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Iveco/Nikola: E-Truck startet Mitte 2020

Zur Vorstellung des gemeinsam entwickelten batterieelektrischen Nikola Tre BEV kündigt man weitere Schritte an. Der E-Truck soll ab Mitte 2020 in Tests rollen, Launch ist zur IAA 2020 geplant. 

Schneller Brüter: In drei Monaten haben die neuen Partner den Nikola Tre auf Basis des Iveco S-Way umgesetzt, vorerst als batterieelektrischen Lkw. | Foto: Iveco
Schneller Brüter: In drei Monaten haben die neuen Partner den Nikola Tre auf Basis des Iveco S-Way umgesetzt, vorerst als batterieelektrischen Lkw. | Foto: Iveco
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Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco und das US-amerikanische Start-up-Unternehmen Nikola Motors haben in Turin ihren gemeinsam entwickelten vollelektrisch angetriebenen Schwer-Lkw präsentiert und ihre genauere Strategie erläutert. Der in diesem Falle batterieelektrisch angetriebene Nikola Tre BEV basiert auf der Iveco S-Way-Plattform soll als erstes Modell dem Einstieg in die Technologie dienen und die Transformation der Schwer-Lkw-Klasse in Richtung Emissionsneutralität beschleunigen. Das Fahrzeug wird nur drei Monate nach der Bekanntgabe der Kooperation präsentiert, war aber schon bei Nikola als Designmodell und Prototyp entwickelt worden. Gemeinsam wollen die Partner ein europäisches Joint Venture zur Entwicklung und Vertrieb eines Fuel-Cell-Frontlenker-Lkw und von batterieelektrischen Fahrzeugen für den europäischen Markt umsetzen.

Der als Prototyp präsentierte Tre BEV ist als 4x2-Sattelzugmaschine ausgeführt, soll aber auch als 4x2 und 6x2-Fahrgestell kommen und bis 44 Tonnen Gesamtgewicht ermöglichen. Er verfügt über ein modulares Paket aus Lithium-Ionen-Akkus mit bis zu 800 kWh Kapazität, was für bis zu 400 km Reichweite genügen soll. Für Vortrieb sorgt ein Elektromotor mit 480 kW Dauerleistung, der über 1.800 Nm Drehmoment verfügt. Die Batterien sollen auch die Grundlage für die Entwicklung des Fuel-Cell-Powertrains legen.

Iveco will dabei auch die Technologie der Schwestermarke unter dem CNH-Industrial-Dach FPT Industrial einbringen, wo man schon seit längerem an einem Brennstoffzellen-Fahrgestell und Batterietechnologie für Lkw arbeitet. Das erste Ergebnis der Kooperation ist nun zwar ein batterieelektrisches Fahrzeug auf Iveco-Basis und unter Implementierung von Nikola-Technologien, Bedieneinheit und Infotainment, das auf Bluetooth-Technologie setzt, um eine "Handsfree"-Nutzererfahrung zu realisieren, wie der Anbieter skizziert. Auch das Schließsystem ist "schlüssellos", der Fahrer soll individualisierte Einstellungen etwa für Klima, Spiegel oder Fahrhöhe programmieren können. Der E-Truck soll schon Mitte 2020 in erste Tests rollen. Der offizielle Launch wurde für die IAA 2020 angekündigt, die ersten Fahrzeuge an Kunden ausliefern will man dann ab 2021. Service, Vertrieb und Wartung soll über das europäische Iveco-Netzwerk erfolgen.

Doppel-Strategie: BEV als Basis für FCEV

Grundsätzlich sieht man bei FPT den jetzt vorgestellten batterieelektrischen Truck als ersten Schritt in Richtung eines brennstoffzellenbetriebenen Antriebs, den man bis 2023 in Serie bringen will, wie FPT-Powertrain-Chefin Annalisa Stupenengo erklärte. Sie sieht aber generell eine Zweiteilung als plausibel an, batterieelektrische Fahrzeuge würden im regionalen und urbanen Verkehr Marktanteile gewinnen, die Brennstoffzelle bei schwereren Anwendungen und im Fernverkehr. Aus ihrer Sicht sind nur elektrische Antriebe sowohl in der "Well-to-Wheel" als auch "Tank-to-Wheel"-Betrachtung CO2-neutral darstellbar.

Aus Sicht von Gerit Marx, President Commercial Vehicles bei Iveco seien batterie- und brennstoffzellenbetriebene Nutzfahrzeuge jeweils passend zum Anwendungszweck die einzige profitable und plausible Lösung, um sie mit grünen Energien zu koppeln und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Nikola-CEO Trevor Milton sieht in der Kooperation eine "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. Seit der ersten Vorstellung des Nikola Tre 2016 hätten das Unternehmen viele Anfragen erreicht, das Fahrzeug auch nach Europa zu bringen. Man habe nun in CNH Industrial den richtigen Partner dafür gefunden. Man schaffe tausende Arbeitsplätze und zwinge die Truck-Industrie zu reagieren und den Weg Richtung "null Emission" zu beschleunigen.

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