IAA Mobility 2021: Vässla kreuzt Bike und Scooter

Mit einem klappbaren und leichten Elektrogefährt wollen die innovativen schwedischen Leicht-Elektrospezialisten eine neue Klasse kreieren - und mit knapp unter 2.000 Euro auch jüngere Nutzer ansprechen. Noch leichter soll der Einstieg über den "Club" fallen, für 79 Euro Monatsrate. Auch Flotten spricht man mit einer Plattform an.

Leicht unter Strom: VM-Redakteur Reichel auf Hallenrunde mit dem wirklich "wieselhaft" flinken Vässla Bike. | Foto: Vässla
Leicht unter Strom: VM-Redakteur Reichel auf Hallenrunde mit dem wirklich "wieselhaft" flinken Vässla Bike. | Foto: Vässla
Johannes Reichel

Der schwedische Leicht-E-Fahrzeug-Spezialist Vässla nutzt die Bühne der IAA, um sein neues E-Bike vorzustellen, das die Vorteile eines klappbaren Tretrollers mit denen eines E-Moto-Scooters vereinen soll. Ziel sei es für den Erfinder Prof. Uwe Hager und den Firmen-Gründer Rickard Bröms gewesen, deutsche Ingenieurskunst mit geschmackvollem, skandinavischem Design zu kombinieren. Besonders auf dem deutschen Markt sieht die Marke, schwedisch für "Wiesel", enormes Interesse für neuartige e-Mobility-Lösungen.

Das nur 23 Kilo schwere, maximal 125 Kilo belastbare "Bike" baut auf einen soliden und sauber verarbeiteten Alu-Rahmen, verfügt über einen 450 Watt Radnabenmotor, der ein Höchsttempo von 25 km/h wie beim Mofa ermöglich. Die Reichweite mit dem simpel entnehmbaren 690 Wh-Akku mit 3,6 Kilo Gewicht soll bei 40 Kilometer liegen, geladen wird in fünf Stunden auf 100 Prozent, in drei Stunden auf 80 Prozent. Für eine sichere Straßenlage sorgen 14-Zoll-Räder, für sicheren Stillstand Scheibenbremsen vorn und hinten. Clou ist der Faltmechanismus, mit dem sich das Gefährt transporttauglich machen lässt: Eine Sicherung und Bolzen entfernt und das Hinterrad klappt nach vorn, was das Ganze deutlich kompakter macht.

Agil und wendig: Wohl nie war elektrisch leichter

Der erste Eindruck: Man sitzt entspannt, ein wenig so wie auf einem rasenden Barhocker. Das Fahrgefühl ist sicher, die Straßenlage satt, das Handling äußerst agil, dank der Hinterachsfederung ist der Komfort sehr ordentlich. Der Motor beschleunigt in drei Stufen wahlweise sehr flott und superleise. Cool und völlig ausreichend: Das knackscharfe, monochrome Display, mit dem man auch die drei Fahrmodi ansteuert. Die Fußrasten klappen leicht weg und bieten fetten Grip, der Hebel ist ebenso griffig und ermöglicht präzise Beschleunigung. Selbstverständlich ist eine LED-Beleuchtung. Und für die praktischen Schweden ebenso selbstverständlich: Ein Gepäckträger-System mit Racktime-Mechanismus, was die Installation von Körben hinten und auch vorne ermöglicht, sodass der kleine Moto-Scooter zum Lastesel mutiert. Generell macht das leichte E-Gefährt, wie von der Marke gewohnt, einen hochwertigen und langlebigen Eindruck, bis hin zur robusten und edlen mattschwarzen Pulverlackierung.

Auf eigene Faust: Alle Teile "by Vässla"

Das leichte E-Gefährt wird vollständig von den Schweden produziert. Jede einzelne Schraube, Unterlegscheibe, jeder Winkel ist eine hauseigene Fertigung – einschließlich der Anpassung des Motors, der Batterieentwicklung und der Softwareparametrierung des gesamten Antriebsstrangs. „Der Grund dafür ist einfach: Es gibt nicht genug gutes Material auf dem bestehenden Markt", begründet CTO Uwe Hager. In weniger als zwölf Monaten hat das Entwicklungsteam das Vässla Bike von der CAD-Zeichnung über das Prototyping bis hin zur Typenzulassung zur Massenproduktion gebracht.

Die Portfoliovergrößerung um das Vässla Bike, dessen Konzept bereits 2020 vorgestellt wurde, folgt kurz nach dem Markteintritt mit dem deutschen Tochterunternehmen, Vässla Deutschland GmbH, in Hamburg. 

„2021 ist Vässla auf Expansionskurs in Deutschland. Wir wollten nicht nur kommerziell, sondern auch administrativ auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Denn: Für Vässla ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa", meint annes Ahbe, Country Director Deutschland.

Das Vässla Bike ist für 1.995,00 Euro im hauseigenen Onlineshop und über ausgewählte Händler erhältlich. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das deutsch- schwedische Unternehmen auch eigene Pop-up- und Brand-Stores betreiben. Seinen ersten Flag-Ship Store hat die Marke im April 2021 in Stockholm eingeweiht.

Falls das doch zu teuer ist, steigt der Hersteller jetzt auch in ein Abo-Modell ein und bietet Interessenten vorerst nur in Berlin, bald folgend in weiteren Großstädten ab 79 Euro Monatsrate (drei Monate Mindestlaufzeit) das Vässla Bike zur Miete, inklusive Versicherung, Helm, Schloss, Garantie und Service. Zeitgemäß wird eine App und Plattform flankiert, die nicht nur private Nutzer*innen anspricht, sondern auch Flottenmanagement-Funktionen bietet. Der Club for Delivers peilt etwa auch auf Lieferfahrer und ist ein wöchentlicher Abo-Service für die Vössla-Modelle. Der Firmen-Club zielt dann auch Hotels oder Campingplätze.

Printer Friendly, PDF & Email