Ionity ändert Preismodell

Ab dem 31.1.2020 führt Ionity ein verbrauchsbasiertes Preismodell auf Kilowattstundenbasis ein - jede kWh kostet dann 0,79 Euro.

Stufe zwei gezündet: Ionity führt neue Säulen und Preismodelle ein. | Foto: Ionity
Stufe zwei gezündet: Ionity führt neue Säulen und Preismodelle ein. | Foto: Ionity
Gregor Soller

Das europäische HPC Ladenetzwerk von Ionity wächst weiter und bietet aktuell über 200 Ladestationen mit mehr als 860 Ladepunkten in 20 Ländern. Die Standorte an den europäischen Autobahnen bieten bis zu 350 kW Ladeleistung. Bisher kostet jede Ladung pauschal acht Euro, ab 31.1.2020 stellt Ionity dieses Modell aber wie angekündigt um: Künftig soll wie bei jeder Tankstelle auch der reale Stromkonsum bezahlt werden. Kunden ohne Vertrag, die zum Beispiel nur gelegentlich auf Autobahnen unterwegs sind, können ihre Elektrofahrzeuge an allen Standorten des europäischen HPC Ladenetzwerks verbrauchsgenau für 0,79 EUR (Bruttopreis, in der jeweilig landesspezifischen Währung) pro Kilowattstunde (kWh) laden. Damit steigt Ionity wegen der Schnelllademöglichkeit und dem hohen Servicelevel eher hochpreisig ein, bietet aber weiter auch andere Abrechnungsmodelle, wie Michael Hajesch, CEO bei Ionity erklärt: 
 

„Das Ziel von IONITY ist es, ein konsistentes High Power Charging Ladenetzwerk in Europa aufzubauen und das Reisen auf Langstrecken Wirklichkeit werden zu lassen. Für unsere Kunden stellen wir ein hohes Servicelevel zur Verfügung. Mit Blick auf den beschleunigten Hochlauf der Elektromobilität bieten wir mit der Preisumstellung eine marktadäquate und transparente Preisstruktur in Europa. Je nach den individuellen Bedürfnissen, können unsere Kunden ein passendes Preismodell für sich aussuchen.“



Die Tarifumstellung knüpft Ionity wie angekündigt an die jüngsten Neuentwicklungen: Erst vor wenigen Monaten begann man mit der Installation einer neuen Generation von HPC-Ladesäulen mit multifunktionalem LED-Leuchtring (HALO). So sind die Schnelllader nachts an Autobahnen leicht erkennbar und helfen den Kunden beim Anfahren zu den Ladestationen. Zudem wurden der HMI-Bildschirm (Human Machine Interface) sowie die Menüführung optimiert, um das Laden des Elektrofahrzeugs soweit wie möglich intuitiv und stressfrei zu gestalten. Neben der innovativen Gestaltung der Ladesäulen, stehen mehrere europäische Sprachen im Menü sowie eine 24/7 Kundenhotline zur Verfügung, die in sieben Sprachen Hilfe vor Ort anbietet.

Was bedeutet das?

Mit gut 200 Ladestationen hat Ionity sein „Halbzeitziel“ erreicht und geht damit auch bei der Hard- und Software nächste Schritte. Prinzipiell fair ist die Umstellung auf ein verbrauchsbasiertes Abrechnungsmodell. Denn auch Ionity muss irgendwann Geld verdienen. Problematisch ist allerdings, dass bei einem Verbrauch von 20 kWh/100 Kilometer dann rund 16 Euro zu bezahlen sind - womit das E-Auto nicht mehr billiger fährt als ein Verbrenner, was wiederum kontraproduktiv ist.

 

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