J.D. Power Qualitätsstudie: Dodge siegt, Tesla verliert

Die jährliche Qualitätsstudie von J.D. Power stellt Tesla keine guten Noten aus

Bei der J.D. Power-Studie hätte Tesla in einer reellen Wertung den letzten Platz belegt. | Foto: Tesla
Bei der J.D. Power-Studie hätte Tesla in einer reellen Wertung den letzten Platz belegt. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Jedes Jahr sind die Hersteller gespannt auf die Initial Quality Study von J.D. Power, die auch 2020 in ihrer mittlerweile 34. Ausgabe wieder interessante Ergebnisse brachte. Erstmals wurde auch Tesla untersucht, obwohl die Marke nicht offiziell eingestuft werden konnte, wie Doug Betts, Präsident der Automotive-Abteilung bei J.D. Power, erklärte, denn:

„Im Gegensatz zu anderen Herstellern gewährt Tesla uns keine Erlaubnis, seine Kunden in den erforderlichen 15 Staaten zu befragen. Wir konnten jedoch eine ausreichend große Umfrage unter Eigentümern in den anderen 35 Bundesstaaten durchführen und mit dieser Basis den Tesla-Score berechnen.“

Die IQS umfasst alle Probleme, die bei neuen Fahrzeugen in den ersten 90 Tagen nach Erwerb auftreten - einschließlich der damit verbundenen neuen Technologien. Berücksichtigt werden etwa Komponenten, die fehlerhaft und schwer zu verstehen sind oder nicht so funktionieren, wie es sich die Kunden wünschen. Das erklärt übrigens auch das schlechte Abschneiden der Premiummarken, die mittlerweile sehr komplexe Technik verbauen und wegen der hohen Preise auch eine überdurchschnittlich kritische Kundschaft haben. So verhageln Audi, BMW und Co oft Kleinigkeiten das Ergebnis. Das beste absolute Ergebnis fuhr der kompakte Chevrolet Sonic ein, der von 2011 bis 2017 auch in Deutschland als Chevy Aveo verkauft wurde und der gegen den Ford Fiesta, Opel Corsa und VW Polo antrat. Hier kam es pro 100 Fahrzeugen „nur“ zu 103 Mängeln.

Spitzenreiter Dodge und Kia brachten es modellübergreifend auf je 136 Mängel, beste deutsche Marke war Volkswagen mit 152 Mängeln auf Rang 9, und damit besser als der Schnitt von 166 Mängeln. Tesla bildete mit 250 Mängeln pro 100 Autos das Schlusslicht.

Unabhängig von Tesla ist das Infotainment das größte Problem aller Hersteller: Knapp ein Viertel aller angeführten Probleme beziehen sich darauf, was auch die hohen Fehlerzahlen pro Auto erklärt, denn: Zu den Hauptbeschwerden gehört oft die integrierte Spracherkennung, die Konnektivität von Android Auto- und Apple CarPlay-, Touchscreens, integrierte Navigationssysteme sowie die Bluetooth-Konnektivität.

Was bedeutet das?

Umgerechnet auf die Anzahl der Autos hat jeder Tesla 2,5 Probleme pro Fahrzeug. Die allerdings meist vom Infotainment stammen. Was auch erklärt, weshalb alle Marken vergleichsweise schlecht abschneiden, denn selbst der Sieger kommt noch auf 1,03 Mängel pro Neuwagen. Fragt sich, ob die Autohersteller bei den hochkomplexen Systemen zu viel wollen. Und es folglich sinnvoller wäre, Infotainmentaufgaben, die für die Fahrt nicht essenziell wichtig sind, komplett auf das Smartphone auszulagern, dass sich automatisch mit dem Auto verbindet – und dann per Sprache bedient werden kann, gute Spracherkennungssoftware natürlich vorausgesetzt.

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