Jetzt ist es offiziell: Lancia kehrt zurück

Stellantis wird Lancia neu beleben und mit drei Modellen auf mehrere Märkte zurückkehren.

seit 20.5.2022 steht fest, wann und wie Lancia zurückkehren soll. | Foto: Lancia
seit 20.5.2022 steht fest, wann und wie Lancia zurückkehren soll. | Foto: Lancia
Gregor Soller

Aktuell baut Lancia in Polen noch en Y – ausschließlich für den italienischen Markt. Der Nachfolger soll als Stromer ab 2024 auf rund vier Meter wachsen. Zwei Jahre später soll als neues Flaggschiff ein etwa 4,6 Meter langes CUV-Modell unter dem Codenamen „Aurelia“ folgen. 2028 soll dann der Delta als 4,4-Meter-Kompaktmodell zurückkehren. Dabei soll es sich um ein „muskulöses Schrägheckmodell, das Autofans in ganz Europa begeistern wird“ handeln.

Mit den drei neuen Modellen will die Marke etwa 50 Prozent des Marktes abdecken. Positioniert werden soll Lancia als Premiummarke. Mit diesen drei neuen Modellen deckt Lancia etwa 50 Prozent des Marktes ab. Sie haben die Aufgabe, die Position von Stellantis im Premium- und Luxussegment zu stärken, wie es das Unternehmen in der Strategie „Dare Forward 2030“ festgelegt hat. Dieser Zehnjahresplan mit einer klaren Elektrifizierungsstrategie sieht vor, dass Lancia ab 2026 nur noch neue Modelle mit Elektroantrieb auf den Markt bringt und ab 2028 nur noch Fahrzeuge verkauft, die zu 100 Prozent elektrisch sind.

Zudem ist es erklärtes Ziel, rund 50 Prozent der berührbaren Oberflächen aus umweltverträglichen Materialien herzustellen. Der DNA der Marke entspricht auch die neue Bedienerschnittstelle mit Namen S.A.L.A., das Kürzel steht für Sound Air Light Augmented. Gleichzeitig bedeutet sala im Italienischen aber auch Wohnzimmer. Mit nur einem einzigen Bedienelement ermöglicht diese minimalistische und intelligente virtuelle Schnittstelle die Steuerung der Innenraumtechnologie, vom Soundsystem über die Klimaanlage bis zur Ambiente-Beleuchtung.

Als ersten Schritt im Rahmen des strategischen Plans hat Lancia neue Country-Manager für Deutschland, Frankreich, Spanien und die Niederlande sowie Belgien und Luxemburg ernannt. In Deutschland übernimmt Niccolò Biagioli diese Aufgabe. Etwa 100 Händler in 60 europäischen Großstädten sollen Lancia betreuen, die gut künftig die Hälfte ihrer Modelle auch über Online-Verkäufe absetzen möchte.

Was bedeutet das?

Die Höherpositionierung der deutschen Premiummarken schafft darunter Platz für andere „Premiums“ – eine Lücke, die Alfa Romeo und Lancia gut füllen könnten. Jetzt wird die Rückkehr langsam konkreter – man darf gespannt auf die Modelle und die Resonanz im Markt sein. Für Stellantis ist es zudem einfacher und glaubwürdiger, „altehrwürdige“ marken zu reaktivieren, als neue Start-ups aus dem Boden zu stampfen respektive neu zu erfinden.

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