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Kia EV 9: Kias Kult-Kante

Nach dem EV 6 hat Kia das nächste ikonische Design raus: Den EV 9, der Land Rover Defender oder Mercedes-Benz G das Leben im Showbiz der Innenstadt schwer machen könnte.

Kantiger Kult! Die Studie EV 9 brachte Kia mit nur minimalen Änderungen in Serie! | Foto: Kia
Kantiger Kult! Die Studie EV 9 brachte Kia mit nur minimalen Änderungen in Serie! | Foto: Kia
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Gregor Soller

1974 baute Kia den ersten Pkw, knapp 50 Jahre später seine erste Kultkante! Kia wählte zur Präsentation des EV 9 die Area 3 in Dreieich: Eine kubische Kultlokation, die perfekt zum kantigen Charakter des EV 9 passt. Ungläubige Nachfrage in der Redaktion: EV9 – schon wieder? Waren wir doch erst! Ja, aber bei der Präsentation des Prototypen. Von dem Kia im Exterieur so viel in die Serie überführen konnte, dass manche Kollegen den Unterschied nicht erkannten.

Gut, die hintere Tür öffnet jetzt natürlich konventionell und auch innen geht es optisch etwas „geerdeter“ zu als in der Studie, aber: Kia hat tatsächlich auch die einzelnen Drehsitze in die Serie überführt (wenn auch nur als Option) und bietet auch in Reihe drei ein luftiges Ambiente. Wer die Luxussessel nicht braucht, ordert einfach die Baseline – drei Reihen sind immer an Bord.

Mach mal Pause – optional mit Entspannungs- und -Drehsitzen in Reihe zwei

Ist die zweite Reihe mit den genannten „Entspannungssitzen“ bestuhlt, können bei einer Ladepause alle Insassen in den ersten beiden Reihen ihre Sitze in eine Liegeposition bringen. Die schwenkbaren Varianten lassen sich um 180 Grad drehen. Auch in Reihe drei gibt es Ladeports und Getränkehalter. Das Ganze hat Kia so kultig verpackt, dass sich Skodas künftiges Siebensitzer-Topmodell mit deutlich dezenteren Proportionen daneben etwas einfallen lassen muss. Womit auch schon der künftige Hauptkonkurrent genannt wäre. Neben diversen Land Rovern und Mercedes-Benz-Offroadern sowie dem künftigen Schwestermodell der Muttermarke Hyundai…Klein ist der Anspruch und das abmaß des EV 9 nicht: Mit 5,01 Metern Länge und 3,1 Metern Radstand wird geklotzt, nicht gekleckert!

Auch digital geht Kia den nächsten Schritt

Die Bedienung will Kia weiter optimiert haben. Wir nehmen ein „Dreifach-Panoramadisplay“ wahr, das die beiden großformatigen Bildschirme des digitalen Kombiinstruments und des Navigationssystems mit je 12,3 Zoll sowie ein 5,1 Zoll-Display für die Anzeige und Steuerung der Klimatisierungsfunktionen beinhaltet. Ein Head-up-Display soll dem Fahrer zusätzlichen Anzeigekomfort bieten.

Neben den physischen Tasten am Lenkrad gibt es die „versteckten“ Sensortasten unterhalb des Touchscreens, die erst beim Einschalten des Fahrzeugs sichtbar werden. Das Navigationssystem mit Smartphone-Schnittstelle ermöglicht standardmäßig Bluetooth-Mehrfachverbindungen, wodurch zwei mobile Geräte gleichzeitig eingebunden werden können. Android-Nutzern soll der Google Fast Pair Service erleichtern, ihr Smartphone mit dem Infotainmentsystem zu verbinden. Und eine verbesserte Spracherkennung, die auf natürlicher Sprache basiert, will man auch installiert haben. Hier hat sich der EV 6 tatsächlich noch etwas störrisch gegeben. Per Sprachbefehl steuern lassen sich unter anderem die Navigation, das Audiosystem und die Temperaturregelung.

Praktisch: Die Carwash-Funktion auf Tastendruck

Über das Schnellzugriff-Menü „Quick Control Screen“, das sich durch Wischen vom oberen Bildschirmrand nach unten aufrufen lässt, soll man häufig genutzte Funktionen steuern können, ohne durch Menüs und Untermenüs navigieren zu müssen. Richtig schlau finden wir aber den „Car Wash Mode“. Er steuert über das Infotainmentsystem alle Einstellungen, die für eine automatische Autowäsche erforderlich sind: So stellt der EV 9 sicher, dass alle Türen und Fenster geschlossen sind, die Seitenspiegel angeklappt sind und die Türgriffe mit automatischer Flushfunktion versenkt bleiben.

Aber auch digital entwickelt Kia weiter: Neu ist der Autobahn-Staupilot (geplant für die GT-line), der in ausgewählten Märkten ein Fahren auf Autonomie-Level 3 ermöglichen soll. Der erwähnte Kia Connect Store hält gegen Geld zusätzliche digitale Funktionen und Services auf Abruf bereit. So kann man den EV9 jederzeit per „Over the Air“-Update (OTA) an den individuellen Bedarf anpassen.

