imove: Norwegisches Start-up verbindet Auto-Abo mit E-Mobilität

„Nutzen statt besitzen“ und „mobil, aber sauber“, ein Start-up verbindet zwei Megatrends zu einem Erfolgsmodell mit Vorbildcharakter. Seit 2018 gibt es E-Autos im Abo, jüngst surrte Nummer 1.000 an.

Elektrisch und im Abo: Ein norwegisches Start-up ist mit einer Kombination der beiden Trends erfolgreich - auch dank datengetriebenem Ansatz. | Foto: imove
Elektrisch und im Abo: Ein norwegisches Start-up ist mit einer Kombination der beiden Trends erfolgreich - auch dank datengetriebenem Ansatz. | Foto: imove
Johannes Reichel

Der Wunsch nach sauberer Mobilität wächst und zugleich werden E-Autos noch immer als zu teuer wahrgenommen. Gleichzeitig können sich vor allem jüngere Menschen vorstellen, zwar ein Auto zu nutzen, es aber nicht besitzen zu müssen. Flexibler Besitz lautet das Motto einer neuen Generation von Mobilitätskunden. Das zeigt auch eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Demnach könnten sich rund 35 Prozent der Deutschen vorstellen, für eine flexible Pkw-Nutzung lieber monatlich eine Rate zu bezahlen, anstatt ein Gefährt zu kaufen – und dieses auf Dauer zu unterhalten.

„Unser Ziel ist, den globalen CO2-Ausstoß spürbar zu reduzieren. Wir sind überzeugt, dass eine Einstiegshürde von 400 Euro im Monat für eine Eletroauto im Abo für viele Europäer deutlich attraktiver ist als 40.000 Euro für den Kauf", erklärt Hans Kristian Aas, CEO und Co-Founder von imove.

Abo-Kunden von imove haben die Wahl: vom Kleinwagen bis zum SUV, von einem bis zu mehreren Monaten. Manche nutzen das Abo nur für eine Übergangszeit, viele bleiben bei dem Modell der flexiblen Fahrzeugnutzung, wenn sie es einmal ausprobiert haben. Rund 65 Prozent der Kunden von imove abonnieren für länger als sechs Monate.

Flexibel bleiben: Mal Kleinwagen, mal Limousine

Der flexible Ansatz bedeutet auch, dass Kunden das Fahrzeug wechseln: den Kleinwagen für den Einsatz im Alltag, den Kombi oder SUV für das Wochenende oder die Ferien. So ersetzt das Abo auch den Zweitwagen. Im Grunde handelt es sich bei dem Abo um ein langfristiges Mietmodell, bei dem alle Kosten wie zum Beispiel die Wartung und die Versicherung in dem monatlichen Grundpreis inkludiert sind. Nur die Ladekosten müssen Nutzerinnen und Nutzer noch selber bezahlen.

Software als Schlüssel: Invers liefert das Rückgrat

Um die E-Abo-Idee mit realen Fahrzeugen wahr werden zu lassen, setzt imove auf Sharing-Lösungen von Invers. Alle Fahrzeuge sind mit CloudBoxx, der IoT des Technologieanbieters ausgerüstet, die den Zugriff auf Fahrzeugdaten und -funktionen ermöglicht.

„Die Business-Idee von imove entspricht genau dem Einsatz-Szenario, das wir für unsere Technologie im Blick haben“, meint Alexander Kirn, CEO von Invers.

Die Lösungen erstellen einen digitalen Zwilling des physischen Fahrzeugs, so dass es sich digital ansteuern, überwachen und verwalten lässt. Es sei damit sehr flexibel nutzbar, so dass Betreiber innovative Mobilitätskonzepte wie E-Abos oder Sharing erfolgreich umsetzen können, wirbt der CEO. Neben der zuverlässigen Konnektivität war für imove bei der Auswahl der Fahrzeugzugang per Smartphone wichtig, mit dem das Start-Up sein Angebot so flexibel gestalten kann.

Geschäftsmodell mit Daten hilft zu Profitabilität

Um das Geschäft mit dem Abo-Modell profitabel zu betreiben, ist für die Mobilitäts-Visionäre von imove vor allem das smarte Nutzen von Daten ein erfolgsentscheidender Faktor. Sie sammeln Fahrzeugdaten, um zum Beispiel Mobilitätsmuster und Nutzerverhalten besser zu verstehen. Jedes Fahrzeug ist "connected", jede Fahrt liefert GPS-Daten und Informationen zum Fahrverhalten. Mehr als 200 Analysen bietet die Plattform von imove, um zentrale Flottenkennzahlen wie die Auslastung, die finanzielle Performance oder Kundenfluktuation auszuwerten und das Angebot zu optimieren.

Dabei haben sie auch Lebenszyklus des Anlagepostens Auto im Visier: Wann sollte welches Fahrzeug sinnvollerweise in welchem Nutzungsszenario eingesetzt sein oder auch aus der Flotte genommen werden. „Der datenzentrierte Ansatz ist so etwas wie das Geheimnis unseres Erfolgs“, glaubt Hans Kristian Aas weiter. Die Technologie von Invers liefere zuverlässig ein breites Spektrum an Fahrzeugdaten und bietet damit derzeit die ganzheitlichste und zukunftweisendste Technologie am Markt, so seine Einschätzung.

Auch als White-Label-Lösung zu haben

Neben dem eigenen Abo-Angebot bietet imove seine Plattform als White-Label-Lösung an. Namhafte Angebote wie Kinto Flex von Toyota setzen sie bereits erfolgreich in Norwegen ein. Der erste internationale Einsatz startete im Mai 2021 in Schweden mit dem Abo-Dienst Schysst, den imove und Partner in Stockholm und Uppsala betreiben. Das Ziel: von heute 1.000 E-Autos auf 2.000 bis 3.000 Fahrzeuge noch in diesem Jahr – ein Wachstum, das nachhaltig auf die Akzeptanz von E-Mobilität einzahlt.

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