Werbung
Werbung

IAA Mobility 2023 Nachlese 1: Ford, Lucid und Tesla – US-„Wagenburg“ am Königsplatz

Auch die US-Hersteller waren zur IAA zahlreich angetreten: Während Fisker seine Palette bis 2026 in der Motorworld präsentierte, sonnten sich Ford, Lucid und Tesla auf dem Königsplatz.

bei Ford stand der Explorer mit im Rampenlicht. | Foto: G. Soller
bei Ford stand der Explorer mit im Rampenlicht. | Foto: G. Soller
Werbung
Werbung
Gregor Soller

Für die USA eher leise und dezent präsentierten sich die US-Marken am Königsplatz und konnten sich über volle Häuser freuen: An allen Ständen herrschte reger Betrieb. Bei Tesla interessierten sich die Gäste hauptsächlich für das geliftete Model 3, aber auch das Model Y aus Brandenburg (erkennbar am Lack in Quicksilver, der nur dort aufgetragen wird) war immer gut besetzt. Nach wie vor ist Tesla ein „Selbstläufer“ und aus Gesprächsfetzen der Interessierten war herauszuhören, dass viele noch potenzielle Erstkunden waren, die überrascht waren, wie günstig man einen Tesla fahren könne – zumindest relativ gesehen. Trotzdem war es nötig, auf der IAA Flagge zu zeigen und dem Model 3 die Verbesserungen mit auf den Weg zu geben.

Sichtbarkeit ist unabdingbar

Auch für Lucid Motors war die Sichtbarkeit extrem wichtig: man hat zwar einen exklusiven Showroom am Odeonsplatz, doch als EQS- oder i7-Konkurrenten nimmt den Air keiner so recht wahr. Geschweige denn, das man sich einfach mal so in den edlen Store traute. Weshalb auf dem Königsplatz immer volle Hütte war und auch die Testwagen immer rollten! Insofern war es für die US-Amerikaner essenziell, hier die Sichtbarkeit erhöhen und Leute „ins Auto“ zu bekommen, dessen Absatz in Europa weit hinter den einst gesteckten Zielen hinterherhinkt. Was insofern schade ist, als die Amis hier eine effiziente Hightech-Luxuslimo mit eigenständiger Optik auf die Räder gestellt haben, doch wenn man keinen Namen hat…

Ford präsentiert sich als Funmarke

Am anderen Ende hatte sich Ford als neue Funmarke aufgebaut: Mit einer Rallyeversion des Mustang Mach-E und dem F-150 Lightning, der jetzt auch in (fast) ganz Europa offiziell verkauft werden soll. Dazu kamen die neuen Transit Connect und Courier – bei den Vans ist die Marke nach wie vor eine Macht! Weniger bei den Massenautos: Der neue elektrische Explorer Stand zwar zum probesitzen bereit, doch als die Interessierten nach der Lieferzeit fragten, bekamen sie „Frühjahr bis Mitte 2024“ zu hören, da Ford bei den Akkus nochmal nachlegt. Eigentlich wollte man in den letzten Wochen 2023 oder zumindest im Januar 2024 starten…da war das handgepinselte Ford-Logo auf dem Model T der einstigen Expedition, welche die geschichtliche Basis für den neuen Explorer bildet dann symptomatisch: Die Farbe zittriger Schrift aufgetragen und unter dem Ford-Schriftzug eine schwache Prägung „made in U.S.A.“. Wenn man bedenkt, dass Ford als Hersteller einst über 50% Weltmarktanteil hatte und die US-Autoindustrie mit GM noch vor wenigen Jahren den größten Hersteller hatten.

Hinter der „Wagenburg“ hörte man laute Beats: Von Xpeng, wo man in Reihe zwei durch Sound auf sich und den Wandel der Kräfte im Autogeschäft aufmerksam machte…

Was bedeutet das?

Nach wie vor sind die USA im Rennen um die Käufergunst dabei: Allerdings nicht mehr mit den klassischen „Größen“ GM und Mopar (den Stellantis-Töchtern Chrysler und Dodge), sondern vor allem mit Tesla und Ford, wo man sich gerade als neue Nischen-Funmarke wiederfindet. Mit Lucid Motors zeigte Uncle Sam außerdem, wie Luxus unter fünf Metern Länge aussehen kann. So oder so ist hier gerade ganz viel im Umbruch, was durch die „Wagenburg“ auf dem Königsplatz optisch nochmal verstärkt wurde…

Werbung
Werbung