IAA Mobility 2021: Porsche zeigt 800 kW starke Mission R

Kundensport wird bei Porsche seit jeher groß geschrieben: Die Konzeptstudie Mission R vereint modernste Technologien und nachhaltige Werkstoffe wie Naturfaser-verstärkte Kunststoffe mit dem Rennsport.

Der bis zu 800 kW starke Bolide ist für den Kundensport gedacht - als 911-GT-Ersatz? | Foto: Porsche
Der bis zu 800 kW starke Bolide ist für den Kundensport gedacht - als 911-GT-Ersatz? | Foto: Porsche
Gregor Soller

Seit dem Start des Porsche Carrera Cup Deutschland vor 31 Jahren hat Porsche mehr als 4.400 Einheiten der Cup-Fahrzeuge geliefert. Weltweit finden auf dieser Basis 30 Markenpokale statt. Der Porsche Mission R gibt jetzt einen Ausblick darauf, wie die Zukunft der Markenpokale mit rein-elektrisch angetriebenen Fahrzeugen aussehen könnte.

Bis zu 1088 PS im Peak – bei 680 PS Dauerleistung

Dabei vereint er auch optisch klassische Zitate mit Neuem – und knackt die 1000-PS-Grenze: Die beiden neu entwickelten Elektromotoren leisten im sogenannten Qualifying-Modus bis zu 800 kW (1.088 PS). Die Batteriekapazität von rund 80 kWh sowie eine innovative Rekuperation sollen Sprintrennen ohne jegliche Leistungsverluste ermöglichen. Der Allradler beschleunigt in weniger als 2,5 Sekunden von null auf 100 km/h und bietet ein Topspeed von über 300 km/h. Auf der Rennstrecke erreicht der Elektrobolide die gleiche Rundenzeit-Performance wie der aktuelle Porsche 911 GT3 Cup. Dank neu konstruierter Elektromotoren und Batteriezellen – alle mit einer innovativen Öldirektkühlung ausgestattet – stellt die Konzeptstudie Porsche Mission R im Rennmodus eine konstante Leistung von 500 kW (680 PS) zur Verfügung. Das sogenannte „Derating“, also das Nachlassen der Batterieleistung aufgrund thermischer Voraussetzungen, entfällt.

900-Volt-Technologie und Porsche Turbo Charging

An der Vorderachse arbeitet eine E-Maschine mit bis zu 320 kW (435 PS), am Heck sind es maximal 480 kW (653 PS). Dank fortschrittlicher 900-Volt-Technologie und Porsche Turbo Charging genügt dem Akku eine gut 15-minütige Rennpause, um von fünf auf 80 Prozent SoC (State of Charge/Ladezustand) aufzuladen. Das Laden kann mit bis zu 340 kW erfolgen.

Der Mission R zeigt zudem eine Weiterentwicklung der Porsche Active Aerodynamics (PAA) mit Drag Reduction System (DRS) an Bugteil und Heckflügel. Es umfasst je drei Lamellen in den beiden seitlichen Lufteinlässen am Bugteil sowie einen verstellbaren, zweiteiligen Heckflügel. 

Viel Natur in der Karosserie

Neben dem innovativen, batterie-elektrischen Antriebskonzept setzt auch die Karosserie der Konzeptstudie auf CO2-Reduzierung und Nachhaltigkeit: Sie besteht zu großen Teilen aus Naturfaser-verstärktem Kunststoff (NFK). Die Grundlage liefern Flachsfasern aus der Landwirtschaft. Dieser ökologische Werkstoff findet auch für den Frontsplitter, den Diffusor und die Seitenschweller Verwendung. Im Interieur des Mission R kommt NFK ebenfalls großflächig zum Einsatz, so etwa für die Türinnenschalen, die hintere Schottwand und den Sitz. 

Das Design des Innenraums rückt in allen Bereichen den Fahrer in den Mittelpunkt. Ein ergonomisch platziertes Display zwischen den Lenkhörnern zeigt während des Rennbetriebs relevante Daten an. Der Monitor oberhalb der Lenksäule bildet die Aufnahmen der seitlichen Spiegel- und der zentralen Heckkamera ab. Über ein Touchdisplay rechts vom Sitz lassen sich unter anderem biometrische Daten des Fahrers abrufen. Zahlreiche weitere Kameras im Innenraum liefern spannende Signale für eine Livestream-Übertragung. 

Porsche bringt beim Projekt Mission R den realen und den virtuellen Rennsport so nah zusammen wie nie zuvor. Die modular als Monocoque aufgebaute Fahrerzelle eignet sich in exakt gleicher Ausführung auch als Esport-Simulator. Die Sicherheitsstruktur aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff vereint hohes Schutzpotenzial für den Fahrer mit niedrigem Gewicht und einzigartiger Optik. Die neu entwickelte Dachkonstruktion aus Carbon nennen Ingenieure und Designer von Porsche „Exoskelett“ („Außenskelett“). Sie vereint Sicherheitskäfig und Dachhaut miteinander. Der Porsche Mission R misst in der Länge mit 4.326 Millimetern etwas kürzer als die aktuelle 718 Cayman-Baureihe, ist mit 1.990 Millimetern aber spürbar breiter und mit einer Außenhöhe von 1.190 Millimetern auch deutlich flacher. 

Was bedeutet das?

Rennsport und Kundensport wird es auch elektrisch weiterhin geben – das bezeugt die neueste Studie von Porsche, in die man bei der Gelegenheit gleich viele neue Ideen eingebaut hat. Oder wie es Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, formuliert: „Zusätzlich zu unserem Engagement in der Formel-E-Weltmeisterschaft gehen wir bei der Elektromobilität jetzt den nächsten großen Schritt. Die Konzeptstudie ist unsere Vision vom rein-elektrischen Kunden-Motorsport. Der Mission R verkörpert alles, was Porsche stark macht: Performance, Design und Nachhaltigkeit.“ 

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