Joe Biden unterzeichnet Novelle der US-EV-Steuergutschrift

In den USA hat Präsident Joe Biden den „Inflation Reduction Act“ unterzeichnet. Der beinhaltet auch die Reform der Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in den USA.

Nach der Novelle ist der Lincoln Corsair als Plug-in (vorn) förderfähig. | Foto: Lincoln
Nach der Novelle ist der Lincoln Corsair als Plug-in (vorn) förderfähig. | Foto: Lincoln
Gregor Soller

Auch den USA macht die hohe Inflation zu schaffen – weshalb man versucht, mit „Inflation Reduction Act“ gegenzusteuern, der auch eine Neuregelung für EV-Fahrzeuge enthält. Konkret geht es dabei um eine Endmontage von Fahrzeugen in Nordamerika, die ab sofort gilt. Das Alternative Fuels Data Center des US-Energieministeriums hat auf dieser Basis eine vorläufige Liste der für die neue Steuergutschrift qualifizierten BEV- und PHEV-Modelle veröffentlicht. Denn ab wann genau welche Anforderungen gelten (und welche Fahrzeuge damit qualifiziert sind), hatte laut US-Medien in der EV-Community zuletzt für Verwirrung gesorgt.

Auch die jetzige offizielle Modell-Liste hilft nur bedingt, Klarheit zu schaffen: Sie enthält auch Modelle von Herstellern, die bisher die maßgebliche Obergrenze von 200.000 verkauften Stecker-Fahrzeugen bereits erreicht haben. Diese Obergrenze wird zwar fallen, aber erst zum 1. Januar 2023. Das heißt, dass die entsprechenden Modelle von GM und Tesla zwar jetzt schon auf der Liste geführt werden, bis zum Jahreswechsel aber nicht qualifiziert sind – hier steht dann der Vermerk: „Manufacturer sales cap met“. Interessant ist auch, wie kurz diese Liste mit 31 Modellen ist, denn in den USA, Mexico und Kanada werden gar nicht so viele elektrifizierte Modelle endmontiert.

Auch andere Anforderung der reformierten Steuergutschrift wie die zur Herkunft der Batteriematerialien werden erst später in Kraft treten. Diese Anforderung ist in der Liste des AFDC noch nicht berücksichtigt. Außerdem garantiert die Listung noch keine Steuergutschrift, denn mit der Neuregelung wurde auch eine Einkommensobergrenze eingeführt: Personen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 150.000 Dollar (oder 300.000 Dollar im gemeinsamen Haushalt) sind nicht mehr für die Steuergutschrift qualifiziert.

Noch nicht gelistet ist der VW ID.4, der künftig auch im US-Werk Chattanooga montiert werden soll, bisher wird er nur in Zwickau montiert. Das AFDC empfiehlt den Kunden selbst, einen sogenannten VIN-Decoder zu nutzen, bei dem anhand der Fahrgestellnummer die Herkunft des jeweiligen Fahrzeugs geklärt werden kann. Denn die Autohersteller könnten selbst in einem laufenden Modelljahr die Produktion umstellen, womit die Fahrzeuge wieder förderfähig oder nicht mehr förderfähig wären.

Was bedeutet das?

Auch Biden fährt den „America first“-Ansatz seines Amtsvorgängers weiter – gefördert wird nach Endmontageort. Würde man das nur auf Deutschland übertragen, fielen mittlerweile extrem viele Modelle durchs Raster – neben dem BMW iX3 (China) auch der Mercedes-Benz EQB (Ungarn) oder der Skoda Enyiaq (Tschechien) – dafür wäre der „spanische“ Cupra Born (Zwickau) förderfähig.

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