Jaguar Land Rover setzt auf Brennstoffzelle beim Defender

Tata-Tochter stellt Wasserstoff-Antrieb auf Basis des neuen Defender vor, dessen Testbetrieb Ende 2021 starten soll. Man rechnet bis 2030 mit weltweit über zehn Millionen Fahrzeuge mit H2-Fuel-Cell und 10.000 Tankstellen und sieht in der Technologie die ideale Ergänzung für größere Fahrzeuge mit Reiseanspruch.

Mit Wasserstoff in die Ferne schweifen: Jaguar Land Rover sieht durchaus eine Berechtigung für die H2-Fuel-Cell neben batterieelektrischen Antrieben - bei schweren Wagen mit hohem Zug- und Reiseanspruch wie der Defender. | Foto: JLR
Mit Wasserstoff in die Ferne schweifen: Jaguar Land Rover sieht durchaus eine Berechtigung für die H2-Fuel-Cell neben batterieelektrischen Antrieben - bei schweren Wagen mit hohem Zug- und Reiseanspruch wie der Defender. | Foto: JLR
Johannes Reichel

Der britische Automobilhersteller Jaguar Land Rover (JLR) hat die Entwicklung eines Prototypen auf Basis des Land Rover Defender mit wasserstoffbetriebenem Brennstoffzellenantrieb bekanntgegeben, der noch in diesem Jahr den Testbetrieb starten soll. Das Entwicklungsprojekt der Tochter des indischen Tata-Konzerns sei ein wichtiger Bausteiln der neuen Strategie, die Ex-Renault-Chef und JLR-CEO Thierry Bolloré vor wenigen Wochen verkündet hatte. Bis zum Jahr 2036 sollen die Auspuffemissionen der Modelle auf Null reduziert, bis 2039 die Nettoemissionen an Kohlendioxid aus Produkten, Standorten und der Lieferkette ebenfalls komplett getilgt sein.

"Auf dem Weg zu emissionsfreier Antriebstechnik können Brennstoffzellenfahrzeuge eine wichtige Ergänzung zu batterieelektrisch angetriebenen Modellen werden", glaubt der Hersteller.

Man verweist auf die Vorteile der Technologie wie hohe Energiedichte und schnelle Betankung. Zudem verringere sich die Reichweite bei niedrigen Temperaturen kaum, womit sich der Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb besonders für größere Fahrzeuge, konzipiert für größere Reichweiten oder den Einsatz in besonders warmer oder kalter Umgebung eigne, so die Argumentation.

Staatliche Förderung soll Entwicklung beschleunigen

Das Entwicklung des Modells wird im Rahmen des „Project Zeus“ durch das staatliche Advanced Propulsion Centre kofinanziert. Hierbei wollen Ingenieure und Entwickler neue und tiefere Einblicke bekommen, wie der Wasserstoff-Antrieb optimiert werden kann im Hinblick auf große Reichweite, schnelle Betankung, Zugvermögen und Geländetauglichkeit.

"Wir sind uns bewusst, dass Wasserstoff eine wichtige Rolle im Antriebsmix der Zukunft spielt – und zwar über die gesamte Auto- und Transportindustrie hinweg. Neben batterieelektrischen Modellen bieten wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge eine weitere emissionsfreie Lösung für die besonderen Fähigkeiten und Anforderungen der Modellpalette von Jaguar Land Rover", erklärte Ralph Clague Leiter Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bei JLR.

Seit 2018 habe sich die Zahl der Brennstoffzellenfahrzeuge nach Angaben der Internationalen Energieagentur der OECD weltweit fast verdoppelt, die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen sei um mehr als 20 Prozent gestiegen. Die globale Initiative Hydrogen Council prognostiziere bis 2030 einen weltweiten Anstieg der Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb auf rund 10 Millionen Exemplare. Gleichzeitig würden rund um den Globus rund 10.000 Wasserstoff-Tankstellen entstehen, so die Prognose.

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