Iveco: Spedition Gustke forciert mit LNG-Trucks die Antriebswende

Die 30 Flüssigerdgasmodelle vom Typ Stralis NP sollen umweltfreundlich und rentabel sein und sind mit neuester Fahrerassistenz ausgestattet. Ein Abbiegeassistent wurde nachgerüstet.

Gustke gibt Gas: 30 neue Iveco-LNG-Sattelzugmaschinen ergänzen den Fuhrpark und verdrängen zusehends die Diesel-Modelle. | Foto: Iveco
Gustke gibt Gas: 30 neue Iveco-LNG-Sattelzugmaschinen ergänzen den Fuhrpark und verdrängen zusehends die Diesel-Modelle. | Foto: Iveco
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Die Rostocker Spedition Heinrich Gustke hat 30 Sattelzugmaschinen vom Typ Iveco S-Way NP mit LNG-Antrieb in Dienst genommen. Damit will das Logistikunternehmen Treibstoff- und Betriebskosten sparen und in der Transportbranche ein Zeichen setzen. „Natürlich sind die LNG-Sattelzugmaschinen im Vergleich zum Diesel-Produkt in der Anschaffung teurer. Aber dafür bekommen wir für jeden LNG-Lkw – allerdings nur noch bis Ende des Jahres – einen staatlichen Zuschuss von 12.000 Euro und fahren bis Ende 2023 mautfrei", erklärt Geschäftsführer Stefan Gustke.

Zusammen mit dem Minderverbrauch gegenüber Diesel-Lkw bringe das eine Kostenersparnis beim Treibstoff von über 20 Prozent, rechnet der Unternehmer vor, der den mittelständischen Familienbetrieb in dritter Generation führt. Bei Fahrleistungen von 140.000 Kilometern und mehr im Jahr würden sich Mehrkosten für die Anschaffung auch durch die Mautersparnis amortisieren. Den Hersteller sieht er als Vorreiter bei Gasfahrzeugen und misst ihm die meisten Erfahrungen mit dieser Antriebstechnik zu.

Performance wie ein Diesel

Auch in Sachen Design, Platzangebot und Komfort brauche sich der neue S-Way mit Hochdachkabine gegenüber dem Wettbewerb nicht zu verstecken, urteilt Gustke. Die Performance und Leistungsentfaltung läge auf Augenhöhe mit einem Diesel-Lkw. Aus Gustkes Sicht stellt Erdgas die derzeit einzige marktfähige Alternative für Lkw im Fernverkehr dar, die ökologisch und ökonomisch sei.

„Im Vergleich zum Dieselantrieb emittieren unsere Gasfahrzeuge deutlich weniger CO2, 60 Prozent weniger Stickoxide und kaum Feinstaub. Zusätzlich laufen die Methan-Motoren wesentlich leiser und verbrauchen auch weniger“, weiß der Norddeutsche. 

Die 460 PS starken Iveco-Sattelzugmaschinen machen bereits ein Viertel der Gustke-Flotte aus. Sie besteht aus etwa 120 ziehenden und fast 150 gezogenen Einheiten und wickelt national wie international circa 210.000 Sendungen mit 400.000 Tonnen Gewicht im Jahr ab. Wegen des Einsatzes im Fernverkehr und der mäßig ausgebauten LNG-Tankstelleninfrastruktur hat sich Stephan Gustke für die Versionen mit zwei je 540 Liter großen LNG-Tanks am Rahmen entschieden. Diese fassen rund 390 Kilogramm Erdgas, was eine reale Reichweite von maximal 1.600 Kilometer erlauben soll. Damit biete der Hersteller mit Abstand die größte Reichweite mit LNG-Fahrzeugen, versichert Gustke.

Aktuell 22 LNG-Tankstellen in Deutschland

Tanken könnten seine Mitarbeiter das bis zu minus 162°C tiefgekühlte Flüssigerdgas an der Rostocker LNG-Tankstelle, die im Dezember 2019 auf dem firmeneigenen Betriebsgelände eröffnet wurde und wo bis zu 120 Lkw pro Tag betankt werden können. Derzeit existieren in Deutschland 22 LNG-Tankstellen an verkehrsgünstigen Knotenpunkten. Bis Ende 2020 sollen es mehr als 70 LNG-Stationen sein. In ganz Europa zählt das LNG-Netz inzwischen 250 Stützpunkte. Um auf ihrer Tour immer eine Erdgastankstelle zu finden, erhalten die Fahrer eine aktuelle Übersicht mit allen LNG-Tankstellen in Deutschland digital aufs Display.

Abbiegeassistenz nachgerüstet

Die Fahrzeuge verfügen zudem über eine lufftgefederte Kabine sowie Komfortfeatures wie Lederlenkrad, Kühlschrank, Klimaanlage, ein breites Bett und Fernseher. Darüber hinaus sind sämtliche verfügbare Sicherheitsoptionen verbaut und insbesondere im Stadtverkehr soll ein kameragestützter Abbiegeassistent, den Gustke in allen Lkw nachrüsten ließ, für mehr Sicherheit sorgen.

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