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Japan Mobility Show 2023: Wild wie eh und je

Dem Trend zu ganzheitlichen Mobilitätskonzepten folgend und wie bereits auf der IAA beobachtet, hat sich die “Tokyo Auto Show” in diesem Jahr zu “Japan Mobility Show” umbenannt. Was nichts an ihrer grundsätzlichen Ausrichtung änderte.

Happy birthday Honda! Kleinwagenstudie Sustina-C mit dem Minimalst-Last-Mile-Stromer Pocket-Concept. | Foto: Japan Mobility Show
Happy birthday Honda! Kleinwagenstudie Sustina-C mit dem Minimalst-Last-Mile-Stromer Pocket-Concept. | Foto: Japan Mobility Show
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Christian Eckert

Die traditionsreiche Messe in Tokio will sich neu erfinden und versteht sich nun nicht mehr als reine Automobilmesse, sondern strebt danach, die gesamte Welt der (zukünftigen) Mobilität abzubilden - vom elektrischen Scooter über dem fliegenden Auto bis zum selbstfahrenden Lieferroboter. 

Im Vergleich zu den tiefgreifenden Änderungen der IAA nach der Übersiedelung von Frankfurt nach München, hat sich in Tokyo allerdings schlussendlich recht wenig am grundsätzlichen Konzept geändert. 

Viele japanische Autos und Studien aller Klassen, aber wenig ganz neue Mobilitätskonzepte

Es dominieren weiterhin Autos aller Klassen, hauptsächlich von japanischen Herstellern, die jedoch zumindest mit Teils aufregenden und spannenden Konzepten aufhorchen lassen. Wirklich progressive Mobilitätskonzepte oder neuartige, digitale Ökosysteme und Plattformen sind leider eher spärlich zu sehen.

Interessanterweise präsentierten sich übrigens dieses Jahr mit BMW, Mercedes und Renault nur drei europäische Autofirmen auf der Messe, dazu kam einmal mehr BYD aus China. Letztere zeigte wie schon vor einigen Wochen einen äußerst eindrucksvollen Auftritt mit der klaren Ansage, zukünftig eine weltweit dominierende Rolle in Anspruch nehmen zu wollen.

Aber auch die meisten japanischen Autofirmen präsentierten sich - fast überraschend - selbstbewusst, mutig und innovativ, offensichtlich bereit den Kampf mit Chinas Autoindustrie aufzunehmen. 

 

Ein neues Momentum tut Not

Ein neues Momentum ist auch dringend notwendig. Waren japanische Hersteller einst Vorreiter bei Produktion und Technik, wurden sie inzwischen von chinesischen und koreanischen Autobauern links und rechts überholt.

Neben interessanten Technikstudien lag dieses Jahr ein großer Fokus auf sportlichen Fahrzeugen, hauptsächlich als EVs, aber nicht ausschließlich. Spannende Vertreter dazu waren beispielsweise der wunderschöne Mazda Iconic SP, Nissans Hyper Force, Hondas Prelude Concept oder auch Toyotas FT-Se. 

 Vor allem Toyota scheint in Tokyo die Aufholjagd bei der Elektromobilität zu starten. Gleich mehrere Studien zeigen einen Blick in die elektrische Zukunft des weltgrößten Autoherstellers, ein Versuch die Vormachtstellung in diesem Bereich wieder zu Erlangen. Bei Toyota’s Premium-Tochter Lexus steht dabei die vollelektrische Limousine LF-ZC im Mittelpunkt der Messe, welche 2026 als Serienmodell auf die Straße kommen soll. Highlights dieses Konzeptes sind das voll digitales Cockpit, massiver Einsatz von KI (Künstlicher Intelligenz) und die Verwendung nachhaltiger Materialien wie Bambus im Innenraum.

 Happy birthday: Honda wurde 75!

Honda wiederum feiert in Japan sein 75-jähriges Bestehen und präsentierte beispielsweise ein wunderbares Konzept mit dem Honda CI-Mev, einem zweisitzigen Kleinstwagen welcher ältere Menschen mobil halten und so auch bei körperlichen Einschränkungen ein soziales Leben ermöglichen soll. Ein umfangreiches Paket an Fahrerassistenzfunktionen soll dabei ein teilweise autonomes Fahren ermöglichen. Ebenfalls vorgestellt wurde der Sustaina-C Concept: ein kompaktes Auto mit recyceltem Acrylharz, für mehr Nachhaltigkeit. Dazu packte man eine mobile Gehhilfe.

 

 

Daihatsu Me:Mo: Mit legoartigen Steinchen zum individuellen Umstecken

Weniger funktional damit aber umso kreativer zeigt sich Daihatsus Studie Me:Mo. Der Fokus bei diesem nur knapp drei Meter langem Fahrzeugkonzept liegt auf maximaler Personalisierung und Individualisierung. Die kompakte Karosserie ist mit Planken aus Lego-artigen Bausteinen bestückt, welche vom Halter je nach Lust, Laune und Bedarf neu arrangiert oder ausgetauscht werden können.

Nissans „Hyper-Familiy“: Fünf wilde Studien, von denen zwei davon leider nur virtuell auftraten

Nissan zeigte gleich fünf neue Konzepte, wenngleich zwei davon nur virtuell auf den Bildschirmen vor Ort. Stichwort virtuell: der Nissan Hyper Punk ist ein kompakter Crossover, der "die virtuelle und reale Welt verknüpft" und sich laut Nissan "an die Content Creator-, Influencer- und Künstlerszene richtet". 

Suzuki zeigte konkret Nachfolger für Vitara und Swift sowie einen elektrischen Außenborder. Sowie den fahrenden E-Rolli „Go“. Womit wir auch glich bei den Zweirädern sind, die auch elektrifiziert wurden. Am krassesten war sicher Yamahas Studie des Moteroid, einer Mischung aus Motorrad und Bot. Oder das elektrische Allrad-E-Bike Y-01AWD. Aber auch Kawasaki stellte eine elektrische Ninja vor.

Ungebrochen der Spaß an Bots: Auch diesmal fuhren wieder diverse Roboter durch die Räume und servierten Getränke und Snacks, halfen virtuell in der Pflege oder informierten die Gäste.

Was bedeutet das?

Die japanischen Automarken nehmen wieder Fahrt auf und zeigen einige aufregende Studien, die vor allem das Designerherz höherschlagen lassen. Gleichzeitig scheinen die meisten lokalen Hersteller im Bereich der digitalen Transformation, neuartiger Bedienkonzepte und vernetzter Ökosysteme den chinesischen und europäischen (Premium-)Marken noch einige Jahre hinterher zu hinken. Bis auf Roboter wurden wenig virtuelle Erlebnisplattformen gezeigt, auch mit den autonom fahrenden Pods hielt man sich zurück. Mit der Aufbruchsstimmung der diesjährigen Japan Mobility Show kann sich das allerdings schon bald wieder ändern.

 

 

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