Italien: Trotz Corona-Krise zehnmal so viele EV-Verkäufe wie 2019

Im Februar 2020 wurden in Italien 2530 elektrische Autos verkauft – 2019 waren es noch 253 Einheiten.

Aufbruchstimmung trotz Corona: Italien ist wegen der engen Städte prädestiniert für kleine Stromer. | Foto: Mark Tegethoff/Unsplash
Aufbruchstimmung trotz Corona: Italien ist wegen der engen Städte prädestiniert für kleine Stromer. | Foto: Mark Tegethoff/Unsplash
Gregor Soller

Obwohl der italienische Automarkt schon vor der Corona-Krise gegenüber 2019 um 8,4 Prozent nachgab, stieg der Anteil der Stromer massiv an. Sie machen mittlerweile immerhin 1,5 Prozent des Gesamtmarktes aus. Auch Plug-in-Hybride erzielten mit 1219 Einheiten (gegenüber 269 im Jahr 2019) starke Zahlen und einen Marktanteil von 0,7%. Interessant ist, dass in Italien, wo per se mehr kleine Fahrzeuge verkauft werden, das Interesse an reinen Stromern höher zu sein scheint als an Plug-in-Hybriden. Dagegen verloren die Diesel im Jahresvergleich fast 30 Prozent der monatlichen Zulassungen, und kamen noch auf 34,8 Prozent Marktanteil verglichen mit 45,1% vor einem Jahr.

Trotzdem ist das Gesamtniveau noch niedrig: Elektrischer Topseller war der Renault Zoe mit 387 Einheiten vor dem VE e-Up mit 341 Einheiten. Es folgen Peugeot e-208 mit 287 Zulassungen ganz knapp vor dem Smart Fortwo mit 286 Einheiten. Platz fünf geht an Teslas Model 3 mit 236 Einheiten. Der Nisan Leaf auf Rang sechs kam auf 234 Verkäufe, der E-Golf zusammen mit dem Mini Cooper SE auf 123 Zulassungen, der Opel Corsa-e wurde 117 mal zugelassen und der DS 3 Crossback e-tense auf Rang zehn immerhin noch 72 mal, wie die UNRAE-Statistik anzeigt. Interessant sind hier auch die vielen noch sehr neuen Modelle, die in erster Linie vom Handel zugelassen worden sein dürften.

Was bedeutet das?

Italien hat ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, aber mit engen Städten und mittleren Entfernungen ein gutes Umfeld für kompakte Stromer. Insofern verwundert die „stille Absatzrevolution“ der ersten beiden Monate 2020 nicht und Italien könnte in Sachen E-Mobilität schnell aufholen. Allerdings sind im Februar viele ganz neue Modelle zugelassen worden, die in erster Linie vom Handel als Vorführer bestellt worden sein dürften. Man darf auf den weiteren Jahresverlauf gespannt sein.

 

Printer Friendly, PDF & Email