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Ispo 2019 im Zeichen der Nachhaltigkeit: Textiles aus Kaffee!

Nachhaltigkeit hat nicht nur den Verkehr sondern auch die Outdoor-Branche erfasst – und führt dort zu interessanten Entwicklungen, die sich eines Tages auch in Fahrzeugen der Interieurs wiederfinden können.

Auch der Outdoor-Bereich achtet auf Nachhaltigkeit - und bringt oft interessante Ideen für andere Branchen hervor. | Foto: Ispo
Auch der Outdoor-Bereich achtet auf Nachhaltigkeit - und bringt oft interessante Ideen für andere Branchen hervor. | Foto: Ispo
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Gregor Soller

Aus der Öko-Nische in den Fokus der Bevölkerung: Nachhaltigkeit ist in und erfasst mehr und mehr Branchen. Laut einer Umfrage von Statista und YouGov aus dem Jahr 2018 finden 79 Prozent der befragten Deutschen das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Auch das Marktforschungsunternehmen Nielsen kam 2015 in einer internationalen Befragung zu dem Ergebnis, dass weltweit Verbraucher und Konsumenten verantwortungsbewusst handeln wollen – und das erwarten sie auch von den Unternehmen. Unter den Befragten gaben 50 Prozent an, sich beim Kauf von nachhaltigen Faktoren beeinflussen zu lassen.

Dem tragen mittlerweile sämtliche Messen Rechnung: Entsprechend sprießen immer mehr Tec-Messen aus dem Boden, aber auch Automobilausstellungen oder die Outdoor-Branche reagieren. Für Letztere sind globale Herausforderungen wie Klimawandel, Plastikmüll und Artensterben besonders relevant. Vielleicht, weil der Outdoor-Sport vor allem in der Natur stattfindet. Das beweist auch der Blick auf die Innovationen und Visionen für den Sommer 2020, die vom 30. Juni bis 3. Juli 2019 auf der OutDoor by ISPO Fachmesse in München vorgestellt werden.

Ein immer weiterwachsender Trend ist der Einsatz von regenerierten Materialien. Statt gewöhnlichem Mesh setzen Hersteller vermehrt auf Econyl. Das ist eine zu 100 Prozent regenerierte und regenerative Nylonfaser, die aus Nylonabfällen, wie zum Beispiel ausgedienten Fischernetzen, von dem italienischen Produzenten Aquafil hergestellt wird. Partner aus der ganzen Welt versorgen Aquafil durch ein eigens eingeführtes Rücknahmeprogramm mit solchen Abfällen aus Deponien und Ozeanen, die dann in mehreren Verarbeitungsschritten zu neuen Nylonfasern gearbeitet werden.  In ihrer Funktion – lange Haltbarkeit, Atmungsaktivität und Reißfestigkeit bekannt – unterscheiden sie sich nicht von herkömmlichen Nylonfasern, sie können allerdings immer wieder recycelt und neu geformt werden. Nach Angaben des Herstellers Aquafil sparen 10.000 Tonnen Econyl rund 70.000 Fässer Rohöl ein und vermeiden 57.100 Tonnen CO2-Emissionen. So reduziert die Herstellung von Econyl die Auswirkungen auf den Treibhauseffekt um rund 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Nylonfasern und die Faser wird im Sommer 2020 von vielen Herstellern in ihren Kollektionen verarbeitet.

Neben recycelten Materialien legen Hersteller den Fokus außerdem auf nachwachsende Rohstoffe aus der Natur. Klassiker waren in den letzten Jahren das industriell aus Eukalyptusholz hergestellte Lyocell, auch als Tencel bekannt, oder Merinowolle. So kann Schöffel Textilfasern mit recyceltem Kaffeesatz aus dem Funktionsstoff S.Café verarbeiten. Für Sommer 2020 stellt das Schwabmünchner Unternehmen die neue S.Café Airmem vor. Eine leichte Membran, die zu einem Viertel aus Kaffeeöl besteht und damit die geruchshemmende Wirkung auf natürliche Weise beispielsweise in Jacken integriert. Der bayerische Schlafsackhersteller Grüezi Bag präsentiert hingegen mit dem Biopod DownWool Ice Compostable einen Schlafsack aus atmungsaktivem Nylon, der in 200 Tagen zu fast 100 Prozent industriell kompostierbar ist. Herkömmliche Polyester würde dafür rund 400 Jahre benötigen. 

Was bedeutet das?

Kaffee oder kompostierbarer Nylon: Solche Materialmixes und -experimente können durchaus den Weg in Inneneinrichtungsthemen finden – sowohl bei Immobilien als auch bei Fahrzeugen. Denn nicht nur in der Business-, sondern auch in der Welt der Freizeit und des Sports wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Dem trägt auch die ISPO Rechnung.  

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