IAA Mobility 2021: VM-Fahrbericht XEV YOYO - Mikro-Stromer mit Wechselakku

Autos werden immer größer, das ist ein Fakt. Wirklich winzige Autos aller Fiat 500 (60er Jahre) werden wir wohl nie wieder vom Band rollen sehen. Aber als ein wenig Trost sehen wir immer mehr wirklich kleine Autos auf der IAA. Neben dem Star der Show, dem Microlino, findet sich auch ein ganz anders geartetes Konzept: Der YOYO von XEV.

Klein, aber oho: Das Konzept des XEV operiert mit einem Tauschakkusystem. | Foto: R. Lang
Klein, aber oho: Das Konzept des XEV operiert mit einem Tauschakkusystem. | Foto: R. Lang
Robin Lang

YOYO von XEV: Nein, das ist kein Schreibfehler sondern der Name einer italienischen Firma, die zusammen mit chinesischen Zulieferern ein kleines E-Auto gebaut haben, mit per Hand wechselbaren Akkus. Die Karosserie des YOYO stammt laut XEV komplett aus dem 3D-Drucker. Somit besitzt der Zwerg ähnlich wie der LEVC VN5 ein Skelett aus Metall und ein Kleid aus Plastik, dass wiederum anders als beim Engländer ziemlich schlecht sitzt. Spaltmaße sind vermutlich kein Begriff bei XEV, ich denke man ist froh wenn Karosserieteile nicht allzu sehr abstehen ... Wichtig ist das natürlich nicht. Viel wichtiger ist doch der Raum in dem man am meisten Zeit verbringt. Die Fahrerkabiene. Luxus Features finden sich im YOYO zum Glück nicht sonst währe das Auto auch nicht so herrlich leicht mit 450 Kilo.

Stattdessen muss man sich mit einem Lenkrad aus Plastik ohne Servolenkung, einer fragwürdigen Ergonomie und einer ähnlich schlechten Verarbeitung wie Außen zufrieden geben. Aber ist das wirklich wichtig?  Naja, nein, denn der 2,53 Meter kurze und 1,50 Meter breite Helm auf vier Rädern überzeugt mit anderen Attributen. Die Hinterachse wird von einem 10 PS starkem Permanent-Synchron Motor angetrieben, mit einer Peak Leistung von bis zu 20 PS.

Das klingt wenig und ist zugegebenermaßen auch so, etwas lahm, von einem Punch kann hier nicht die Rede sein. Es fühlt sich im Basis Modell eher so an, als würde der Motor gerade mal so das Gewicht mit annehmbarer Beschleunigung zum Rollen bringen. Dennoch macht der YOYO Spaß beim Fahren: Aufgrund der fehlenden Servolenkung ist diese sehr direkt ja fast schon sportlich. Der digitale Tacho und das Infotainment System tun während der Fahrt das, was sie sollen, werden aber vermutlich auch im endgültigen Serien Fahrzeug nicht mehr können.

Kreislaufwirtschaft: Die Akkus werden durchgetauscht

Was den XEV YOYO wirklich einzigartig macht, sind seine herausnehmbaren Akkus und das Koncept dahinter. So soll laut XEV ein regelrechtes Netzwerk aus Akkus entstehen. Jeder YOYO soll seine drei Batterien, die bis zu 180 realistischen Km Reichweite bieten bei einer TOTAL Tankstelle wechseln können in gerade einmal 10 Minuten oder an Stationen in Getränkeautomat Größe. Das bedeutet, dass ein XEV YOYO Fahrer sein Auto zwar mit einem Satz Akkus kauft, diesen voraussichtlich nicht lange behält, bevor er Sie gegen „fremde“ volle Akkus tauscht oder über Nacht von einem Service tauschen lässt! So bleiben die Akkus immer im Kreislauf, der Fahrzeugbesitzer muss sich keine Sorgen um die Haltbarkeit der Akkus machen und das Problem mit dem Laden ist auch gelöst.

Geladen werden kann das Fahrzeug natürlich trotzdem per Typ 2 Stecker der den Akku in lahmen 4 Stunden von 30 auf 100 Prozent läd. Dann doch lieber ein Akku-Swap. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 80 Km/h ist die normal Version des YOYO auch Autobahnfähig, es wird wohl noch eine beschränkte Version geben die als L7e Fahrzeug zugelassen werden kann. Kosten soll der Italiener ab 13.900 € abzüglich Umweltbonus.

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