Irre: VW holt den International Scout zurück

Der International Scout kommt zurück – von VW: Der Volkswagen Konzern bringt in den USA einen vollelektrischen Pick-up und robusten SUV auf den Markt.

Jetzt ist es offiziell: Der Scout kommt zurück - nicht als International Harvester, sondern als eigene Marke. | Foto: Volkswagen
Jetzt ist es offiziell: Der Scout kommt zurück - nicht als International Harvester, sondern als eigene Marke. | Foto: Volkswagen
Gregor Soller

Nach den luftgekühlten Heckmotormodellen konnte VW in den USA keinen Kult mehr landen, weshalb jetzt indirekt die Lkw-Sparte Traton aushelfen darf: Denn die übernahm den Lkw-Hersteller Navistar International, der einst als „Nebenprodukt“ auch den Geländewagen „Scout“ fertigte. Der wie Käfer und Co. bis heute viele Fans weltweit hat.

Mit dem Scout gegen Rivian und die „Big Three“

Und nachdem man VW einen Offroader und /oder Midsize-Pickup irgendwie nicht so Recht abnehmen würde, entschied der Vorstand jetzt, gegen Rivian, Ford, GM und Ram künftig mit „Scout“ anzutreten. Das Rezept ist bewährt: Man entwickle einen elektrischen grobschrötigen Pickup, leite davon ein SUV ab und schon hat man ein potenzielles US-Topseller-Duo.

Die Fahrzeuge werden nach VW-Angaben in den Vereinigten Staaten für US-Kunden entworfen, entwickelt und produziert. Dafür wird noch in diesem Jahr ein separates, unabhängiges Unternehmen in den USA gegründet, mit dem der Volkswagen Konzern den Elektrofahrzeugmarkt für die starke US-Markenikone Scout erschließt. Die ersten Prototypen sollen bereits 2023 vorgestellt werden. Die Serienproduktion soll 2026 anlaufen. 

Scout erhält eine eigene (Leiterrahmen?-)Plattform

Scout wird dabei auf ein neues technisches Plattformkonzept setzen, mit dem sich authentischere Pick-ups und RUVs realisieren lassen, als mit dem bestehenden Portfolio des Volkswagen Konzerns. Herbert Diess, CEO der Volkswagen AG, erklärte dazu:

"Nachdem Volkswagen den Turnaround in den USA geschafft hat, nutzen wir nun die Chance, unsere Position in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Elektrofahrzeuge weiter auszubauen. Die Elektrifizierung bietet eine historische Chance, als Konzern in das hochattraktive Pick-up- und R-SUV-Segment einzusteigen und damit unsere Ambitionen zu unterstreichen, ein wichtiger Akteur auf dem US-Markt zu werden.“

Arno Antlitz, CFO der Volkswagen AG, ergänzt:

„Das Unternehmen, das wir in diesem Jahr gründen werden, wird eine eigenständige, unabhängig geführte Einheit und Marke des Volkswagen Konzerns. Dies entspricht dem neuen Managementmodell des Konzerns: kleine Einheiten, die agil sind und dabei Zugriff auf unsere Plattformen haben, um Synergien zu heben.“

In Europa wird der Scout sicher gern gesehen, bliebe aber in einer engen Nische, die aktuell von freien Grauimporteuren bedient wird. 

Was bedeutet das?

VW hat in den USA ein sehr „europäisches“ und wenig kultiges Portfolio. Deshalb seien laut Pressemitteilung für Erfolge in den wichtigen Segmenten für R-SUV und Pick-ups „der zentrale Hebel für eine Steigerung der Profitabilität in den Vereinigten Staaten und für die Erreichung des angestrebten Marktanteils von 10 Prozent.“ Der Volkswagen Konzern will so seine Präsenz weiter systematisch ausbauen.

 

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