde die ambitionierte Aktualisierung des mittel- bis langfristigen Fahrplans von Ho Sung Song, Präsident und CEO der Kia Corporation. „Kia wird im Jahr 2021 mit neuem Logo, neuem Design und neuem Firmennamen wiedergeboren“, kündigte Song an. Man wolle sich in eine Marke verwandeln, die Kunden mit innovativen Mobilitätserfahrungen begeistert und inspiriert. Mit der Transformation werde das Unternehmen sein Geschäftsportfolio verbreitern, um das gesamte Ökosystem der Mobilität neu zu definieren, beginnend mit dem Übergang vom Verbrennungsmotor (Internal Combustion Engine, ICE) zur Elektrifizierung. Die aktualisierte „Plan S“-Strategie fußt auf drei zentralen Säulen: Vorantreiben des Übergangs zum Elektrofahrzeug (EV), Stärkung des Geschäfts mit Spezialfahrzeugen (Purpose-built Vehicle, PBV) und Ausbau zukünftiger Mobilitätsdienste.

Erstes Kia-BEV mit Level-2-Fahrerassistenz

Bis 2030 werden 40 Prozent des Kia-Gesamtabsatzes auf umweltfreundliche Fahrzeuge wie Elektro-, Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle entfallen, wobei in diesem Bereich ein Jahresabsatz von 1,6 Millionen Einheiten angestrebt wird. In dem Zusammenhang plant Kia seinen Absatz von Elektrofahrzeugen bis 2030 auf 880.000 Einheiten zu steigern und damit zu einem globalen Topseller zu werden. Beginnend mit der Markteinführung des ersten ausschließlich für den Elektroantrieb entwickelten Fahrzeugs in diesem Jahr will der Anbieter seine EV-Palette bis 2026 um elf neue Modelle verstärken – sieben dedizierte Elektrofahrzeuge auf der neuen Plattform E-GMP (Electric-Global Modular Platform) und vier Elektroversionen bestehender Modelle mit Verbrennungsmotor. Die E-GMP-basierten Elektrofahrzeuge sollen hinsichtlich Reichweite, Fahrleistungen, Raumangebot und Technik neue Maßstäbe setzen. Sie werden über intelligente Anwendungen verfügen wie eine erweiterte Audio-Video-Navigations-Telematik (AVNT), Over-the-Air-Funktionen (OTA) und Feature-on-Demand-Services (FoD), verspricht man.

Das erste dedizierte Kia-EV mit dem Codenamen CV wird mit HDA2-Technologie (Highway Driving Assist Level 2) ausgestattet sein. Ab 2023 werden die Elektrofahrzeuge der Marke mit dem Highway Driving Pilot (HDP) ausgestattet sein, einer entscheidenden Entwicklung für das autonome Fahren auf Level 3, kündigt man weiter an. Weitere Details und Spezifikationen zum „CV“ werden im nächsten Monat bekanntgegeben.

Für alle Zwecke liefern: Stärkung des PBV-Geschäfts 

Sein erstes PBV will die ambitionierte Marke 2022 vorstellen, weitere Spezialfahrzeuge sollen je nach Marktbedarf eingeführt werden. Das Unternehmen strebt bis 2030 einen Jahresabsatz von einer Million Einheiten an, um eine weltweit führende Position im PBV-Markt zu erreichen. Zu diesem Zweck werde man auf Basis seiner speziellen PBV-Skateboard-Plattformen eine Vielfalt an Fahrzeugen entwickeln. Der Hersteller plant, sein PBV-Geschäft durch offene Innovation weiter auszubauen. In Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen sollen dadurch sowohl Mikro- als auch Großplattformen für die Bereiche unbemannte Zustellung und E-Commerce entwickelt werden. Auch seine eigenen, hoch skalierbaren „Small Board“-Plattformen und -Technologien wird Kia weiterentwickeln, da das Unternehmen von einer weltweit steigenden Nachfrage nach diesen Services ausgeht.

Mobilitätsdienste: EV-basiertes Abo-Sharing mit Sixt

Bei den Mobilitätsdiensten wolle man sich durch deren zielgenaue Ausrichtung und die Fokussierung auf Kernbereiche vom Wettbewerb absetzen. Im Bereich des Endkundengeschäfts (Business-to-Consumer, B2C) werde man bestehende Dienste ausbauen. In Spanien wird WiBLE, das Carsharing-Service-Flaggschiff des Unternehmens, durch WiBLE Más und WiBLE Empresas (vorläufige Bezeichnungen) erweitert. Der Fahrzeugnutzungsservice „KiaMobility“, der im September letzten Jahres als Pilotprojekt in Italien und Russland gestartet ist, soll in weiteren europäischen Märkten eingeführt.

Im Geschäft mit staatlichen Institutionen (Business-to-Government, B2G) und Unternehmen (Business-to-Business, B2B) will die Marke einen EV-basierten Service einführen, der Abonnement- und Carsharing-Elemente kombiniert. Bei diesem neuen Mobilitätsdienstkonzept werden die Fahrzeuge werktags geschäftlich genutzt und an den Wochenenden von Privatpersonen gemietet. Vom Abonnement-Programm „Kia Flex“, das 2019 in Korea gestartet ist, wird in diesem Jahr eine globale Version unter dem Namen „Kia Subscription“ eingeführt. Der Service wird von Sixt Leasing betrieben, das im vergangenen Jahr von der Hyundai Motor Group, zu der Kia gehört, übernommen wurde. Die Fahrzeuge werden von den regionalen Tochtergesellschaften und Händlern des Unternehmens bereitgestellt, kündigt man weiter an.

Printer Friendly, PDF & Email