Jaguar Racing Team – Rasen im Dienste der Effizienz

Mit der aus der Formel E abgeleiteten Prognostizierten Energieoptimierung (PEO) möchte Jaguar die Effizienz und Reichweite der Jaguar Hybrid-Modelle entscheidend verbessern.

Das Energieoptimierungssystem PEO kommt aus dem Rennsport und soll die Jaguar Hybrid Modelle sparsamer machen.| Foto: Jaguar
Das Energieoptimierungssystem PEO kommt aus dem Rennsport und soll die Jaguar Hybrid Modelle sparsamer machen.| Foto: Jaguar
Thomas Kanzler

In Vorbereitung auf jeden Lauf zur ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft erstellt das Jaguar TCS Racing Team ein detailliertes Modell jedes Stadtkurses – bis hin zur Lage der Kanaldeckel. Auf dieser Grundlage werden dann im hochmodernen Simulator die Energiestrategien für die Rennen entwickeltDiese über Sieg oder Niederlage entscheidenden Strategien stellen sicher, dass die Fahrer das Gaspedal immer zum optimalen Zeitpunkt drücken – oder lupfen – um so viel Energie wie möglich zu sparen. Jedes Joule Energie, das zum Antrieb des Motors gelangt – und beim regenerativen Bremsen zum Laden der Batterie zurückgeführt wird – wird so effizient wie möglich genutzt.

Die aus diesem Prozess gewonnenen Softwareerkenntnisse halfen laut Jaguar bei der Entwicklung einer prognostizierten Energieoptimierungs-Funktion für die PHEV-Modelle F-PaceP400e und E-Pace P300e.

Elektro in der Stadt, Verbrenner auf der Autobahn

Anhand einer Fülle von GPS-Kartendaten – einschließlich der Straßenprofile mit möglichen Durchschnittsgeschwindigkeiten und Steigungen – trifft das System eine fundierte Entscheidung darüber, wie der Antriebsstrang auf den einzelnen Etappen am besten eingesetzt werden sollte: Vorrang für den Elektromotor in städtischen Gebieten, um eine abgasfreie Fahrt zu ermöglichen, oder Priorität für den effizienten Ingenium-Benzinmotor auf Autobahnen. Diese intelligente, vorausschauende Steuerung der beiden Antriebsquellen kann die Energieeffizienz im realen Fahrbetrieb verbessern. Das System stellt außerdem sicher, dass der Fahrer oder die Fahrerin mindestens sechs Kilometer an elektrischer Reichweite in Reserve hat, um in der letzten Phase der Reise geräuschlos und ohne Auspuffemissionen am Ziel anzukommen.

„Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage kann bei unter einem Prozentpunkt Energieverbrauch pro Runde liegen – jeder marginale Gewinn an Effizienz macht einen Unterschied. Daher modellieren wir jede Strecke und die Leistung des Jaguar I-Type auf dieser Strecke bis ins kleinste Detail, um so die optimale Energiestrategie für jedes Formel-E-Rennen entwickeln zu können“, erläutert James Barclay, Teamchef des TCS Racing Teams, „die von uns verwendeten Techniken und das unschätzbare Wissen, das wir aufgebaut haben, haben dazu beigetragen, dass die Technologie der vorausschauenden Energieoptimierung in den Plug-in-Hybriden von Jaguar so effektiv ist und es den Kunden ermöglicht, das Beste aus ihren hochmodernen Antriebssträngen herauszuholen. Dasselbe gilt für die Eco-Coach-Technologie in den Mild-Hybriden von Jaguar, die den Fahrern hilft, Kraftstoff zu sparen und Emissionen zu reduzieren. Beides sind großartige Beispiele für unsere „Race-to-Innovate“ bzw. „Innovationen durch Motorsport“-Philosophie und dafür, wie wir unsere Erkenntnisse aus der hart umkämpften Formel E Weltmeisterschaft an unsere Kunden weitergeben."

Eco-Coach Funktion für mehr Effizienz

Die im Jaguar XE, XF, E-Pace und F-Pace MHEV zum Einsatz kommende Eco-Coach-Funktion nutzt laut Jaguar intelligente Algorithmen, um den Kunden beim Erspüren eines gleichmäßigeren und damit effizienteren Fahrstils zu helfen. Indem sie die vor ihm liegende Fahrbahn erkennt und auffordert abzubremsen, um die Vorteile des regenerativen Bremsens zu maximieren. Die Eco-Coach-Technologie ist vergleichbar mit den Beschleunigungs- und Verzögerungs-Zyklen, die die Rennfahrer der Formel E zur Optimierung ihres Energieverbrauchs während eines E-Prix nutzen. Dazu muss man wissen, dass ein Formel-E-Rennwagen während eines Rennens etwa ein Drittel der Energie zurückgewinnen muss, um über die Distanz von 45 Minuten + eine Runde zu kommen.

Auf öffentlichen Straßen nutzt Eco Coach den GPS-Standort des Fahrzeugs und die in der Cloud gespeicherten Daten, um die wahrscheinlichste Route, die das Fahrzeug nehmen wird, vorherzusehen. Zusammen mit Kartendaten wie Steigungen, Straßenkrümmungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen kann die Technologie bis zu 2,5 km weit in die Zukunft blicken – der sogenannte elektronische Horizont – um kommende Kurven, Kreuzungen und Kreisverkehre, niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen und Gefälle zu erkennen – alles Situationen, in denen der Fahrer mit großer Wahrscheinlichkeit das Gaspedal lupfen wird.

Dieses Bild der vorausliegenden Straße wird alle zehn Meter aktualisiert und an das Antriebsstrang-Steuermodul gesendet. Zum Zweck, den optimalen Punkt für den Fahrer zu bestimmen, an dem er das Gaspedal zurücknehmen kann, um so viel wie möglich über regeneratives Bremsen anstelle der Reibungsbremsen zu verzögern. Wenn das Fahrzeug diesen Punkt erreicht, fordert Eco Coach den Fahrer über ein ausgefülltes grünes Pedalsymbol in der Instrumententafel auf, vom Gas zu gehen.

Was bedeutet das?

Von der Rennstrecke auf die Straße. Jaguar hat sich als Philosophie „Innovation durch Motorsport“ auf die Fahnen geschrieben. Wie man auch zum Motorsport an sich steht - wenn es mehr Effizienz für den realen Fahrbetrieb auf der Straße bringt, ist auf jeden Fall etwas gewonnen.

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