ioki: On-Demand-Dienst KEXI in Kehlheim startet erfolgreich

Mit dem neuen Dienst baut die DB-Tochter ihre Strategie der Partnerschaften im ÖPNV weiter aus und strebt zudem verstärkt in den ländlichen Raum. Allerdings mit Diesel-Bussen.

Effiziente Ergänzung: Die Lücken des ÖPNV sollen auf Abruf sollen die Ridepooling-Shuttle von ioki in Kehlheim schließen, auch wenn es für den Start Diesel-Busse sind. | Foto: ioki
Effiziente Ergänzung: Die Lücken des ÖPNV sollen auf Abruf sollen die Ridepooling-Shuttle von ioki in Kehlheim schließen, auch wenn es für den Start Diesel-Busse sind. | Foto: ioki
Johannes Reichel

Im niederbayerischen Kelheim hat der neue Expressbus „KEXI“ am 1. Juli 2020 seinen Betrieb aufgenommen und erfreut sich nach den ersten Wochen dem Vernehmen nach sehr hohen Zuspruchs. Der On-Demand-Service soll den klassischen ÖPNV im Landkreis Kelheim ergänzen und Kunden des barrierefreien Expressbus-Angebots unabhängiger von Fahrplänen und Taktfrequenzen machen. Zwei diesel-betriebene Kleinbusse vom Typ Ford Transit Tourneo verkehren von Montag bis Samstag zwischen 6 und 21 Uhr. Kunden können sich auf Abruf und flexibel zwischen den rund 150 Haltestellen und je nach Fahrtziel auf unterschiedlichen Routen befördern lassen. Mit dem Ridepooling, das Zustiege während der Fahrt erlaubt, würden die Fahrzeuge zudem besser ausgelastet.

Buchbar ist der Dienst per Smartphone App oder auch telefonisch über eine Mobilitätszentrale. Neben der Sofortbestellung kann der Expressbus, der über eine Rollstuhlrampe barrierefrei zugänglich ist, auch im Voraus gebucht werden. Die infolge des Coronavirus strengeren Hygieneregeln will man durch die Begrenzung der Fahrgastzahl auf maximal vier Personen sowie Maskenpflicht an Bord einhalten. Das Servicegebiet des neuen Angebots ist in zwei Zonen unterteilt und umfasst als Pilotierung vorerst nur das Stadtgebiet Kelheim. „KEXI“ soll jedoch weiter ausgebaut werden und langfristig im gesamten Landkreis verfügbar sein. Der Fahrpreis ist zonenbezogen und beträgt zwei bzw. drei Euro pro Person und Fahrt, bei den Sechserkarten ist eine Fahrt gratis.

Betreiber ist der RBO, ioki schafft die Schnittstelle

Das Pilotprojekt in Kelheim wird gefördert durch dasBayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr unter der Federführung des Landkreises Kelheim. Betrieben wird das Expressbus-Angebot von der Regionalbus Ostbayern GmbH (RBO). Die On-Demand-Plattform wurde von ioki entwickelt, dem "Geschäftszweig der Deutschen Bahn (DB) für intelligente Mobilitätslösungen jenseits der Schiene", wie es in der Eigenbeschreibung heißt. Für die optimale Implementierung hat man eine Schnittstelle zu der von DB Regio Bus entwickelten "Wohin·Du·Willst-App" geschaffen. Ab sofort zeige die App auch Verbindungen des On-Demand-Verkehrs „KEXI“ an. Zukünftig tritt die App im Landkreis Kelheim als eigenständige App der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Kelheim (VLK) auf.

„Mit „KEXI“ stellen wir im Landkreis Kelheim ein zeitgemäßes Verkehrssystem zur Verfügung, mit dem Jedermann schnell und ohne lange Umwege von A nach B gelangt und das auch Personen ohne Auto bzw. Führerschein die Möglichkeit bietet, preiswert mobil zu sein", schwärmt Landrat Martin Neumeyer, Landrat des Landkreises Kelheim.

Das Ziel sei es, mit Hilfe von bedarfsgerechten Lösungen wie dem digitalen Expressbus die Hürde der ersten und letzten Meile zu reduzieren und Kunden individuell an ihr Ziel zu bringen, ergänzte Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki.

"Nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Raum sollen Menschen ohne eigenes Auto einfach und schnell mobil sein“, postuliert der DB-Manager.

Printer Friendly, PDF & Email