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IAA Mobility 2023: VW lädt das Kürzel GTI mit dem ID. GTI Concept 1 neu auf

Exakt 48 Jahre nach dem Weltdebüt des ersten Golf GTI auf der IAA in Frankfurt zeigt VW, wie ein 4,10-Meter-Nachfolger auf ID. 2 all-Basis aussehen wird, dessen Bau beschlossen ist!

Silber mit roten Akzenten: VW bringt wieder einen kompakten GTI! | Foto: VW
Silber mit roten Akzenten: VW bringt wieder einen kompakten GTI! | Foto: VW
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Gregor Soller

VW scheint auf dem Weg zurück zur „Love Brand“ der Strategie von Renault zu folgen: Erkenne die echten Ikonen Deiner Marke und bringe sie neu und elektrisch – wenn aktuelle Neuerfindungen wie Zoe oder ID.3 die Herzen nicht so recht erwärmen wollen. Dem ID. Buzz folgt also jetzt ein kleiner GTI in Anlehnung an den Ur-Golf-GTI – und das Beste daran ist: Der Bau des GTI ist beschlossen!

Der kleine GTI wurde von Anfang an mitgeplant

Als Volkswagen Chefdesigner Andreas Mindt Anfang des Jahres die ersten Skizzen zum ID. 2 all entwarf, hatte er laut VW-Pressemitteilung parallel bereits das sportliche Derivat vor Augen. Und genau wie der ID. 2 all soll der ID. GTI Concept mehr als ein Showcar sein – er dürfte ziemlich genau so in Serie gehen!

Und da auch VW jeden Cent viermal umdreht, muss die Transformation des ID. 2 all zum „GTI“ ohne Eingriffe in den Rohbau klappen. So wie die Gestalter des ersten Golf vor 47 Jahren eine unverwechselbare GTI-Heckpartie schufen, ohne dabei die Karosserieteile zu verändern. Woraus typische GTI-Merkmale entstanden: Dazu gehörten die schwarz eingerahmte Heckscheibe und die stets schwarze statt verchromte Stoßstange.

GTI: Das „I“ steht künftig für „Intelligence“ statt „Injection“

Das Volkswagen Design-Team hat mit dem ID. GTI Concept auch diese Features neu interpretiert. Statt eines schwarzen Heckscheibenrahmens kommt nun ein schwarzer Dachkantenspoiler zum Einsatz, der seitlich in ebenfalls schwarze Luftleitelemente übergeht. Der große Spoiler selbst ist – wie das Pendant des aktuellen Golf GTI Clubsport – im Dachübergang bis auf einen kleinen Steg in der Mitte offen. Der Spoiler sorgt so für optimale Abtriebswerte und minimale Luftverwirbelungen. Unter dem Spoiler spannt sich quer über die gesamte Fahrzeugbreite als drittes Bremslicht ein schmaler LED-Streifen.

Ein weiteres GTI-Merkmal sind laut VW die ausgestellten Radhausverbreiterungen im mattem Schwarz. Die 20 Zoll großen Leichtmetallräder des Typs „GTI Concept“ wurden eigens für die Studie designt. Sie weisen acht Doppelspeichen und einen markanten Kreis aus ebenfalls acht Öffnungen auf; die Innenflächen der Felgen sind schwarz ausgeführt, die Ränder der acht Öffnungen indes hochglanzpoliert. Auch hier schafft Wolfsburg den Bezug zur Vergangenheit: Eigene Raddesigns – etwa die legendäre „Pirelli“-Felge des Golf GTI I und die „Denver“-Felge des Golf GTI V – gehören ebenfalls zu den prägenden Traditionen eines GTI.

Während die Studie ID. 2all mit einer in Rot gehaltenen LED-Rückleuchten-Querspange ausgestattet ist, wurde dieses Element beim GTI dunkel getönt. Nur die Rahmen der jeweils zwei links und rechts angeordneten 3D-Rückleuchten und das VW-Emblem leuchten hellrot. Eine schwarze Fläche unterhalb der Rückleuchten-Querspange nimmt das Thema der schwarzen Stoßstange des Golf GTI I auf. Mittig in diese Fläche integriert: der GTI-Schriftzug. Kraftvoll ausgeführt ist der zweiteilige, ebenfalls schwarze Heckdiffusor. Seitlich geht dieses Aerodynamikelement in die Radhausverbreiterungen über, nach hinten ragt er über die Karosserie hinaus und schützt so die lackierten Flächen des Stoßfängers. Damit wird auch der Diffusor zu einer kleinen Hommage an die schwarze Stoßstange des ersten Golf GTI.

