Juice World Charging Day: Laden aus dem Aquarium

Der dritte World Charging Day stand ganz im Zeichen der drei und startete folglich auch um drei Uhr drei nachmittags mit den je dritten Serien des Booster Air und des Charger me.

Der ganz harte Versuchsaufbau: Die beiden Teslas stehen auf den Ladestationen und erhalten von weiteren Ladern - die vollkommen im Wasser liegen - ihren Strom. Message: Wasser- und stoßdicht. | Foto: G. Soller
Der ganz harte Versuchsaufbau: Die beiden Teslas stehen auf den Ladestationen und erhalten von weiteren Ladern - die vollkommen im Wasser liegen - ihren Strom. Message: Wasser- und stoßdicht. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Alles im Zeichen der drei – darunter stand der dritte Juice World Charging Day, zu dem die Schweizer einmal mehr nach München in die kleine Olympiahalle luden. Hauptmessage: Die Juice Ladetechnik wird kompakter und vollkommener: Die Pandemie- und Lieferkrise hat man laut CEO und Gründer Christoph Erni genutzt, um alle Produkte nochmal komplett Teil für Teil durchzugehen und nötigenfalls zu überarbeiten – Schweizer Akribie in Reinform, mit der der Eidgenosse Erni auch gern kokettiert: „Unsere Kunden haben uns gesagt, dass wir als Schweizer Marke unbedingt höchste Qualität liefern müssen, die aber bezahlbar bleiben muss“, führt Erni ein und entschied sich mit seinem Team dafür, diese Challenge anzunehmen.

Die Produkte luden live - aus Aquarien!

Das Ergebnis: Der Booster 3 Air und des Charger me 3 verfügen jetzt prinzipiell über das gleiche Innenleben und schaffen die gleichen hohen Normen als da wären: Die IP67 für Staub und Dichtigkeit. Das Einhalten der Norm bewies Erni, indem er zwei Tesla Model 3 mit je einem Booster 3 Air und einem Charger me 3 lud, die in einem Aquarium versenkt waren!

Dazu kommt die Schlagfestigkeit nach IK 10 – wozu er je noch je zwei Booster Air 3 und einem Charger me 3 unter die Vorderreifen der Teslas legte, während Chief-Designer Samuel Thürleman sich eher über das dezente Design und die austauschbare Frontplatte beim Charger me 3 freute, der komplett modular respektive nur noch fünfteilig aufgebaut ist, heißt: Auf der hinteren Montageplatte sitzt die Trägerplatte mit Platinen und Elektronik, die durch eine Deckplatte geschützt werden. Davor kann man dann eine optional künstlerisch (oder mit eigenem Logo versehene) Deckplatte setzen und das Ganze wird vom Außengehäuse „eingerahmt“. Damit sei die Station, die ab 1199 Euro respektive Franken brutto (in ganz Europa) geliefert wird, in kürzester Zeit zu montieren und heimste nebenbei drei Designpreise ein, darunter den „Red Dot“ und if. Betrieben werden können die Neulinge laut Erni bei minus 30 bis plus 50 Grad.

Aber nachdem Juice sich als Softwareunternehmen sieht, entwickelte man auch diese weiter: Auftritt Dain Rapheal, seines Zeichens Software-Ingenieur bei Juice, der unter anderem App und Lastmanagement verantwortet. Und das Sicherheitssystem gegen Cyberattacken, das Juice selbst programmiert hat – wozu man auch mit dem Cyber-Sicherheitsexperten Thomas Köhler zusammenarbeitet.  Beim Booster Air 3 hat man den RFID-Leser und Startknopf dann auch in den Stecker integriert, womit man sich nicht mehr bücken muss.

Man hat alle Produkte noch mal komplett angefasst - bis zum Verpackungskarton

Außerdem hat man bei den ISO-Normen weiter nachgelegt, wie Kommunikationschefin Daniela Märkl in ihrem Vortrag über Nachhaltigkeit darstellt: Neben der ISO 50001 und der 21434 erfüllt man auch die 27001, die 20400 und die 14001 – außerdem erfüllt man die WEEE-Richtlinie. WEEE steht für Waste of Electrical and Electronic Equipment. Sie soll eine fachgerechte Entsorgung von Elektroaltgeräten innerhalb der EU sicherstellen. Auch hier geht man ins Detail bis hin zur Verpackung, wo man über die Plattform Activate 2022 auch die Erfüllung der Pflichten aus dem Verpackungsgesetz sichergestellt hat – transparent und rechtssicher.

Der Booster 3 air ist kleiner als eine Coladose - was Juice-CEO Erni anschaulich bewies

Worauf ein Stapler mit neuen Juice Booster 3 air in die Halle rollt, von denen Erni einen direkt in Betrieb nehmen möchte – er schnappt sich eine Schachtel vom Stoß, öffnet sie und angelt sich eine Steckdose, um sein jüngstes Baby zum Leben zu erwecken, dass auch gleich mit Bluetooth lockt. Smartphon gezückt, gekoppelt, App aktiviert und tatsächlich hat Erni den Booster 3 air binnen weniger Minuten ohne große Umwege aktiviert. Und nachdem er einst versprach, er sei kompakter als eine 0,33-Liter-Coladose, tritt er auch diesen Beweis an: Dazu reicht ihm CMO Philipp Erni ein „leeres“ Booster-Gehäuse und eine Coladose, deren Inhalt Erni in den Korpus gießt – bis die braune Brühe tatsächlich überläuft. Ganze 700 Gramm wiegt der Booster 3 air noch – womit ein Großteil der 1,8 Kilogramm Gesamtgewicht auf das Kabel entfallen. Ähnlich leicht baut der Charger me 3 mit seinen 6,5 Kilogramm Gewicht, von denen ebenfalls der Großteil aus den fünf Metern Kabellänge stammt.

Und da der brutto ab 1.499 Euro/Franken kostende Booster 3 Air nur 11 kW kann, bleibt für die Mobil Ladenden, die auch 22 kW wollen, der größere Booster 2 ebenfalls im Programm, das damit hardwaretechnisch drei Hauptlinien umfasst. Und nachdem die Verfügbarkeit das neue große Stichwort ist, hat Juice seinen Supply-Chain auf acht Personen verdoppelt und seine Lagerkapazitäten – einst ein Unding, merklich erhöht.

Um sich dann bis zu vierten World Chaging Day dann vielleicht endlich wieder der Software widmen zu können, für die Erni, Rapheal und Co. auch schon wieder viele weitere Ideen über das System j+ hinaus haben.

Was bedeutet das?

Juice bleibt der Schweizer Akribie treu und hat die Krisenzeiten genutzt, um sein Programm, den Supply Chain und die Produkte alle nochmal grundlegend zu überarbeiten – samt nochmals verstärkter Entwicklungsmannschaft. Womit sich man für die Zukunft dreifach gut gerüstet – Organisatorisch ebenso wie bei Hard- und Software.

Weitere Detailinfos zum Charger me 3 lesen Sie in der VISION Mobility-Print Ausgabe 06-2022 - ab 21.10.2022 am Kiosk

 

Printer Friendly, PDF & Email