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IAA Mobility 2023: Renault hat den Scenic geSUVt - und elektrifiziert!

Mit deutlich mehr "Beinfreiheit" und Platz für Passagiere wie Gepäck fährt der erste Familienstromer der neuen Generation vor. Er soll mit ungewöhnlich großer 87-kW-Batterie bis zu 620 km weit kommen.

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Johannes Reichel

Renault hat den neuen Scenic mit dem komplexen Zusatz "E-Tech Electric" vom Stapel gelassen, der auf der Messe heftig umlagert wurde. Er räumt zwar auf mit der früheren Van-Form, bietet aber deutlich mehr Raum und Platz als der eher maßgeschneiderte Megane E-Tech. Die kompakte Batterie unter dem Fahrzeugboden mit einer Kapazität bis 87 kWh soll eine WLTP-Reichweite bis über 620 Kilometer schaffen und qualifiziert den Scenic E-Tech Electric zusammen mit großzügigen Platzverhältnissen zum Begleiter auch für lange Fahrten in den Urlaub und ins Wochenende, so das Versprechen. Elektromotoren mit 125 kW/170 PS oder 160 kW/220 PS sollen dabei ein gehöriges Maß an Fahrspaß liefern. Weitere Highlights des C-Segment-Elektrofahrzeugs sind das  Solarbay-Glasdach und das Multimediasystem openR Link mit über 50 Apps für die leichtere Reiseplanung.

Beim Elektromotor des Modells handelt es sich um einen fremderregten Motor, der ohne Seltenerdmetalle für Magneten auskommt. Das Aggregat ist in zwei Leistungsstufen verfügbar:

  • Mit 125 kW/170 PS und 280 Nm Drehmoment
  • Mit 160 kW/220 PS und 300 Nm Drehmoment

Ebenso kann die Kundschaft bei der Batterie zwischen zwei Typen mit unterschiedlicher Kapazität wählen, die Topversion läuft bis 170 km/h, die Basis bis 150 km/h:

  • Mit 60 kWh für eine WLTP-Reichweite von mindestens 420 Kilometer
  • Mit 87 kWh für eine Reichweite von mindestens 620 Kilometern

Akkus mit hoher Energiedichte und effizientem Temperaturmanagement

Die hohe Reichweite von bis zu 620 Kilometern resultiert aus diversen Maßnahmen. Hierzu zählt die um sechs Prozent höhere Energiedichte als beim Megane E-Tech Electric durch die NMC-Technologie (Nickel, Mangan, Kobalt) von LG mit einem höheren Nickel- und geringeren Kobaltanteil. Hinzu kommt ein effektives Wärmemanagement: Die von der Batterie und dem Antriebsstrang erzeugte Wärme wird beim Abbremsen des Fahrzeugs genutzt, um den Fahrgastraum mit Hilfe einer Wärmepumpe zu erwärmen, die serienmäßig in alle neuen Scenic E-Tech Electric Versionen eingebaut ist. Zur Serienausstattung zählt ein Ladegerät für das Schnellladen mit Gleichstrom, je nach Land serienmäßig oder optional die beschleunigte Ladung mit 22-kW-Wechselstrom.

Laden mit weniger Energieverlust

Zudem will man die mäßige Ladeeffizienz gesteigert haben, durch Vorkonditionierung der Batterie. Das System nutzt Google Maps, um diese automatisch einzuleiten, sobald sich das Auto dem in der App ausgewählten Ladepunkt nähert. Die Batterie erreicht so bis zur Ankunft die ideale Temperatur von 25 Grad Celsius. Die Senkung der Temperatur und die Anpassung der Batteriechemie ermöglichen eine verbesserte Ladekurve und ein längeres „Plateau“ beim Laden, so der Hersteller. Das Ergebnis sollen kürzere Ladezeiten sein und eine Reichweite von bis zu zwei Stunden auf Autobahnen (entspricht ca. 50 kWh bei einer 150- kW-Ladung) bei einer Ladezeit von 30 Minuten.