Auch innen bietet der GTI Besonderes

Ebenfalls kostengünstig: Ein eigenes Interieur. Damals hatte der Golf GTI Sportsitze mit einem Karo-Muster-Bezug, ein Dreispeichen-Lenkrad mit einem tiefliegenden Pralltopf (den die Fans „Spucknapf“ nannten) und ein Schaltknauf im Design eines Golfballs. All das greift VW auf und interpretiert es neu: Das Dreispeichenlenkrad des ID. GTI Concept ist mit einem etwas tieferliegenden Airbag ausgestattet, der die optische Brücke zum Pralltopf des Golf GTI I herstellt. Die illuminierte 12-Uhr-Markierung weist dem Fahrer stets die Richtung. In den zwei horizontalen Speichen des Multifunktionslenkrades befinden sich jeweils eine griffige Drehwalze und zwei Tasten. Damit steuert der Fahrer unter anderem die individuell konfigurierbaren digitalen Instrumente, das Augmented-Reality-Head-up-Display sowie Funktionen wie die Lautstärke.

Da das Automatikgetriebe iüber einen Lenkstockhebel bedient wird, haben die Interieur-Designer das Golfball-Design des ersten GTI-Schaltknaufs auf den multifunktionalen „GTI-Erlebnisschalter“ in der Mittelkonsole übertragen. Über ihn werden die verschiedenen Fahrmodi und die individuellen Looks der Instrumente gesteuert.

Für die Instrumente des ID. GTI Concept stehen grundverschiedene Cockpit-Looks bereit: Die Grundkonfiguration ist ein Spiegelbild unserer heutigen digitalen Zeit – mit allen erdenklichen Informationen und Funktionen sowie einer sportlichen GTI-Grafik. Im Vintage-Modus verwandelt sich das „Digital Cockpit“ (27,7 cm / 10,9 Zoll) vor dem Fahrer zum Beispiel in die Instrumente eines Golf GTI I der zweiten Serie, wie sie auch im legendären „Pirelli-GTI“ zum Einsatz kamen – perfekt passend zum per „GTI-Erlebnisschalter“ aktivierbaren Modus „Golf GTI I“. Ob man jetzt ein digital „nachprogrammiertes“ 80er-Jahre-Cockpit unbedingt haben muss, sei den Fans überlassen. Auch Mini bietet künftig „Vintage-Optik“, die zeitlich bis in die schwülstigen frühen 1950er-Jahre zurückreicht, als die Briten cremefarbene Anzeigen mit schnörkeligen Zahlen versahen…

Head-Up-Display auch für den Beifahrer

Einen neuen Ansatz verfolgten die Designer und Ingenieure auch mit dem Augmented-Reality-Head-up-Display. Es projiziert ein neues Datenspektrum auf die Windschutzscheibe – und zwar nicht nur für den Fahrer, sondern auch den Beifahrer. So verschmelzen an Bord der Studie nun auch für den Copiloten die virtuelle und reale Welt. Im Standardfahrmodus werden dabei Informationen wie die Geschwindigkeit oder die aktuelle Reichweite vor den Fahrer und Beifahrer projiziert. Die Ambientebeleuchtung und der Farbton der Displays sind in dieser Grundkonfiguration im weißen Farbton „GTI Silver Drive“ gehalten.

Sobald der Fahrer den neuen „GTI-Modus“ aktiviert, schalten die Ambientebeleuchtung sowie alle Displays auf den roten Farbton „GTI Red Turbo“ um. Begibt sich der Fahrer im „GTI-Modus“ zum Beispiel auf die legendäre Nürburgring Nordschleife, kann er den Streckenverlauf und die Position des ID. GTI Concept ganz links in die Windschutzscheibe einblenden. Fährt er ein Rennen, sieht er zudem seinen aktuellen Rang im Starterfeld und seine Fortschritte („GTI Achievements“). Der Beifahrer indes sieht vor sich unter anderem die aktuellen bereits gefahrenen Rundenzeiten. Die Studie wird dabei zu einer Projektionsfläche der Welt von morgen und zeigt beispielhaft, was alles möglich sein könnte respektive möglich sein wird.

