IAA Mobility 2021: Segway rollt die Roller aus

Mit zwei Modellen preiswerter, aber dennoch sehr durchdachter und solider E-Scooter will der US-Hersteller von den Niederlanden aus den europäischen Markt aufrolle(r)n. Fährt sich gut an!

Leicht, flott, elektrisch: VM-Redakteur Reichel erprobte auch das Segway e-Mofa, das auf der IAA sogar Premiere feierte. | Foto: Segway
Leicht, flott, elektrisch: VM-Redakteur Reichel erprobte auch das Segway e-Mofa, das auf der IAA sogar Premiere feierte. | Foto: Segway
Johannes Reichel

Der US-amerikanische Leichtelektrospezialist Segway Ninebot nutzt ebenfalls die Bühne der IAA, um sein eigens für Europa entwickelte Portfolio elektrisch angetriebener Motorroller zu präsentieren. Differenziert wird dabei in zwei Modellreihen sowie zwei Tempoklassen 25 und 45 km/h für das e-Mofa und den größeren e-Roller.

Ideal für kurze Strecken in der Stadt: e-Mofa

Das kleine, ab 1.800 Euro erhältliche Elektrogefährt punktet bei einem ersten Fahrbericht mit super Wendigkeit und einer äußerst unkomplizierten Handhabung. Allenfalls der etwas kugelige Sitz könnte mehr Halt bieten. Dahinter sorgt ein stabiler Gepäckträger für Frachtmöglickeit, die radumlaufenden Verschalungen für wohl zuverlässigen Spritzschutz.

Ein leiser E-Motor in der Hinterradnabe bringt das kleine e-Mofa sehr flott in Fahrt, das Fahrwerk macht einen erwachsenen und stabilen Eindruck, ebenso die Bremsen, man traut beidem die 45-km/h auch locker zu. Ein hübsch designtes und gut ablesbares LED-Display signalisiert farbig, wann der Roller fahrbereit ist, etwa wenn der solide Ständer noch ausgeklappt ist. Der Akku lässt sich leicht unter dem Sitz entnehmen oder auch am Fahrzeug aufladen und ist so groß dimensioniert, dass es für 105 Kilometer reichen soll.

Platz da: Akkus unten, Stauraum oben

Deutlich erwachsener, aber auch etwas schwerfälliger fährt sich der große und klassisch-modern gestaltete E110SE, den es mit ABS und Topausstattung dann als E125S gibt. Sein Clou: Die Akkus, wahlweise zwei für 75, 97 und bis zu 140 Kilometer Reichweite, sind unterflur platziert. Das hat zwei Vorteile: Der tiefe Schwerpunkt sorgt für sattere Straßenlage. Und die Energiespeicher sind so gut verräumt, dass darüber ein gewaltiges Staufach mit 27 Liter Volumen entweder Platz für zwei Helme oder für Einkäufe bietet. Deutlich cleverer also als etwa beim kürzlich gefahrenen Niu MQi GT. Ein Haken vorn fehlt ebenso wenig, das Trittbrett bietet auch großen Füßen gut Platz, was ebenso für die bequeme und großzügige Sitzbank gilt, die auch einen Sozius noch gut unterbringt. Der robuste Ständer lässt das Gefährt sicher stehen. Die breiten LED-Streifen vorn und hinten sehen nicht nur schick aus, sondern geben auch ein sicheres Gefühl der Sichtbarkeit.

Erwachsenes Handling, Pendler-tauglicher Komfort

Der e-Roller selbst beschleunigt geschmeidig, leise und fein dosierbar, lässt sich erwachsen und souverän durch die Kurven zirkeln und verzögert zuverlässig. Der Federungskomfort ist ebenso langstreckentauglich. Dem gesamten Antriebs- und Fahrwerkspackage des in China gefertigten Rollers traut man jedenfalls auch ein Tempo bis 90 km/h problemlos zu. An einer schnelleren Variante sei man dran, heißt es am Stand. Das gut ablesbare Display bietet alle Infos, die man während der Fahrt braucht. Die Materialqualität und Verarbeitung liegt erst recht für das günstige Preisniveau (Basis E110S 75 km ab 2.300 Euro, Topmodelle E125S 3.500 Euro) auf einem sehr ordentlichen Niveau.

Generell sind die Segway-Scooter per GPS vernetzt, elektronisch gegen Diebstahl geschützt, sobald der Roller auffällig bewegt wird, kommt eine Nachricht auf's Handy und eine App liefert die wichtigsten Fahrt- und Fahrzeuginfos. Superpraktisch: Das Gefährt entriegelt auch per Handy, sodass man sich das Schlüsselsuchen sparen kann.

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