Bis zu 541 Kilometer Reichweite nach WLTP – auch im worst case genug für Langstrecken

Die Hülle überzeugt, der Platz auch und beim Infotainment gab es einen großen Schritt – Zeit, einmal auf die Antriebe zu schauen. Die bauen so kompakt, dass unter der Vorderhaube beim Allrad 52 und beim Hecktriebler gar 90 Liter Frunk bleiben. Hinter Reihe drei sind es 312 bis 33 Liter, hinter Reihe zwei gar 828 Liter Kofferraum. Aber wir schweifen ab…

Also, trotz seines auffälligen „Aufbaus“ kommt er als Hecktriebler (da muss er eingangs Genannte offroad ziehen lassen) bis zu 541 Kilometer weit. Und da er 800 Volt Technik bietet, kann im Idealfall binnen 15 Minuten Strom für 239 Kilometern „getankt“ werden. Der cW-Wert fällt mit 0,28 für die Form niedrig aus. Wir knien kurz nieder und sehen: Eine sehr spezielle 3D-Unterbodenverkleidung, die im vorderen Teil konvex und hinten konkav geformt ist, dazu kommen aerodynamisch optimierte Felgen und Air Curtains im Frontstoßfänger.

Bei den Akkus stockt Kia aber auf, denn mit 21,0 respektive 22,8 kWh/100 km sind die EV 9 absolut gesehen dann eben doch nicht so sparsam. Der „Große“ bietet 99,8-kWh und ist mit Heck- und Allradantrieb (AWD) kombinierbar. Darunter gibt es in einzelnen Märkten einen Hecktriebler mit eine 76,1 kWh-Akku, der für Deutschland erstmal nicht vorgesehen ist. Beim Topmodell wuchten beide E-Maschinen 283 kW (385 PS) und 600 Nm an die Räder, womit es in 6,0 Sekunden auf 100 km/h geht. Kauft man im Kia Connect Store die „Boost“-Funktion zu, fällt die 100-km/h-Marke mit dann 700 Nm in 5,3 Sekunden – wer‘s fürs Ego braucht…Ganz zahm ist dagegen der Hecktriebler mit 99,8-kWh-Akku: 150 kW, 350 Nm und 9,4 Sekunden auf 100 km/h – das ist unter den E-Autos fast schon Kompaktklasse, genügt aber vollauf! Mit kleinerem Akku stünden 160 kW für einen Sprint in 8,2 Sekunden bereit – hier hilft das Mindergewicht merklich!

Auch Kia kann jetzt das Smartphone als Autoschlüssel nutzen

Gut für Flotten und Familien: Neben dem Smart-Key kann der Fahrer auch ein Smartphone verwenden, um die Türen zu ent- oder verriegeln, das Fahrzeug zu starten oder auszuschalten, die Diebstahlwarnanlage zu steuern und die Heckklappe zu öffnen oder zu schließen. Denn der EV9 ist der erste Kia, für den der neue „Digital Key 2“ angeboten wird. Er arbeitet mit der Ultrabreitband-Technologie (UWB), und der Fahrer braucht das Smartphone nicht einmal aus der Tasche zu nehmen, um die Türen zu entriegeln. Der digitale Autoschlüssel lässt sich mit bis zu drei anderen Personen gleichzeitig nutzten, wobei der Besitzer festlegen kann, welche Funktionen für wen wie lange verfügbar sind.

Über Kia Connect kann man diverse Optionen hinzubuchen

Während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs werden sich diese Upgrades auf alle Fahrzeugbereiche erstrecken, von Sicherheits- und Komfortmerkmalen über die Fahrleistung und das äußere Erscheinungsbild bis hin zum Infotainment. Aber - und da können wir G-Klasse- oder Defender-Fahrern oder -Fahrerinnen jetzt Entwarnung geben – zum echten Hardcore-Allradler lässt sich der EV 9 nie hochstellen: 177 mm Bodenfreiheit, 2,5 Tonnen Leergewicht und der lange Radstand samt einem eher fahraktiv ausgelegten Fahrwerk setzen den Offroadambitionen des Kultkastens natürliche Grenzen. Trotzdem – mit dem EV 9 hat sich Kia ein (weiteres) Denkmal gesetzt – bitte die nächsten 50 Jahre einfach so eiterbauen – durch Updates over-the-air bleibt die Technik ja trotzdem immer Up-to-date!

Was bedeutet das?

Kia will es wissen! Von der futuristischen Studie EV 9 brachten die Koreaner sehr viel in Serie – und schufen so einen neuen Klassiker, der das Zeug hat, im Kia-Programm zum Dauerläufer und Kultfahrzeug zu werden, was auch dem kantigen Design einen nachhaltigen Aspekt verleiht. Schön, dass daneben aber auch Software, Sicherheit und digitale Funktionalitäten eiterentwickelt wurden.  

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