Recht kompakte Maße, gute Raumnutzung

Mit noch recht kompakten 4,47 Meter Länge, 1,57 Meter Höhe und 1,86 Meter Breite entspricht der Scenic E-Tech Electric in seinen Abmessungen in etwa dem konventionell motorisierten Vorgängermodell. Dank der schlanken Batterie und der CMF-EV-Plattform mit flachem Innenraumboden konnten die Entwicklungsteams in dem Newcomer in typischer Scenic Modelltradition ein exzellentes Platzangebot realisieren. Hiervon zeugen der Knieraum im Fond von 27,8 Zentimetern und der Kopfraum von bis zu 88,4 Zentimetern in den Versionen mit Solarbay-Schiebedach. Marktstart für den neuen Franzosenstromer ist Anfang 2024. Das Ladevolumen beträgt gute 545 Liter. Sind die Rückbanklehnen komplett umgelegt, steigt die Ladekapazität auf 1.607 Liter bei Beladung bis zum Dach. 

30 Fahrerassistenzsysteme die Sicherheit und unterstützen beim Fahren sowie Einparken. Hierzu zählt erstmals in einem Renault Modell der Safety Coach. Das System informiert über Fahrverhalten sowie Fahrgewohnheiten und gibt individuelle Ratschläge zum Fahrstil. Die Empfehlungen basieren auf dem Feedback des Analysetools Safety Score, das anhand von Sensor- und Kameradaten drei Schlüsselfaktoren des Fahrverhaltens untersucht.

Teilautomatisiertes Fahren ist Pflicht

Der Active Driver Assist ist eine Weiterentwicklung des Autobahn- und Stauassistenten. Wie dieser kann das Assistenzsystem des Levels zwei („teilautomatisiertes Fahren“) auf geraden Strecken und in leichten Kurven das Fahrzeug im Rahmen gewisser Grenzen komplett übernehmen und selbstständig lenken. Zusätzlich nutzt der Active Driver Assist die Geolokalisierung und das Kartenmaterial im Navigationssystem, um vorausschauend zu fahren. So verlangsamt er automatisch die Geschwindigkeit bei Annäherung an eine Kurve oder einen Kreisverkehr. Hierzu vergleicht er die Daten der Frontkamera mit den Kartendaten. Bei niedrigen Geschwindigkeiten, z.B. im Stau, lässt sich die Fahrspurzentrierung vorübergehend so einstellen, dass das Fahrzeug auf einer Straßenseite bleibt und Fahrzeuge mit Vorrang auf der anderen Seite überholen können.

Ganzheitlicher Nachhaltigkeitsanspruch

Entsprechend dem Ziel der Renault Group, bis 2030 den Anteil von Recyclingmaterial in ihren Fahrzeugen auf 33 Gewichtsprozent zu erhöhen, bestehen bereits 24 Prozent der Masse seiner Werkstoffe aus Rezyklaten. Besonders hoch ist der Anteil mit 37 Gewichtsprozent bei den eisenhaltigen Komponenten. Motorhaube und Türen bestehen sogar zu 80 Prozent aus recyceltem Aluminium.

Auch im Innenraum ist eine Vielzahl von Teilen aus Recyclingmaterial oder aus erneuerbaren Materialien hergestellt. So bestehen die Sitzbezüge der Ausstattungen Techno und Esprit Alpine zu 100 Prozent und die der Ausstattung Iconic zu 99 Prozent aus recyceltem Stoff. Der Instrumententräger ist zu 80 Prozent aus recyceltem Polypropylen gefertigt und die Fußmatten zu 54 Prozent aus recycelten Plastikflaschen. Zudem kommt recyceltes Glas zum Einsatz, 50 Prozent des Solarbay-Panoramadachs sind Abfälle aus der Flachglas- und Autoglasproduktion.

Innenraum mit Recycling und Jute

Für den Bezug des Instrumententrägers wiederum setzt der französische Automobilhersteller zu 43 Prozent auf das Material Kenaf, eine Pflanze, die juteähnliche Fasern liefert. Für die Lenkradummantelung werden zu 25 Prozent aus Rizinusöl hergestelltes PVC und zu 26 Prozent Baumwollschüsse verwendet. Am Ende seines Lebenszyklus‘ lassen sich 90 Gewichtsprozent des Scenic E-Tech Electric recyceln, verspricht der Hersteller. Darin inbegriffen ist die Batterie. Der modulare Aufbau des Akkus ermöglicht eine einfache Reparatur und Wiederverwertung.

Renault fertigt den Scenic E-Tech Electric wie auch schon seine Vorgänger am nordfranzösischen Standort Douai. Sein Motor wird ebenfalls in Frankreich hergestellt, im Werk Cléon.

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