Keine Nullnummer: Apex stellt E-Sportwagen AP-0 vor

Neuer Brite: Apex Motors wurde 2018 von den Brüdern Jason und Gary Leung gegründet. Design, Konstruktion und Produktion sollen ausschließlich in Großbritannien stattfinden.

Eigentlich wollte Apex den AP-0 in Genf präsentieren. | Foto: Apex
Eigentlich wollte Apex den AP-0 in Genf präsentieren. | Foto: Apex
Gregor Soller

Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätten sich die Leung-Brüder kaum aussuchen können zur Vorstellung ihres ersten Elektrosportwagens, denn das Corona-Virus hat mittlerweile auch die Insel fest im Griff. Immerhin: Sie konnten das Fahrzeug noch präsentieren!

Der USP des ersten Serien-Apex, des AP-0 soll die Herleitung aus der Formel 1 sein, die mehrheitlich in UK beheimatet ist. Weshalb Apex Kernspezialitäten in den Bereichen Hochleistungsautomobil- und Formel-1-Rennwagentechnik, Fahrzeugdynamik und fortschrittlichen Verbundwerkstoffen mitbringt.

Die Aerodynamik nutzt den "Ground-Effekt"

Das tropfenförmige Glasdach verschmilzt optisch mit einer strukturellen, aerodynamischen Finne, die vom Stil der Formel 1 und von Le Mans beeinflusst ist. Beginnend am Mittelpunkt des Daches, wo sich die fortschrittliche LiDAR-Kamera befindet, streckt sich die Flosse und senkt sich langsam zum Heck des Autos. Auf der Rückseite des AP-0 erzeugt das dominierende rote Rücklicht das Apex-Logo Emblem und macht das Auto so sofort erkennbar. Das Licht, das die gesamte Breite des Fahrzeugs perfekt einschließt, fließt kontinuierlich von ganz links nach ganz rechts, wobei es in der Mitte seinen Höhepunkt erreicht, um auf die aerodynamische Flosse zu treffen, und gleichzeitig mit dem M-förmigen Heckdiffusor verschmilzt. Die zwei Sitze sind nur 180 mm über dem Boden montiert und bestehen vollständig aus Kohlefaserverbundwerkstoff. Die Bodenfreiheit beträgt nur 95 Millimeter, um das Auto so niedrig wie möglich zu halten. Durch den Verzicht auf einen Heckspoiler und die Anwendung des aerodynamischen Ground-Effects reduziert der AP-0 den Luftwiderstand: Der flache Boden vorne leitet die Luft unter dem Auto und hinter den Vorderrädern, während der große Heckdiffusor den Luftstrom hinten beschleunigt.

Die Basis des AP-0 zeichnet sich im Kern durch eine ultraleichte „Kohlefaserwanne“ mit modularen Spaceframes und einem zentralen Mittelstück für maximale Steifigkeit aus. Der AP-0 verfügt über einen hochmodernen, vollelektrischen Antriebsstrang. Die 90-kWh-Batterie wiegt 550 Kilogramm und kann eine Spitzenleistung von 650 PS (484 kW) erzeugen. Sie ist zur besseren Gewichtsverteilung zeigeteilt im Vorder- und Hinterwagen positioniert.

Das maximale Drehmoment geben die Briten mit 580 Newtonmeter an. Beeindruckender ist allerdings das Leergewicht von nur 1.200 Kilogramm. So kann der Hecktriebler in 2,3 Sekunden 100 km/h, das Topspeed soll bei 300 km/h abgeregelt werden. Die maximale Reichweite gibt Apex mit 515 Kilometern nach WLTP an. Geladen erden kann mit CCS-, Typ 2- und GB / T-Anschlüssen. Mit einem CCS-Ladegerät kann das Fahrzeuglaut Apex in weniger als 15 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden, während die geschätzte Ladezeit mit einem Typ 2-Stecker acht Stunden beträgt.

Fahrwerk mit Rennsporttechnik

Auch bei der Fahrwerkstechnik greift man auf Formel-1-Technik zurück: Das Fahrwerk verfügt über ein Push-Rod-System, um Gewichtsverteilung und Aerodynamik zu optimieren, ganz zu schweigen vom direkten Ansprechen des Fahrwerks. Dazu kommt eine automatische Höhenverstellung und eine Einstellbarkeit der Feder- und Dämpfer-Kennlinien. Die Bremsen bestehen aus 360 mm x 32 mm großen Keramikscheiben und sechs Kolbensätteln vorne sowie 340 mm x 30 mm großen Scheiben und vier Kolbensätteln hinten. Bei der Länge und Höhe konnte man Maß halten: Der Apex AP-0 misst  4.380 x 2.017 (mit Spiegeln) x1.224 Millimeter Höhe (einschließlich der auf dem Dach montierten LiDAR-Finne). Der AP-0 hat einen Radstand von 2.650 mm und eine Breite von 1935 mm.

Maßstäbe setzen will man in Sachen Fahrassistenz: Die LiDAR-Sensortechnologie soll die Fahrerunterstützung hinsichtlich Präzision und Genauigkeit nochmal erhöhen. Die Sensoren erzeugen detaillierte Karten der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs, die aus einem hochauflösenden dreidimensionalen Bild mit winzigen Details bestehen. Die LiDAR-Technologie soll es dem AP-0, auch ermöglichen, potenzielle Gefahren, Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeuge genauer zu identifizieren, die Sicherheit zu erhöhen und dem Fahrer ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten.

Ein virtueller "Race-Instructor" sitzt auf Wunsch mit an Bord

Der AP-0 verfügt außerdem über ein AR-Display (Holographic Augmented Reality) und einen AR Race Instructor, mit denen Fahrer neue Rennstrecken erlernen und das ultimative Rennerlebnis bieten können. Das ADAS-System verfügt über eine Autonomie der Stufe 3, das heißt, die neueste Kartierungssoftware, Radar, Sensoren und schnellere Prozessoren. Dies führt laut Apex zu dynamischen Fahrerassistenzsystemen wie automatischer Notbremsung, adaptiver Geschwindigkeitsregelung und Spurhalteassistent sowie zu verbundenem Mapping für die dynamische Navigation, um Staus zu vermeiden. Das Basissystem ist bereits weit fortgeschritten und um es zukunftssicher zu machen, wenn Level 4 Autonomy sicher erreichbar ist.

Der AP-0 soll ab 150.000 Pfund (zuzüglich lokaler Steuern), das sind rund 165.200 Euro kosten und soll im vierten Quartal 2022 in Produktion gehen. APEX hat die Bestellbücher geöffnet.

Was bedeutet das?

Noch ein Start-up. Mit dem Apex AP-0 übertragen die Briten Formel-1-Technik ehr konsequent auf einen Supersportwagen, der aber in Abmessungen und Kosten Maß hält. Sollte er wirklich so viel Fahrspaß bieten, wie proklamiert, fände die Marke sich in einer sehr engen Nische Platz – wobei die meisten potenziellen Kunden aktuell andere Sorgen haben dürften.

 

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