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Interesse an Elektrifizierungs-Know-How: Daimler AG lehnt Einstieg von Geely ab

Wie die Automotive News China berichten, hat die Daimler AG ein Angebot von der Zhejiang Geely Holding Group abgelehnt, die sich mit drei bis fünf Prozent an den Stuttgartern beteiligen wollte. 

Geely greift jetzt auch nach einem Daimler-Anteil: Die Chinesen bei der Präsentation des S1. | Foto: Geely
Geely greift jetzt auch nach einem Daimler-Anteil: Die Chinesen bei der Präsentation des S1. | Foto: Geely
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Gregor Soller

Der Hintergrund für den geplanten Geely-Einstieg bei Daimler liegt Automotive News China in Geelys Interesse am Elektrifizierungs- und Batterie-Know-How der Stuttgarter. Gemeinsam mit Daimler hätte Geely ein Joint Venture in Wuhan geplant.

Nach wie vor hofft der Volvo-Eigentümer, in den kommenden Wochen auch mit den Stuttgartern noch ins Geschäft zu kommen. Laut Automotive News China gab es angeblich ein Treffen zwischen Managern beider Konzerne in China, bei dem Geely drei bis fünf Prozent neuer Daimler-Aktien übernommen hätte, sofern Daimler hier besondere Konditionen angeboten hätte. Das Fünf-Prozent-Paket soll nach aktuellem Marktwert rund 4,5 Milliarden Dollar Wert sein.

Bei den Diskussionen war nicht ganz klar, welchen Discount sich Geely erhofft hätte. Auf Rückfragen gab man dazu keinen Kommentar. Daimler kommentierte dagegen prompt und kryptisch: Man sei mit den aktuellen Eigentumsverhältnissen sehr zufrieden, könne sich langfristig aber auch andere oder neue Investoren vorstellen. Aktuell plant Daimler aber definitiv, keine neuen Aktienpakte auszugeben.

Außerdem kooperiert Daimler in China schon seit langem mit BAIC Motor. Erst im November 2017 wurde bekanntgegeben, dass das Joint-Venture weitere 757 Millionen Dollar in eine Elektrofahrzeugproduktion in China investieren möchte. Außerdem kooperiere Daimler laut Automotive News China auch mit BYD.   

Anlass für viele derartige Gespräche in China seien laut Automotive News China das neue Elektroauto-Gesetz in China, das 2019 in Kraft tritt und Druck auf alle Marktteilnehmer macht. Geely ist laut Automotive News China aktuell 32 Milliarden Dollar Wert und mit fünf Prozent Marktanteil der größte einheimische Hersteller, wie eine Analyse von Nomura Securities ergeben haben soll.

Was bedeutet das?

Die Konzerne in China erstarken weiter und ohne sie kann man dort kein Geschäft machen. Dabei haben sie keine Hemmung, mit mehreren ausländischen Konkurrenten gleichzeitig zu kooperieren. Sich nach der Volvo-Cars-Übernahme auch an Daimler beteiligen zu wollen, zeugt von Selbstbewusstsein. Interessant ist auch, dass die Elektrifizierung hier neue Geschäfts- und Kooperationsmodelle aufs Tablett bringt.

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