Karma testet Power-Plattform E-Flex

Vier E-Maschinen sollen bis zu 1.100 PS Topleistung bieten

Auf der kalifornischen Rennstrecke Thermal Ground fuhr Karma Realtests mit der neuen Plattform. | Foto: Karma
Auf der kalifornischen Rennstrecke Thermal Ground fuhr Karma Realtests mit der neuen Plattform. | Foto: Karma
Gregor Soller

Neben der basisplattform für Vans treibt Karma auch seine E-Flex Powerarchitektur voran. Mittlerweile sollen die Ingenieure von Karma Automotive begonnen haben, die Plattform in einem allradgetriebenen (AWD) Hochleistungs-EV-Prototypenfahrzeug zu testen. Ausgestattet mit Karma's rennsportinspirierter E-Flex-Plattform, die sowohl für den Einsatz auf der Straße als auch auf der Rennstrecke geeignet ist, soll der Allradprototyp  bis zu 1.100 PS bieten, noch gewaltiger ist aber die Kraft am Rad: Hier sollen bis zu 14.000 Nm Raddrehmoment anliegen. Elektronisch geregeltes Drehmoment-Vectoring sollen für optimales Handling sorgen. Dazu soll auch eine Gewichtsverteilung von fast 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse beitragen.

Der ziemlich große Akku mit 120-kWh Kapazität soll bis zu 643 Kilometer Reichweite bieten. Die Elektromotoren des AWD-Performance-Prototypen haben bereits über eine Million Meilen in Karmas aktuellem Produkt, dem elektrischen Revero GT, abgespult.

Die Ingenieure von Karma haben vor kurzem dynamische Tests auf der kalifornischen Thermal Club-Rennstrecke durchgeführt, dazu kamen weitere Leistungstests. Kevin Zhang, Chief Technology Officer, Karma Automotive, erklärt dazu:

„Reale Tests von Prototypen sind ein wichtiger Punkt für Karma und ein aufregender Meilenstein für alle Beteiligten. Wir wollen sicherstellen, dass die Plattform in der Lage ist, führende Standards im Bereich der Supersportwagen zu erreichen und in jeder Hinsicht überlegen ist.“

Der Prototyp demonstriert die Vision von Karma für zukünftige Produkte und zeigt darüber hinaus Mobilitätslösungen, die anderen OEMs, Startups und Automobilherstellern zur Verfügung stehen, die ihre eigenen vollelektrischen Hochleistungsfahrzeuge entwickeln möchten. Michael Jones, Karma's Sr. Director of Body & Chassis Engineering, der zusammen mit Karmas Ingenieursteam im Thermal Club mit der Feinabstimmung des neuen Prototyps begonnen hat, erklärte:

„Das erste Mal, als dieser Prototyp auf der Strecke war, war ein besonderer Moment. Wir haben die Entwicklungsphase von der Idee über die Schaffung unserer E-Flex-Plattform bis hin zu den Tests in unserem Prototyp verfolgt".

Die Karma-E-Flex-Plattform soll sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke eingesetzt werden und bietet gleichzeitig das sofortige Drehmoment, das Handling und die Nachhaltigkeit eines rein elektrischen Fahrzeugs. Ihre Komponenten sollen laut Karma auch in bestehende Produkte nachgerüstet werden können oder für neue elektrische Supersportwagen-Anwendungen weiterentwickelt werden; sowohl für Karma als auch für potenzielle Partner.

Optisch bleibt Karma der einst von Henrik Fisker entworfenen Karosserie des jetzt Revero genannten Edelstromers treu: Der aktuellen Version GT soll ab Frühjahr 2021 der GTE zur Seite gestellt werden, eine vollelektrische, zweimotorige Variante des GT.

Was bedeutet das?

Aktuell treibt Karma seine Plattformen an mehreren Fronten voran. Neben den kürzlich gezeigten „Skateboards“, die auch für günstige Fahrzeuge und Vans genutzt werden können, liegt den Kaliforniern natürlich ihre starke E-Flex am Herzen. Auf der soll einst ein Hypercar entstehen – bei Karma und gern auch bei anderen Kunden. Man beginnt jedoch mit viel kleineren Brötchen und integriert die Technik großenteils erstmal in einer weiteren Revero-Variante. Zu den Expansionsplänen nach Asien und Europa äußert sich Karma derzeit nicht.

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