JOLT launcht mobiles Schnellladesystem Merlin

Münchener Start-up stellt ersten Demonstrator vor, beteiligt sich an Ausschreibungen für Ladeinfrastruktur und will mit dem mobilen 150-kW-DC-Energiespeicher europaweit durchstarten.

Ex und hopp: Per "Merlin-Truck", den man gemeinsam mit Hiab umgesetzt hat, sollen die Energiespeicher binnen fünf Minuten stehen. | Foto: JOLT
Ex und hopp: Per "Merlin-Truck", den man gemeinsam mit Hiab umgesetzt hat, sollen die Energiespeicher binnen fünf Minuten stehen. | Foto: JOLT
Johannes Reichel

Das Münchener Start-up-Unternehmen JOLT hat jetzt den Startschuss für den Anlauf seines mobilen DC-Schnellladesystems MerlinOne gegeben und beteiligt sich damit in den laufenden Ausschreibungen für Ladeinfrastruktur. In fünf Großstädten in Süddeutschland habe man sich am 6. Förderaufruf beteiligt, mit einem Umfang von 40 der mobilen Energiespeicher. Zudem stehe die Vertriebsmannschaft für Europa und man treffe auf "erhebliches Interesse" großer Player, wie es aus dem Unternehmen heißt. Mittels einem sogenannten Swap-System, das gemeinsam mit dem schwedischen Kranspezialisten Hiab realisiert wurde, werden die mobilen HPC-Powerpacks per Lkw verteilt und bei 80 Prozent Entleerung wieder eingesammelt. Der Vorgang soll dank Teilautomatisierung nur fünf Minuten dauern.

Um das System auf die Straße zu bringen wählt man die Finanzierungsform über Anleihen mit einer Laufzeit von vier bis sechs Jahren, abgewichelt über eine Crowdfunding-Plattform, die einen lokalen Anreiz bei der Finanzierung in den einzelnen Städten einrichten soll, wie das Unternehmen mitteilt. Man will binnen 500 Tagen 500 MerlinOne-Ladestationen in 50 Städten errichten.

„Die Beteiligung an diesem prestigeträchtigen Green Tech Projekt schafft ein positives Image und gibt den Stadtbewohnern die Gelegenheit, aktiv am Aufbau ihrer eigenen Ladeinfrastruktur mitzuwirken“, wirbt Frank Beiken, Vice President Sales für das Konzept.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Aus seiner Sicht würden die Hürden der Planung, Finanzierung und Bauunterbrechungen würden dadurch eliminiert. Der Anbieter stellt die Geräte in Koordination mit dem jeweiligen Partner am Standort auf und stellt den kompletten Betrieb und die Wartung sicher. Darüber hinaus könne das System später auch mittels Lastspitzenkappung und Systemdienstleistungen auch das Stromnetz stützen, ähnlich V2G-Projekten mit E-Automobilen.

Drei Lademodi zur Wahl, 160 kW zum Start

Das 2,30 Meter hohe, 1,20 Meter breite und 1,10 Meter tiefe Ladesystem entstand in Kooperation mit dem Spezialisten ADS-TEC und beherbergt eine Powerbank von 200 kWh Kapazität. Für die Stromversorgung sieht man drei Optionen vor. Neben dem reinen Inselbetrieb, etwa in netzschwachen Gebieten lässt sich auch eine Netzverbindung herstellen. Bei Niederspannungsanschluss fungiert der Speicher als Basis für den Schnellladeprozess, wird über das Netz geladen und gibt die hohe Ladeleistung ab. Das mache Hochleistungsladen trotz Niederspannung und ohne Netzausbau möglich, wirbt der Anbieter. Beim Mittelspannungsanschluss sind die Geräte direkt als DC-Lader nutzbar. Starten will man mit einer Ladeleistung von 160 kW, die zu einem späteren Zeitpunkt auf 320 kW steigen soll.

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