Das12,9-Zoll Touchdisplay ist bereits seriennah

Seriennah ist das Touchdisplay (Durchmesser: 32,7 cm / 12,9 Zoll) des Infotainmentsystems mit seiner intuitiv bedienbaren Grafik und Menüstruktur. Gleiches gilt auch für das unter dem Display angeordnete Klimabedienteil. Die wesentlichen Klimafunktionen werden dabei über beleuchtete Tasten gesteuert. In der Mitte des Klimabedienteils gibt es zudem – für Fahrer und Beifahrer gleichermaßen gut zugänglich – eine praktische, kleine Drehwalze für die Lautstärkeregelung des Infotainmentsystems. Danke dafür! Hier ist VW Gott sei Dank wieder etwas „zurückgerudert“ und scheint einen Ergonomen mit an Bord genommen zu haben.

Clever: Smartphones werden magnetisch in der Ladeschale arretiert

Eine Etage tiefer in der Mittelkonsole findet man zwei große induktive Ladeschnittstellen für Smartphones, die dort magnetisch arretiert werden. Über den ebenfalls in der Mittelkonsole integrierten „GTI-Erlebnisschalter“ werden weitere Fahrzeugfunktionen geregelt. Zahlreiche im Innenraum verteilte USB-C-Schnittstellen (45 Watt) versorgen Smartphones mit Energie. Über eine voll nutzbare 230-V-Steckdose können alle erdenklichen größeren Geräte mit Strom versorgt werden.

Auf den Sitzen wurde das Karomuster neu interpretiert

Sportsitze prägten den ersten Golf GTI und auch im neuen ID. GTI Concept fallen die ergonomisch geformten Sitze auf. Und natürlich sind ihre Innenflächen in einem neu interpretierten GTI-Karomuster ausgeführt. Der Stoffname: „Jack-e“ (statt „Jacky“ wie im Golf GTI VI). Die Lehne des Fahrersitzes ist zudem mit einem Pulssensor („GTI Heartbeat“) ausgestattet – ein rot pulsierendes LED-Element. Die Verriegelung der Studie mittels Fernbedienung aktiviert die Alarmanlage sowie den von außen sichtbaren „GTI-Heartbeat“ und signalisiert den Nutzenden, dass der Wagen gesichert ist.

Raumgenutzt: Vollwertiger 4+1-Sitzer mit großem Kofferraum

Auch hier soll ein vollwertiges Auto geboten werden: Vier Türen für bis zu fünf Personen, dazu kommen 490 Liter Kofferraum, der sich durch umklappen der 60:40 teilbaren Rückbank auf bis zu 1.330 Liter erweitern lässt. Und der GTI bietet dieselben praktischen Detaillösungen wie der ID. 2 all. Dazu gehören Features wie eine zusätzliche Staubox unter dem doppelten Ladeboden, in die zum Beispiel mehrere Getränkekisten hineinpassen.

Ein weiteres Staufach mit 50 Litern Volumen gibt es unter der mit einem Griff hochklappbaren Rücksitzbank – es wurde speziell für das Ladekabel und Utensilien wie Verbandstasche, Warnwesten und das Tire-Mobility-Set konzipiert. Darüber hinaus ist in diesem abschließbaren (Tresor-) Fach ausreichend Raum für größere Geräte wie Laptops und Tablets, die dort auch geladen werden können. Womit der GTI tatsächlich viel „intelligenter“ ist als sein fast 50-jähriger Urahn.

Was bedeutet das?

Optisch gut gemacht, mit vielen smarten Ideen: Die GTI-Version des ID. 2 wird ihren Weg machen und ist aus unserer Sicht tatsächlich „liebenswerter“ als viele viele GTI-Modelle vor ihr! Dass der Bau beschlossene Sache ist, freut da umso mehr. Bleibt bloß noch die Frage nach Leistung und Preis.

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